Bad Neustadt an der Saale

Ein neues Gesicht für den HSC Bad Neustadt

Die bisherige Saison war für den Drittligisten zum Vergessen. Warum starke Leistungen das beste Argument für eine Vertragsverlängerung sind und Dieter Schulz die Geschäftsführung übernommen hat.
Eduard Mardian (links) ist nicht mehr Geschäftsführer der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG. Dieter Schulz (rechts) wurde mit der Handlungsvollmacht betraut, bis ein Nachfolger gefunden ist. In der Mitte HSC-Coach Frank Ihl. Foto: Anand Anders       -  Eduard Mardian (links) ist nicht mehr Geschäftsführer der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG. Dieter Schulz (rechts) wurde mit der Handlungsvollmacht betraut, bis ein Nachfolger gefunden ist. In der Mitte HSC-Coach Frank Ihl. Foto: Anand Anders
| Eduard Mardian (links) ist nicht mehr Geschäftsführer der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG. Dieter Schulz (rechts) wurde mit der Handlungsvollmacht betraut, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Das Jahr 2021 ist für den Handball-Drittligisten HSC Bad Neustadt abgehakt. Und es war eines zum Vergessen angesichts der unbefriedigenden sportlichen Situation als Vorletzter der Staffel E. Die Chancen, die vor Saisonbeginn angepeilte Aufstiegsrunde zu erreichen, sind gleich Null. "Der bisherige Saisonverlauf war nicht nur für mich hart, aber letztlich ist es so", sagt HSC-Trainer Frank Ihl vor dem ersten Spiel des neuen Jahres am Samstag, 15. Januar, um 19.30 Uhr daheim gegen die DJK Sportfreunde Budenheim, wo man im Hinspiel klar verlor.

Die Analyse von Ihl richtet sich daher weniger auf die ungünstigen Voraussetzungen ("wir hatten aus Verletzungsgründen nie den ohnehin schon kleinen Kader komplett am Start") als vielmehr auf Vermeidbares, "wo es für jeden Trainer anzusetzen gilt". Auffällig bei den bisherigen Begegnungen war, dass die Rotmilane meist bis zum Ende der ersten Halbzeit mithalten, aber spätestens in den letzten zwanzig Minuten nicht mehr Paroli bieten konnten. "Wir müssen daher die Athletik jedes Einzelnen verbessern", meinte der oft genervte Trainer nach dem letzten Match, "deswegen hatten wir die Hände bis Weihnachten nicht in den Schoß gelegt".

In zufriedenstellender Verfassung

Beim ersten gemeinsamen Training am 3. Januar "war die körperliche Verfassung der Spieler mehr als zufriedenstellend". Teilnehmen konnten allerdings nicht alle. Filip Susnjara und Toni Ilic musten sich nach ihrem Heimaturlaub in Quarantäne begeben, sollen aber jetzt wieder ins Training einsteigen.

Hoffnungsvoll stimmt Ihl bezüglich der anstehenden Aufgaben, "dass Noah Streckhardt wieder dabei sein könnte". Der Spielmacher bestritt in dieser Runde noch kein einziges Match. "Er ist momentan körperlich zwar noch nicht bei hundert Prozent, aber in einer Verfassung, dass er dem Team weiterhelfen kann". Das Fehlen von Streckhardt war eine der Ursachen für die Niederlagenserie - eine andere, dass aufgrund des Ausfalles von Benjamin Herth in den ersten Partien die Spielmacher-Position vakant war. Felix Wolf oder Vilim Leskovec bemühten sich um Kompensation. Leskovec stand dann verletzungsbedingt in den letzten Wochen nicht zur Verfügung, ist aber gesundheitlich wieder auf der Höhe.

Fragezeichen hinter Sebastian Kirchner

"Ungut für ihn und uns ist, dass er wegen Schichtdienst nur eingeschränkt trainieren kann", so Ihl, der momentan nur ein Sorgenkind hat: Sebastian Kirchner, der gebürtige Bad Neustädter, der nach Unterbrechung seiner Karriere im Herbst wieder das HSC-Trikot überzog. "Ich wollte dem Verein in seiner schwierigen Situation helfen", erklärte er damals sein Comeback. Kirchner ist schon seit Wochen durch eine Krankheit außer Gefecht gesetzt. "Verschiedenste Ärzte haben bisher keine genaue Diagnose erstellen können", so Frank Ihl und der Mannschaftsbetreuer Dieter Schulz unisono. Dieter Schulz hat seit Anfang des Jahres zusätzlich die Geschäftsführung der HSC GmbH & Co KG übernommen. Der bisherige Geschäftsführer Eduard Mardian, der dieses Amt zwei Jahre bekleidete, hat seine Tätigkeit zum 31. Dezember 2021 beendet.

"Die Gesellschafter haben mich mit der weiteren Geschäftsführung beauftragt", teilte Dieter Schulz mit, "wobei ich Wert darauf lege, dass ich nicht Geschäftsführer bin und es auch nicht mehr werde. Ich habe nur Handlungsvollmacht und hoffe ansonsten, dass rasch ein geeigneter Geschäftsführer gefunden wird." Auf die Zusammenarbeit mit Dieter Schulz freut sich jedenfalls der Coach, "weil er ein Handball-Fachmann ist und wichtige Entscheidungen anstehen".

Mit Herzblut sein Bestes geben

Diese Entscheidungen betreffen nach ihren gemeinsamen Erklärungen die personelle Ausrichtung der Mannschaft nach Ende der Saison. Der Kader wird wohl unabhängig von der Ligazugehörigkeit in der Saison 2022/23 ein neues Gesicht bekommen. Um diesem anzugehören, empfehlen beide allen Akteuren, durch starke Leistungen eine Art Bewerbung für eine Vertragsverlängerung abzugeben. "Wer in den nächsten Monaten mit Herzblut für den Verein sein Bestes gibt, kann bei uns gerne weitermachen, sollte sich aber auch im Klaren sein, dass er, sollte er Abwanderungsgedanken hegen, sich für andere Klubs nur durch Leistung interessant machen kann", meint Ihl. "Wir müssen uns jedenfalls sofort an die Arbeit machen", verkündet Dieter Schulz. "Es gilt, den Spielermarkt zu sondieren, um rechtzeitig den zukünftigen Kader zusammenzustellen".

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