Thulba

Für Julian Brönner ist Vereinsarbeit Ehrensache

Der 23-Jährige wird für sein Engagement beim FC Thulba vom Bayerischen Fußballverband als "Fußballheld" ausgezeichnet.
Julian Brönner vor der Plakatwand am Sportgelände des FC Thulba. Das Motto "Tradition. Leidenschaft. Zusammenhalt" passt natürlich bestens zum Kreissieger des Bayerischen Fußballverbands bei der "Aktion Junges Ehrenamt.Jürgen Schmitt
Julian Brönner vor der Plakatwand am Sportgelände des FC Thulba. Das Motto "Tradition. Leidenschaft. Zusammenhalt" passt natürlich bestens zum Kreissieger des Bayerischen Fußballverbands bei der "Aktion Junges Ehrenamt.Jürgen Schmitt

Julian Brönner ist ein Fußballheld. Und das vollkommen zu Recht. Findet jedenfalls Dietmar Werner. "Es ist schon bewundernswert, wie sich ein so junges Vereinsmitglied in dieser Art und Weise engagiert. Julian wartet nicht auf Aufgaben, sondern bringt selbst Ideen ein. Er schenkt uns seine Zeit und kommt dabei nicht mal aus Thulba . Wir sind stolz darauf, so jemanden bei uns zu haben", sagt der Vorsitzende des FC Thulba .

23 Jahre alt ist Julian Brönner erst. Und keiner, der vor der Verantwortung davonläuft. Als Beisitzer in der Führungsriege der Frankonen kümmert sich der Neuwirtshäuser um den Social Media-Auftritt seines Vereins, übernimmt als gelernter Elektriker aber auch diverse Hausmeistertätigkeiten. Ist darüberhinaus mit Christof Wigand in der Jugendleitung des Vereins und pfeift als Schiedsrichter mittlerweile Spiele bis zur Kreisliga.

Vom Kicker zum Schiedsrichter

Als U-17-Spieler war Julian Brönner von der SpVgg Wartmannsroth zum FC Thulba gekommen. "Weil ich aufgrund von Sprunggelenksproblemen pausieren musste, wurde ich ins Trainerteam von Robert Knüttel aufgenommen. Die U-19 habe ich später für ein halbes Jahr sogar allein trainiert. Die Mannschaft stand voll hinter mir, fast wären wir sogar noch Meister geworden", erinnert sich Brönner an eine "total schöne Zeit". Mit einem traurigen Touch freilich, weil mit Robert Knüttel der charismatische Mentor und Förderer zu früh verstarb. "Er war ein Vorbild für mich. Robert hat immer an die Gemeinschaft und im Sinne des Vereins gedacht", sagt Brönner, der im Jahr 2017 seinen Trainerschein dezentral in Hammelburg machte. "Im Rahmen der Ausbildung musste ich drei Spiele pfeifen, und bei der Schiedsrichterei bin ich schließlich hängen geblieben, habe dafür auch den Fußballsport an den Nagel gehängt."

Julian Brönner studiert in Würzburg Bauingenieurwesen, absolviert derzeit bei der Firma Zehe in Premich ein Praxissemester. Und sieht seine Zukunft heimatnah. "Ich fühle mich aktuell sehr wohl, würde gerne in der Region bleiben", sagt der 23-Jährige, der gar nichts gewusst hatte von der Bewerbung beim Bayerischen Fußballverband für die "Aktion Junges Ehrenamt". Diese hatten nämlich Dietmar Werner und mit Walter Manger der Ehrenamtsbeauftragte im Verein in die Wege geleitet. Sogar ein Video hatte Walter Manger beim Verband eingereicht, das bei der Preisverleihung mit anderen Clips gezeigt wurde. Umso überraschter war Brönner, als er von der Wahl zum Kreissieger für den Fußballkreis Rhön erfuhr. "Das ist ja eine Dimension, die nicht alltäglich ist. Die Ehrung war schließlich in einer VIP-Loge im Stadion des SSV Jahn Regensburg und nicht in einem Rhöner Sportheim."

Mit dem Auto und ausgestattet mit einer persönlichen Akkreditierung war der junge Unterfranke in die Hauptstadt des Regierungsbezirks Oberpfalz angereist, um im Rahmen des Zweitliga-Spiels des SSV Jahn gegen den VfL Osnabrück mit den anderen 21 Kreissiegern geehrt zu werden. Alle Sieger erhielten neben einer Urkunde einen Gutschein für eine einwöchige Bildungsreise nach Barcelona, überreicht von BFV-Präsident Rainer Koch , BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher sowie Tobias Bracht als U30-Mitglied im Verbandsvorstand.

"Das war alles sehr gut organisiert. Und das Spiel (3:3) war mit sechs Toren, darunter ein Fallrückzieher, natürlich auch sehr attraktiv. Am besten gefallen haben mir aber die guten Gespräche mit den Verbandsvertretern und den anderen Kreissiegern. Man hat gesehen, dass man mit seinem Engagement nicht allein ist. Viele Situationen ähneln sich in den Vereinen, sind mitunter aber komplett anders. Wie in und um München, wo die Vereine eher zu viel als zu wenig Spieler haben."

Ehrenamt, das ist für Julian Brönner nichts Angestaubtes, nichts Antiquiertes. Nimmt aber auch die Vereine selbst in die Pflicht, die beweisen müssten, dass Vereinsleben kein alter Hut sei. "Bei uns gibt es einige jüngere Mitglieder wie Christoph Adrio, Cedric Werner oder Lisa Schuhmann, die sich sehr für den Verein einbringen. Das ist nicht unbedingt ein Trend, aber die Genannten wissen, wofür und warum sie das Ehrenamt machen, und zwar gerne und mit Spaß", sagt Julian Brönner.

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