LKR Bad Kissingen

Komplizierte Corona-Regeln für Fußballjugend: Die eine Hälfte darf trainieren, die andere nicht

Die Corona-Lockerungen erlauben zumindest im Fußball-Nachwuchs teilweise Training auf dem Platz. Die Vereine scheinen diese Möglichkeit gern zu nutzen. Eine Perspektive für den Spielbetrieb scheint trotzdem zu fehlen.
Im Nachwuchsbereich ist Training im Landkreis Bad Kissingen teils wieder möglich - unter strengen Auflagen. Foto: Uwe Anspach, dpa       -  Im Nachwuchsbereich ist Training im Landkreis Bad Kissingen teils wieder möglich - unter strengen Auflagen. Foto: Uwe Anspach, dpa
| Im Nachwuchsbereich ist Training im Landkreis Bad Kissingen teils wieder möglich - unter strengen Auflagen. Foto: Uwe Anspach, dpa

Das Leben kehrt zurück. Auch auf die Fußballplätze. Corona-Lockerungen machen einen eingeschränkten Trainingsbetrieb möglich - im Fußballkreis Rhön zumindest bei Teilen des Nachwuchses. Die Vereine wollen diese Chance nutzen, wie eine kleine Umfrage zeigt. Trotzdem bleiben offene Fragen.

"In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, ist kontaktfreier Sport unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren erlaubt", gibt die Bayerische Staatsregierung in einem Eckpunktepapier die Rahmenbedingungen für den Trainingsbetrieb vor. Bleibe die 7-Tage-Inzidenz unter 50, sei kontaktfreier Sport im Freien in Gruppen von bis zu zehn Personen sogar ohne Alterseinschränkung möglich.

Inzidenz bremst nur die Älteren aus

Ab 22. März sind demnach weitere Öffnungen möglich: So wird Kontaktsport im Freien möglich, "solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt seit mindestens 14 Tagen eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 besteht". Das Gleiche gilt für kontaktfreien Sport in der Halle.

Sollte die 7-Tage-Inzidenz mindestens 14 Tage zwischen 50 und 100 liegen, ist kontaktloser Sport innen und Kontaktsport draußen erlaubt - sofern alle Teilnehmer einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest mit negativem Ergebnis vorweisen können.

Im Landkreis Bad Kissingen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 64,9 (Stand vom 9. März). Für den Nachwuchs des FC Fuchsstadt bedeutet das: Der Trainingsbetrieb startet wieder nächste Woche. Wobei das nur bis zur U13 gilt. Die A-Junioren (U19) von Trainer Thomas Pfriem schauen derweil in die Röhre. Sie fallen nicht in das Öffnungsfenster.

Noch keine klaren Vorgaben

Auch die U15 wurde noch nicht zum Training gerufen, teilt FC-Jugendleiter Pascal Weissenberger auf Anfrage mit. Der Verein verfüge über eine recht große U15; zehn Spieler, und damit nicht einmal die Hälfte, sei jünger als 14 Jahre. "Ich möchte das Mannschaftsgefüge nicht auseinanderreißen, wenn die eine Hälfte spielt und die andere nicht", sagt Weissenberger.

Diejenigen, die trainieren dürfen, müssen sich an strenge Regeln halten. So werden die Bereiche, in denen die einzelnen Spieler trainieren, mit Hütchen abgesteckt. Sportheim und Umkleiden bleiben geschlossen. Die Kinder werden vor dem Training in Sportklamotten gebracht und danach wieder abgeholt. Duschen müssen sie daheim.

"Aktuell gibt es noch keine klaren Vorgaben, wie das Training laufen soll", sagt Pascal Weissenberger. Deswegen orientiert er sich am eigenen Hygienekonzept aus dem ersten Lockdown - mit kleinen Verschärfungen. Der Jugendleiter will nichts falsch machen.

Kontakt zu anderen Kindern wichtig

Der SV Garitz startet das Jugendtraining bereits in dieser Woche. Wobei die U15 auch hier nicht antritt. "Dann hätte ich nur fünf oder sechs Spieler: Der Rest ist älter als 14", berichtet U15-Coach Matthias Glöckler.

Sportvorstand Oliver Mainberger, der auch U13-Trainer und Hygienebeauftragter des SV ist, hält es "für äußerst sinnvoll, dass die Kinder sich wieder sehen und Sport treiben, da viele berufstätige Eltern nicht die Zeit haben, sich mit ihnen draußen zu bewegen."

Auch ohne Kontakt seien viele Übungen möglich: Koordination, Technik, Passspiel. So kann man zum Beispiel das berühmt-berüchtigte Eckchen spielen - wenn die Abstände zwischen den einzelnen Spielern groß genug bleiben.

Dass zumindest die Jüngsten wieder zusammenkommen, hält Mainberger wichtig fürs Vereinsleben. Es gehe voran, wenn auch nur in kleinen Schritten. Da ein neues Rahmenkonzept Sport noch fehlt, orientiert sich der Sportvorstand am aktuell gültigen vom September 2020. Aber auch an dem des Bad Kissinger Stadtjugendringes.

Schreiner: "eine unklare Situation"

Alexander Schreiner, der neue Jugendspielleiter im Fußballkreis Rhön, bemängelt die derzeit "unklare Situation". Der Ebenhausener wünscht sich vom BFV eine "definitive Regelung", auch was den Spielbetrieb angeht. Der sei derzeit nicht in Sicht, auch weil man nicht wisse, wie sich die Corona-Zahlen entwickelten. Schreiner hofft, dass Ende April/Anfang Mai gespielt werden kann - mit einer Vorlaufzeit für die Vereine von zwei Wochen.

Aber auch dann bleiben für den Jugendspielleiter nach den jetzigen Bestimmungen Fragen. Zum Beispiel die, wie ein ordnungsgemäßer Spielbetrieb in der Jugend-Bezirksoberliga erfolgen kann, wenn in einem Landkreis die Inzidenz unter und im anderen über 50 liegt.

Themen & Autoren
Bundesamt für Verfassungsschutz
Lockdown
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!