Hammelburg

Die Hammelburg Volleys suchen einen Erben

Philipp Fischer und Klaus Baden hören auf, aber die neuen Teammanager haben starke Argumente auf ihrer Seite, um dem Nachfolger die Trainer-Aufgabe schmackhaft zu machen.
Die Hand bleibt am Volleyball, aber nicht mehr als Coach der Hammelburg Volleys: Philipp Fischer. Fotos: Jens Feistel       -  Die Hand bleibt am Volleyball, aber nicht mehr als Coach der Hammelburg Volleys: Philipp Fischer. Fotos: Jens Feistel
| Die Hand bleibt am Volleyball, aber nicht mehr als Coach der Hammelburg Volleys: Philipp Fischer. Fotos: Jens Feistel

Philipp Fischer verlässt die Hammelburg Volleys. Obwohl doch alles perfekt schien für den 31-Jährigen, der die Mannschaft auf einen bockstarken dritten Platz in der 2. Bundesliga gecoacht hatte. "All meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich war es gewohnt, mich um viel mehr Sachen selbst kümmern zu müssen. In Hammelburg hatte ich den Luxus, mich rein auf das Traineramt konzentrieren zu können. Solch professionelle Strukturen kannte ich bis dato nicht", sagt Fischer, der zum Jahreswechsel Cornel Closca als Cheftrainer abgelöst hatte.

Wie bei seinem Vorgänger war es eine Entscheidung pro Familie . "Das hatte ideal gepasst, weil meine Frau in Elternzeit war und ich keinen Verein hatte durch die Corona bedingte Zwangspause für den TSV Eibelstadt . Aber im September wird meine Frau wieder arbeiten, womit das Zeit-Management deutlich komplizierter wird. Und wenn ich etwas mache, will ich es zu hundert Prozent machen", sagt der zweifache Familienvater.

Eine Rückkehr zum Drittligisten TSV Eibelstadt mit ehemaligen Hammelburgern wie Friedrich Fell, Lukas Spachmann, Felix Bendikowski oder Stefan Böhm wäre naheliegend. "Ich will selbst gerne noch etwas spielen, ob als Spieler oder Spielertrainer", so der Therapeut in einer orthopädischen Praxis, der den Saalestädtern aber verbunden bleiben will. "Das war eine sehr coole Zeit. Die Jungs haben alles super angenommen, haben aber auch offene und ehrliche Kritik geäußert, was mir wichtig ist."

Nachvollziehbare Gründe

Weil mit Klaus Baden zudem der Co-Trainer sein Engagement beenden wird, bedeuten die Trainersuche und die Kaderplanung eine Mammutaufgabe für Frank Jansen und Olly Wendt, die ab sofort die sportliche Leitung der Hammelburg Volleys übernehmen. "Natürlich wären wir mit Fips super gerne in die kommende Saison gegangen, da er neben einer phänomenalen Rückrunde vor allem als Typ und Trainer überzeugt und unser Konzept, junge Spieler zu integrieren, perfekt umgesetzt hat", sagt Wendt. "Gleiches gilt natürlich für Klaus Baden, der durch seine empathische und besonnene Art sowie seinem Fachwissen der perfekte Co-Trainer war, auch wenn wir seine Beweggründe voll und ganz nachvollziehen können." Baden, dessen drei Söhne David, Lukas und Jonathan im Bundesligakader standen, hatte zwei Jahre hinweg das Co-Traineramt ausgeführt, am Ende wurde die Belastung aus Traineramt, Familie und Beruf zu viel.

Fischer selbst unterstützt die neuen Teammanager übrigens mit seinem eigenen Netzwerk: "Fips hat uns auch schon ein paar Namen genannt, die wir nun kontaktieren werden", so Jansen, der sich sicher ist, eine gute Nachfolgelösung zu finden, "auch wenn es wahrscheinlich vieler Telefonate und Gespräche bedarf". In punkto Kaderplanung hatten Olly Wendt und Frank Jansen bereits im Dezember wichtige Weichen gestellt und Perspektivgespräche mit allen Spielern geführt. "Da haben wir schon ein erstes Gefühl bekommen, wie es um den Kader für die kommende Saison bestellt ist. Deshalb hat uns auch die Entscheidung von Lorenz nicht überrascht, zumal wir mit unseren Spielern im permanenten Dialog sind", sagt Jansen.

Neben dem bereits kommunizierten Karlitzek-Abgang zum Erstligisten Giesen, wird auch Lukas Baden mit Beginn eines Medizinstudiums nicht mehr als Libero zur Verfügung stehen. "Lukas hat sich in kürzester Zeit zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt, weshalb wir seine Entscheidung natürlich bedauern, aber vollends nachvollziehen können", sagt Wendt. Eine Nachfolgelösung ist bereits gefunden: "Wir werden mit Lukas Greinwald als Libero in die kommende Saison gehen, der als junger Akteur bisher einen fantastischen Job gemacht hat und dem wir die Aufgabe zu hundert Prozent zutrauen", sagt Wendt.

Weil große Teile des Teams samt Schlüsselspieler an Bord bleiben, braucht es für die Hammelburg Volleys nur punktuelle Verstärkungen. "Wir werden erneut eine schlagkräftige Truppe ins Rennen schicken", ist sich Wendt sicher. Der neue Trainer darf sich auf eine hochmotivierte Mannschaft und ein intaktes Umfeld freuen .

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