Bad Brückenau

Maxi Jäger und sein großes Ziel Paralympics

Das öffentliche Interesse an der Karriere des Bad Brückenauer Paracycling-Sportlers steigt. So wurde er in zwei großen Städten als Sportler des Jahres geehrt. Nun muss der 20-Jährige für die Paralympics noch eine hohe Hürde nehmen.
Maximilian Jäger bei der Pararadsport-WM 2019 in den Niederlanden, wo er doppelter Vize-Weltmeister wurde. Foto: Thomas Jäger
Maximilian Jäger bei der Pararadsport-WM 2019 in den Niederlanden, wo er doppelter Vize-Weltmeister wurde. Foto: Thomas Jäger

Maximilian Jäger aus Bad Brückenau hat ein klares Ziel vor Augen: die Paralympischen Spiele. Und zwar nicht erst die 2024 in Paris, sondern die heuer in Tokio. Die Chancen stehen gut für den 20-jährigen Radsportler , der auch auf anderer Ebene Erfolge feiert.

Am 9. Januar, überraschte der Bayerische Rundfunk seine Hörer der "Blauen Couch" mit zwei besonderen Gästen. Maxi Jäger und sein Vater Thomas berichteten eine Stunde lang über das bisherige Leben des Brückenauers, der vor der Geburt im Mutterleib einen Schlaganfall erlitten hatte und seitdem linksseitig gelähmt ist. Aber auch der beispiellose sportliche Aufstieg wurde beleuchtet, den Jäger seit seinem Wechsel vom Ski- zum Radsport und ins brandenburgische Cottbus erfahren hatte. Und der ihm zu zwei Vizeweltmeister-Titeln bei der Pararadsport-WM 2019 in den Niederlanden ermöglichte.

Klassifizierung entscheidend

Jäger junior sprach bei Moderatorin Gabi Fischer von einem "besonderen Jahr 2020". Und weiter: "Wenn ich in der Klassifizierung bleibe, in der ich bin, fahre ich zu Olympia." Gemeint war damit die aktuelle Einordnung der körperlichen Einschränkungen im sogenannten Paracycling, die der Weltradsportverband Union Cycliste Internationale (UCI) 2010 eingeführt hatte. 14 Unterteilungen existieren, wobei die nach Disziplinen unterschieden werden.

Maxi Jäger startet auf einem Dreirad und ist der Kategorie T1 zugeordnet - der mit der höchsten Beeinträchtigung. Dort feierte der 20-Jährige vergangenes Jahr seine beiden WM-Erfolge. Und in dieser Leistungsklasse will er auch bei der vom 4. bis 7. Juni im belgischen Ostende stattfindenden Weltmeisterschaften antreten. "Ich muss bei der WM aufs Treppchen fahren, um bei den Paralympischen Spielen dabeisein zu dürfen", nennt er die letzte große Hürde, sich seinen Traum zu erfüllen.

Sollte Jäger aber - aus welchem Grund auch immer - von den UCI-Experten in eine andere Kategorie eingestuft werden, müsste er sein großes Ziel aufgeben. Dann würden Zeit und Chancen für Wettkampferfolge in der neuen Klasse fehlen, um sich für Tokio zu qualifizieren.

Maxi Jägers Erfolge haben auch zu einem größeren öffentlichen Interesse geführt. Nicht nur, dass er auf die "Blaue Couch" eingeladen wurde. Anfang Dezember ehrte die Stadt Fulda ihre besten Sportler des Jahres 2019 aus 25 Vereinen. Kurios: Jäger gehört zwar dem RSC 07 Fulda an; seine WM-Erfolge errang er aber für den Brandenburgischer Präventions- und Rehabilitationssportverein (BPRSV) aus Cottbus.

Ehrungen in Fulda und Cottbus

Seine (passive) Mitgliedschaft in Fulda rührt aus der Zeit her, als der 20-Jährige von Ski- auf Radsport umstieg. Dass ihn sein Weg im Herbst 2018 nach Cottbus führen würde, stand zu der Zeit noch nicht fest.

Doch auch in seiner aktuellen Wahlheimat wurde Jäger am 24. Januar geehrt. Anders als in den Jahren zuvor gab es in der Cottbuser Stadthalle keinen expliziten Sportler des Jahres, sondern eine Auszeichnung ohne Rangfolge. So gehörte der Bad Brückenauer als einziger anwesender Medaillengewinner der WM und Geehrter auf der Galabühne gemeinsam mit den Rad-Assen Anton Höhne (RSC Cottbus), Roger Kluge und Pierre Senska (BPRSV) zu den Cottbuser Sportlern 2019.

Diese Erfolge verleihen dem 20-Jährigen das "großartige Gefühl, in nur einem Jahr das geschafft zu haben, was andere in drei Jahren nicht schaff." Das verstärkte öffentliche Interesse hält Maxi Jäger aber auch aus einem anderen Grund für wichtig: "So gewinne ich vielleicht den ein oder anderen Sponsoren dazu." Einen Ausrüster für Bekleidung hat er schon. Die Zeichen stehen gut, dass ein weiterer aus der Region dazukommt.

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