Bad Königshofen im Grabfeld

Kilian Ort und Basti Steger brillieren im Derby

Nach dem Erfolg im Hinspiel gewinnen die Bad Königshöfer erstmals auch bei den Osthessen.
Kilian Ort (Archivbild) legte mit seinem 3:0-Sieg gegen Quadri Aruna den Grundstein zum ersten Auswärtssieg des TSV Bad Königshofen in Fulda. Foto: Rudi Dümpert       -  Kilian Ort (Archivbild) legte mit seinem 3:0-Sieg gegen Quadri Aruna den Grundstein zum ersten Auswärtssieg des TSV Bad Königshofen in Fulda. Foto: Rudi Dümpert
| Kilian Ort (Archivbild) legte mit seinem 3:0-Sieg gegen Quadri Aruna den Grundstein zum ersten Auswärtssieg des TSV Bad Königshofen in Fulda. Foto: Rudi Dümpert

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - TSV Bad Königshofen 1:3.

Es ist vollbracht. Zum ersten Mal überhaupt hat der TSV Bad Königshofen ein Derby bei den Osthessen gewonnen. Schon das Hinspiel war an die Grabfeld-Kombo gegangen (3:0), was seinerzeit ebenfalls eine Premiere war. Mal wieder hießen die Matchwinner Bastian Steger und Kilian Ort , die ihr Team damit in der Spitzengruppe der Bundesliga halten. Für den TTC RhönSprudel bleibt es in dieser Saison beim Selters.

Auch mal Widerstände überwinden muss ein Meister seines Fachs. Was Kilian Ort im Auftaktsatz des ersten Spiels vortrefflich gelang. Mit 5:2 hatte der 24-Jährige geführt, dann gegen Quadri Aruna mit 5:7 zurückgelegen, um über ein 8:8 und 9:9 bei eigenem Aufschlag doch noch den ersten Satz auf seine Seite zu ziehen. Allerhand Selbstvertrauen konnte der Grabfelder, der seine letzten beiden Ligapartien verloren hatte, daraus ziehen, während sich sein Gegenüber, vor der Saison ins Hessische gewechselt, den ein oder anderen Fehlschlag leistete. Schnell und überraschend hoch (10:3) führte der TSVler, der dann aber eine Beruhigungs-Auszeit in Anspruch nahm nach dem vierten vergebenen Satzball. Mit Erfolg , der fünfte sollte sitzen.

Aber dieser Aruna ist ja nicht irgendwer. Der 32-jährige frühere Afrikameister machte anschließend ein 0:3 wieder wett. Was folgte, war spektakulärer Tischtennissport mit Vorteilen für den Fuldaer (7:5). Aber auch ein Kilian Ort besitzt Comeback-Qualitäten, gepaart mit mentaler Stärke. Wieder saß der erste Satzball, der diesmal der Matchball war nach nicht einmal 20 Minuten. Der Sieg aus dem Hinspiel war damit bestätigt, und doch keine Selbstverständlichkeit gegen den Weltranglisten-22. aus Nigeria, der bei Olympia 2016 in Rio im Achtelfinale Timo Boll aus dessen Medaillenträumen gerissen hatte.

In der Form der vergangenen Wochen war Bastian Steger der Favorit in seinem Duell mit dem gerade mal 20-jährigen Fan Bo Meng, der aber den überzeugenderen Beginn in die Partie hatte (11:6), den 39-Jährigen in diesem Generationen-Duell damit schon etwas unter Druck setzte. Am Riemen reißen musste sich also der Basti, der mit der 6:5-Führung zu mehr Sicherheit fand und sich den hauchdünnen Satzausgleich (13:11) damit verdiente, um danach dem in Würzburg geborenen Sohn des Fuldaer Trainers Qing Yu Meng nicht den Hauch einer Chance zu lassen (11:1). Der junge Weltranglisten-318. blieb mutig gegen den um fast 200 Plätze besser postierten Steger (7:5), dessen Qualitäten sich doch noch durchsetzen sollten, nicht zuletzt aufgrund einer geringeren Fehlerquote (11:8).

Kaum zu glauben, dass auch der nächste Satz an die Gäste ging. Dabei war Abdel-Kader Salifou nach zuletzt schwächeren Leistungen alles andere als favorisiert gegen Ruwen Filus, immerhin Weltranglisten-42. Exakt 160 Plätze dahinter rangiert der Franzose, der davon unbeeindruckt Satz eins deutlich an sich zog (11:6), um den zweiten und dritten allerdings noch deutlicher zu verlieren (3:11, 3:11) gegen einen sehr variabel spielenden Filus, der auch den ersten Ball des vierten Satzes versenkte nach einem schier unglaublichen Ballwechsel, den doch der TSVler dominierte. Der Bad Königshöfer blieb zwar dran im Duell der Mit-30er, aber dieser Gegner war an diesem Abend nicht zu knacken für Salifou (7:11).

Einen Leckerbissen versprach das Match der an Eins gesetzten Spieler. Der stark aufschlagende Quadri Aruna schnappte sich den ersten Satz (11:7), aber Bastian Steger, im Vergleich zu Aruna ein Leichtgewicht, ging das brutale Tempo mit, erzwang beim 8:10 den Gleichstand, um nach weiteren abgewehrten Satzbällen doch die Siegerfaust zu recken. Die Geschichte sollte sich wiederholen: Mit vier Punkten in Folge wurde aus einem 7:9-Rückstand der Satzgewinn. Eine zu schwere Hypothek für Aruna, der mit 4:11 den Satz und samt Kollegen damit auch das Spiel verlor, während die Unterfranken nach den Niederlagen gegen Düsseldorf und Bremen die Basis schufen, um vielleicht doch noch in den Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen zu können.

"Wir haben alle nahe an unserem Optimum gespielt. Ich bin sehr froh über diesen Sieg", freute sich Steger. Auch Kilian Ort resümierte zufrieden: "Wir wussten, dass es ein hartes Stück Arbeit wird. Die Partien beim 3:0 im Hinspiel waren alle sehr eng gewesen und wir hatten immer noch einen Negativrekord gegen Fulda. Nach dieser chaotischen Anreise haben wir das noch ganz gut gemacht."

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