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Für die Top-Fußballerinnen aus dem Landkreis ist die Ausnahme die Regel

Der erneute Corona-Lockdown trifft die Fußballerinnen in den höheren Ligen unterschiedlich. Alle dürfen wieder trainieren, manche sogar spielen - wenn sie denn können.
Leonie Kreil (links) und Annika Graser - hier bei einem Trainingslager des damaligen USV Jena vergangene Saison - dürfen wieder trainieren, Graser aber noch nicht in der Liga spielen. Foto: privat       -  Leonie Kreil (links) und Annika Graser - hier bei einem Trainingslager des damaligen USV Jena vergangene Saison - dürfen wieder trainieren, Graser aber noch nicht in der Liga spielen. Foto: privat
| Leonie Kreil (links) und Annika Graser - hier bei einem Trainingslager des damaligen USV Jena vergangene Saison - dürfen wieder trainieren, Graser aber noch nicht in der Liga spielen. Foto: privat

Seit kurzem darf Annika Graser wieder: auf dem Fußballplatz stehen, mit Ball trainieren, Zweikämpfe zumindest gegen ihre Mannschaftskameradinnen führen. Die 21-Jährige aus Aura spielt mit dem FC Carl Zeiss Jena in der 2. Bundesliga - und durfte somit bis vor kurzem weder spielen noch trainieren. Andere berührt der zweite Corona-Lockdown hingegen gar nicht.

Knapp zwei Wochen hatte Graser zuletzt im Individualtraining verbracht - und sich an den ersten Lockdown im Frühjahr erinnert gefühlt. "Ich weiß nicht, ob es uns gut getan hätte", sagt sie zu der Möglichkeit, dass dieser Zustand noch länger hätte andauern können.

Doch dazu kommt es vorerst nicht. Das Thüringer Sportministerium hat bestimmte Trainingsaktivitäten wieder zugelassen. Darunter die der Männermannschaften der 4. Liga (Regionalliga), die von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren in Vereinen. Und natürlich die von Annika Grasers semiprofessionellem Zweitligateam.

Und so freut sich die 21-jährige Studentin, dass es wieder losgeht. Sie bedauert nur, dass ihre Mannschaft, die als USV Jena vergangene Spielzeit noch Bundesliga spielte, den Schwung aus der 0:2-Niederlage im Pokal gegen Erstliga-Spitzenteam Bayern München nicht mitnehmen kann. In der 2. Liga ruht der Spielbetrieb weiterhin. Weswegen auch das für den 21. November geplante Duell mit Borussia Mönchengladbach ausfallen muss.

Anders als ihre frühere Mannschaftskameradin Graser bekommt Leonie Kreil vom erneuten Lockdown wenig mit. Vor der Saison wechselte die 22-Jährige vom Absteiger aus Jena zum SC Sand nach Baden-Württemberg. Und bleibt damit der 1. Bundesliga erhalten.

Diese Spielklasse gilt auch bei den Frauen als Profiliga. Der Trainings- und Spielbetrieb wird unabhängig von den Corona-Zahlen fortgesetzt. Und so trat Leonie am Sonntag mit ihrem Team daheim gegen die TSG Hoffenheim (0:3) an. Natürlich, ohne dass Zuschauer die Begegnung verfolgten.

Kreil ist froh, dass sie nicht von den Einschränkungen vor allem im Amateursport betroffen ist. Wie sich betroffene Fußballerinnen fühlen, kann sie aber nachvollziehen - durch ihre Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im Frühjahr.

"Nicht trainieren und spielen zu können, sondern nur ständig zu laufen und Grundlagen aufzubauen, ist nicht schön." Das Verletzungsrisiko sei viel höher. Zudem erinnert sich Leonie Kreil an die englischen Wochen nach dem ersten Lockdown mit vielen Spielen mittwochs und sonntags. Das sei sehr anstrengend gewesen, zumal ihr Team USV Jena in Deutschland herumreisen musste.

Mit Kreuzbandriss ausgebremst

Den Draht nach Jena hält die Poppenrötherin immer noch. Studiert sie dort doch Sportmanagement. Ihre Kurse absolviert die 22-Jährige online; deswegen gleicht ihre Ausbildung gerade einem Fernstudium. So gesehen profitiert Kreil von Corona. Muss sie als Spielerin im Südwesten der Republik (Sand liegt an der französischen Grenze, nur durch den Rhein getrennt von Straßburg) doch nicht ständig in Thüringen präsent sein.

Gern wieder auf dem Platz stehen würde Jugend-Nationalspielerin Jule Betz aus Windheim bei Hammelburg. Doch nicht Corona hat die 16-Jährige ausgebremst, sondern ihr dritter Kreuzbandriss. Den erlitt sie im August. Da hatte sie sich gerade nach einer Verletzung an ihr Team - die U16-Jungenmannschaft des FC 05 Schweinfurt - herangekämpft. Nach dem ersten Lockdown war sie wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Im Moment kann Betz nichts weiter machen als Fahrradfahren und Krafttraining. Im Februar wird sie nochmal am Knie operiert. Dass nun auch ihre Teamkameraden nicht trainieren oder spielen können, freut sie nicht. Die 16-Jährige bleibt aber positiv: Vielleicht sei der Lockdown für einige die Chance, individuell an Defiziten bei Technik oder Torschuss zu arbeiten. Jule Betz würde sich über Perspektiven für den Sport freuen.

Ebenfalls durch ihren dritten Kreuzbandriss ausgebremst wurde kürzlich Lea Schneider aus Schondra (siehe nebenstehenden Text). Als Mitglied des Profikaders von Bundesligist Eintracht Frankfurt hätte die 20-jährige Mittelfeldspielerin auch im Lockdown weitertrainieren und -spielen können - auch wenn sie zuletzt im Oktober im Zweitligateam der Eintracht zum Einsatz kam.

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