Hammelburg

Hammelburg Volleys: Die Würzburger Fahrverbindung

Acht Akteure der Hammelburg Volleys studieren oder arbeiten in der Domstadt. Für den Weg zu Training oder Spielen haben sie eine Absprache getroffen.
Eine feste Gemeinschaft: (von links) Luca Dierks, Severin Hauke, Janick Sill und Moritz Rauber fahren regelmäßig gemeinsam von Würzburg aus zum Training oder zu Spielen. Oscar Benner, Moritz Zeitler, Nils Rehmeier und Hannes Krochmann reisten am Tag des Fotos individuell.   Foto: Steffen Standke       -  Eine feste Gemeinschaft: (von links) Luca Dierks, Severin Hauke, Janick Sill und Moritz Rauber fahren regelmäßig gemeinsam von Würzburg aus zum Training oder zu Spielen. Oscar Benner, Moritz Zeitler, Nils Rehmeier und Hannes Krochmann reisten am Tag des Fotos individuell.   Foto: Steffen Standke
| Eine feste Gemeinschaft: (von links) Luca Dierks, Severin Hauke, Janick Sill und Moritz Rauber fahren regelmäßig gemeinsam von Würzburg aus zum Training oder zu Spielen.

Jede Woche wiederholt sich am Würzburger Ludwigkai drei bis vier Mal eine bestimmte Szene: Junge Männer in blauen Trainingsanzügen versammeln sich gegen Abend an einem Kleinbus . Sind sie vollzählig, steigen sie ein. Ihr Fahrziel ist immer dasselbe: Hammelburg . Es handelt sich um die "Würzburger Fahrverbindung".

55 Kilometer liegen zwischen dem Würzburger Straßenzug am Main und der Saaletalhalle in Hammelburg . Keine große Entfernung. Aber nervig, wenn man sie ständig hin und her mit dem Auto bewältigen muss. Ganz abgesehen von den Kosten für Treibstoff und Unterhalt, die auf den einzelnen Fahrer zukommen.

Deswegen besteht sie - die "Fahrverbindung". Denn acht Akteure der Hammelburg Volleys - im Prinzip die halbe Zweitliga-Mannschaft - hat ihren Lebensschwerpunkt in der Universitätsstadt am Main. Sieben als Studenten ; einer als voll Berufstätiger. Oscar Benner, Moritz Rauber, Moritz Zeitler, Janick Sill, Hannes Krochmann, Luca Dierks und Nils Rehmeier haben sich am Rande der Würzburger Altstadt angesiedelt, wohnen teils nur 800 Meter Luftlinie oder zehn bis 15 Minuten Fußweg voneinander entfernt. Teils bilden oder bildeten sie Wohngemeinschaften; lediglich Severin Hauke lebt im Stadtteil Grombühl und damit etwas weiter weg.

Würde da jeder für sich zu den Trainings und Spielen der Volleys fahren - es wäre unwirtschaftlich und über die Maßen naturbelastend.

Treffen eine Stunde vorher

Also versammeln sich die Acht regelmäßig eine Stunde vor dem jeweiligen Training am Ludwigkai (im Stadtteil Sanderau). Am vergangenen Donnerstag hieß das beispielsweise: Treffen um 18 Uhr, Einsteigen in den vom Verein gestellten Neun-Sitzer-Bus und Abfahrt Richtung Saaletalhalle in Hammelburg , wo um 19 Uhr die Übungseinheit startete. Drei Mal pro Woche wird "Balltraining" angeboten, an dem eigentlich alle teilnehmen; einmal ist "Annahmetraining", das ein kleinerer Teil des Kaders wahrnimmt.

Als "Busfahrer" fungieren meist Moritz Rauber und Moritz Zeitler; als "Ersatzfahrer" sind Benner, Hauke und Sill eingeteilt. "Wir fahren immer bei uns vor der Tür los", berichtet Zeitler, der sogar mit Rauber in einer WG lebt.

Er weiß die Fahrverbindung durchaus zu schätzen. Weit vor seiner Zeit bei den Hammelburg Volleys - in seiner niederbayerischen Heimat - fuhr Zeitler 130 Kilometer zum Training - einfach. So sind es 110 Kilometer hin und zurück.

An Spieltagen ändert sich die Routine, wenn auch nur geringfügig. Die "Würzburger" treffen sich ganz normal, fahren aber nicht nach Hammelburg . Vielmehr startet dort ein weiterer Kleinbus mit den in der Saalestadt verorteten Spielern. Das sind im Wesentlichen Lorenz Karlitzek, Laurentiu Vinatoru sowie die Baden- und Greinwald-Familien. Je nachdem, ob es in den Nordosten der Republik - nach Delitzsch, Leipzig oder Dresden - oder den Süden - Freiburg oder Karlsruhe - geht, trifft man sich bei Oerlenbach (A71) oder Weibersbrunn (A3). Dort wird dann auf Corona getestet und die Reise gemeinsam fortgesetzt.

Einen Sonderfall stellt laut Moritz Zeitler Oscar Benner dar. Der Original- Hammelburger studiert zwar unter der Woche in Würzburg, begleitet seine Mannschaftskameraden meist auf den wegen zu und von den Trainings. Oft bleibt er aber am Freitagabend in der Heimat, schließt sich am Wochenende zu den Auswärtsspielen der "Hammelburger Reisegruppe" an. Und überhaupt: Flexibilität ist gefragt bei den Fahrten. Manch Mitglieder der Würzburger Fahrverbindung nimmt dann doch das eigene Auto , wenn ihm etwas dazwischenkommt. Falls er eines besitzt.

Von der derzeitigen Coronalage profitieren die meisten aus der Fahrgemeinschaft, aber nicht alle. Ja, die Studenten sitzen derzeit kaum in Präsenzveranstaltungen, können sich eine Vorlesung auch mal nach dem Training oder am nächsten Tag online anschauen, berichtet Zeitler. Aber so groß ist der Vorteil nicht; allzu viele Unitermine fanden auch vor Corona nicht abends statt.

Aber für Nils Rehmeier ziehen nach den Worten seines Mannschaftskameraden derzeit öfters Probleme herauf. Der Mittelblocker studiert Chemie. Und Laborzeiten sind oft erst abends - bis 21 Uhr - verfügbar.

Natürlich: Die häufigen und langen Fahrzeiten zu Trainings und vor allem zu den Spielen nerven die Würzburger Busfahrer mit der Zeit. Vor allem, wenn sie nach einem Auswärtsspiel noch eine halbe bis Dreiviertelstunde dranhängen müssen, um in die Domstadt zu kommen. Aber diejenigen mit Ziel Hammelburg haben es oft auch nicht besser, meint Moritz Rauber. Alles in allem aber überwiegen die Vorteile der Fahrgemeinschaft.

Teil der TV/DJK-Philosophie

Übrigens: Der TV/DJK setzt im Werben um neue Akteure durchaus mit der "Strahlkraft von Würzburg als coole Studentenstadt", bestätigt Pressesprecher Oliver Wendt auf Nachfrage. Sie sei Teil des Pakets, um "junge ambitionierte Spieler zu locken, die es nicht oder noch nicht in die 1. Liga geschafft haben".

Dazu gehört aber auch die Unterstützung bei der Wohnungs- und Ausbildungssuche, aber auch die gute medizinische Versorgung rund um das Team. Für den Niederbayern Moritz Zeitler war die relative Nähe zu Würzburg nicht ausschlaggebend, zu den Hammelburg Volleys zu stoßen, sagt er. Aber immerhin: Es war ein Aspekt.

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