Bad Kissingen

Mit kreativen Ideen auf die Pandemie reagieren

Die Denksportler lassen sich von Corona nicht unterbuttern und planen die Zukunft mit der gebotenen Vorsicht.
Der Markt für Online-Schach wächst in Zeiten von Pandemie und Lockdowns. Millionen Schachpartien werden täglich im Internet ausgetragen (wie hier auf unserem Symbolbild).  Foto: OMT       -  Der Markt für Online-Schach wächst in Zeiten von Pandemie und Lockdowns. Millionen Schachpartien werden täglich im Internet ausgetragen (wie hier auf unserem Symbolbild).  Foto: OMT
| Der Markt für Online-Schach wächst in Zeiten von Pandemie und Lockdowns. Millionen Schachpartien werden täglich im Internet ausgetragen (wie hier auf unserem Symbolbild). Foto: OMT

Gerne würden die Schachspieler ihre Figuren verschieben, aktuell sind es aber nur Termine. Und das auch nur unter Vorbehalt. Der gewohnte Wettkampfbetrieb wird aufgrund der Pandemie frühestens im Herbst beginnen können mit Start der Saison 21/22. Aber es gibt Perspektiven, wenn denn irgendwann wieder Zug um Zug gemacht werden darf. Bei der sogenannten Corona-Liga beispielsweise, die am 15. November hätte starten sollen, jetzt frühestens am 17. Januar beginnt und im späten April enden soll.

Die Corona-Liga ist eine Art verkürzter Ersatz-Spielbetrieb, der sich an den Ergebnissen der vergangenen Runde orientiert, die im Frühjahr nach sieben Runden abgebrochen worden war - mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. "Das ist ein Mannschafts-Wettbewerb quer durch alle Ligen, in dem auch mal ein Kreisligist auf einen Bezirksligisten trifft, allerdings nicht im KO-System. Das Ergebnis bestimmt quasi den nächsten Gegner", sagt mit Harald Bittner der Bezirksvorsitzende aus Poppenroth. Statt Titel, bekommen die besten Teams einer jeden Spielklasse einen Preis. Etwa jede zweite Mannschaft macht unterfrankenweit mit, darunter auch die Schachclubs aus Maßbach und Münnerstadt, die sich für diese spezielle Verbandsrunde zusammengetan haben und gemeinsam zwei Mannschaften ins Rennen schicken wollen.

Gespielt wird "Over the Board", also im direkten Gegenüber und nicht in Form eines Online-Spielbetriebs, der sich ja aktuell aufdrängen würde durch den rein virtuellen Kontakt der Spieler. Deutschlandweit gibt es zwar eine Online-Liga, an der aber kaum unterfränkische Vereine teilnehmen. Und das liegt nicht allein daran, dass im Internet oft nur mit kurzen Bedenkzeiten gespielt wird - was insbesondere die Puristen des Denksports ablehnen, weil die Qualität des Schachspiels darunter ebenso leide wie der Lerneffekt.

Ein Kritikpunkt des virtuellen Spiels ist die Möglichkeit des Betrügens durch die Zuhilfenahme von Computeranalysen. Die Zahl der gesperrten Amateure geht in die Zehntausende. Nachträglich disqualifiziert wurde übrigens auch der Sieger der unterfränkischen Blitzmeisterschaft, die im September in Form eines Online-Turniers stattgefunden hatte. Der Gewinner, ein eher mittelmäßiger Spieler unter den 36 Teilnehmern, hatte keinen einzigen Fehler gemacht, was praktisch unmöglich ist. Selbst ein Großmeister, der teilgenommen hatte, blieb nicht fehlerlos. "Die Indizien haben daher die Disqualifikation gerechtfertigt", sagt Bittner.

Noch etwas länger auf eine Rückkehr an die Bretter warten müssen die Frauen vom Kissinger Verein KissChess, die als ungeschlagener Zweitliga-Meister in die Bundesliga aufgestiegen sind. Weil im Oberhaus aber die Saison unterbrochen wurde, geht es für die Kurstadt-Frauen erst im Herbst 2021 weiter mit Beginn der Spielzeit 21/22.

Termine Neben der Coronaliga dürfen sich die Schachfreunde auf weitere Wettbewerbe freuen - wenn es denn die Situation zulässt. So soll vom 2. bis 5. Januar 2021 in der Kürnachtal-halle in Lengfeld die unterfränkische Einzelmeisterschaft stattfinden, die im Frühjahr 2020 abgesagt werden musste. Geplant sind parallel zwei Jugendmeisterschaften der U12 und U14. Ebenfalls in der Kürnachtalhalle soll das Dreikönigs-Schnellschach-Turnier über die Bühne gehen. An Ostern ist der Bad Kissinger Schach-Verein KissChess der Ausrichter der unterfränkischen Meisterschaften 2021.

Bundesliga Die unterbrochene Saison in der Frauen-Bundesliga soll im Mai zu Ende gespielt werden. Aktueller Tabellenführer ist der amtierende deutsche Meister SC Bad Königshofen, der noch zwei (schwere) Spiele zu bestreiten hat.

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