Schwärzelbach

FC Schwärzelbach: Die Karten werden neu gemischt

Der Verein war lange eine Fußball-Hochburg. Längst setzen die Alemannen andere Schwerpunkte.

Der Fußball gehört zu Schwärzelbach wie der Kreuzberg zur Rhön. Ihr erstes Spielfeld hatten die FCler bereits im Jahr 1931 auf einer Wiese in Richtung Neuwirtshaus. Mittendrin eine Lerche, die der Verpächter nicht fällen lassen wollte. 1933 wurde das erste Alemannen-Team für den offiziellen Spielbetrieb gemeldet. Mittendrin Franz Krickel, der im Rahmen seiner Ausbildung in Nürnberg sogar beim "Club" gekickt hatte. Noch berühmter war August Schneider, ein leibhaftiger Weltmeister im Ringen, dessen Konterfei im Sportheim neben den vielen Fußball-Legenden des Orts hängt und eines der Gründungsmitglieder war. Stolz ist man beim FC auch auf Bogensportler Frank Martin, der im Versehrtensport 1997, 1999 und 2003 Deutsche Meisterschaften an den Grundbach holte. Oder auf Schiedsrichter Marco Wiesner, der bis hoch in die Bezirksoberliga pfiff.

Im Jahr 2001 musste der Verein seine Eigenständigkeit in Sachen Fußball aufgeben. Im letzten Spiel einer reinen FC-Mannschaft gelang ein 9:3-Sieg gegen den SV Obererthal mit Treffern von Heiko Vogler (3), Jürgen Müller (2), Oliver Scholz (2), Frank Vogler und Ralf Manger. Es folgte die Fusion mit der DJK Reith, die eigentlich nie offiziell aufgelöst wurde. Zu den wenigen noch aktiven Fußballern im Ort gehören Lorenz und Florian Heim, die für den FC Thulba auflaufen. Gekickt wird nur noch an den FC-Sportfesten mit auswärtigen Teams.

Drei Vereine im Sportheim

Dennoch bleibt das 1972 eingeweihte Schwärzelbacher Sportheim samt integrierter Turnhalle ein elementarer Bestandteil fürs Vereinsleben im Ort, weil gleich drei Vereine die großzügigen Räumlichkeiten nutzen: der Faschingsverein , die Neuwirtshauser Schützen und natürlich der FC selbst mit seinen sehr aktiven Fitness- und Gymnastikgruppen . Sinnvolle Freizeitgestaltung garantiert auch die Wander-Abteilung um Roland Eusemann. An der Spitze des Vereins mit seinen 231 Mitgliedern steht seit 2017 Michael Eusemann, der im Vorstand unterstützt wird von seinen Stellvertreterinnen Christina Dollinger und Katrin Kohlhepp sowie Schriftführerin Petra Heim und Kassier Alexander Heim.

Leise Hoffnungen hegt der 39-Jährige, der zu Jugendzeiten selbst dem Leder hinterher jagte und mit seinen jungen Kollegen leidenschaftlich die Erste Mannschaft unterstützte, dass in diesem Jahr noch was geht in Sachen Festivitäten. "Das Sportfest ist bereits abgesagt. Vielleicht wird's was mit der Kirchweih im September, die von mehreren Vereinen organisiert wird", sagt der 39-Jährige, der über Papa Roland ins Vereinsleben eintauchte, sich erst als Beisitzer, dann als Schriftführer seine Funktionärs-Meriten verdiente, um schließlich Edgar Lutz zu beerben, der 20 Jahre der Alemannen-Boss war.

Der 69-Jährige war selbst aktiver Fußballer . Und erinnert sich noch gut an die Zeit, als der FC Schwärzelbach seinen ersten und auch einzigen Titel feierte, in der Saison 1968/69 mit dem Aufstieg aus der C- in die B-Klasse. "Ansonsten gelangen Aufstiege immer über die Relegation wie 1992 unter Spielertrainer Armin Wahler. Unser größter Erfolg war aber sicher der Aufstieg in die damalige A-Klasse in der Saison 1994/95 unter Spielertrainer Gottfried Gerlach", sagt Edgar Lutz. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft hatten die Alemannen zwar mit 1:3 gegen den TSV Münnerstadt verloren, sich dann aber gegen den SV Niederlauer (2:0) und TSV Reiterswiesen (2:1) durchgesetzt.

Eine starke Mannschaft hatten die Alemannen auch nach dem 2. Weltkrieg, als sich auf dem neuen Sportgelände, das einmal eine "Bullenwiese" war, viele Vertriebene das FC-Trikot überzogen. "Als die wieder weg waren, mussten wir im Jahr 1955 unsere Mannschaft für mehrere Jahre aufgrund von Spielermangel abmelden", so Lutz, der zudem an das Jahr 1981 erinnert, "als wir der erste Sieger im Großgemeinde-Pokal waren".

Mut und Kreativität

Für gesellige Höhepunkte sorgten in den Anfängen insbesondere die Theatergruppe und Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre der Ortspokal, als das Altdorf, das Neudorf, die Ellenbergstraße sowie ein Team aus Neuwirtshaus um Glanz und Glorie kickten. Im Jahr 2019 wurde im Sportheim erstmals ein Wizard-Turnier ausgetragen mit fast 100 Teilnehmern. "Die Idee dazu hatte unser Beisitzer Frank Vogler, der dieses Kartenspiel bereits kannte. Wir bekamen auf diese Veranstaltung ein enorm gutes Feedback", sagt Michael Eusemann. An Mut und Kreativität hat es im Reich der Alemannen noch nie gefehlt.

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