Hammelburg

Lorenz Karlitzek sticht am Doppelspieltag nur einmal

Gegen Friedrichshafen überzeugt der Hammelburger Rückkehrer vor allem durch tolle Aufschläge und Nervenstärke. Die Freiburger schaffen es hingegen mehrfach, ihn und Oscar Benner aus dem Spiel zu nehmen.
Lorenz Karlitzek (rechts) trumpfte gegen die Young Volleys aus Friedrichshafen groß auf.  Foto: Jens Feistel       -  Lorenz Karlitzek (rechts) trumpfte gegen die Young Volleys aus Friedrichshafen groß auf.  Foto: Jens Feistel
| Lorenz Karlitzek (rechts) trumpfte gegen die Young Volleys aus Friedrichshafen groß auf. Foto: Jens Feistel

Hammelburg Volleys - Young Volleys Friedrichshafen 3:0 (25:16, 25:22, 25:18).

3:0 nach Sätzen - das Erwartete ist eingetreten. Die Hammelburg Volleys haben den Tabellenletzten klar besiegt und ihn dominiert. Meistens. Denn es gab eine Phase im ersten Geisterspiel des Vereins, in der die Partie zu kippen drohte.

Mitte des 2. Satzes beim Stand von 17:19: Aus den Gesichtern der Hammelburger spricht Frust. Sie kommen einfach nicht an den Young Volleys vorbei. Die Friedrichshafener haben nach klar verlorenem 1. Satz mit einem 3:0-Start in den zweiten Abschnitt aufhorchen lassen. Und den Vorsprung mehr oder weniger bis in die Mitte des Satzes gehalten.

Ja, die Hammelburger glichen jeweils zum 9:9, 12:12 und 16:16 aus. Doch die Gäste schafften - auch weil sie kämpften und die Gastgeber viele Fehler machten - immer wieder die Führung.

Doch jetzt steht Karlitzek bei der Angabe. Lorenz Karlitzek. Der Hammelburger Rückkehrer hatte mit seinen Atom-Aufschlägen schon zu Spielbeginn die Grundlage für den souveränen Satzgewinn geliefert.

Auf ihn ist auch diesmal Verlass. Entweder, der Ball prallt vom Friedrichshafener Annahmespieler an die bekannt niedrige Hallendecke. Oder der Ärmste kann Karlitzeks Aufschläge nur so parieren, dass seine Teamkameraden drauf kaum ein sauberes Spiel aufbauen können.

Satz schnell gedreht

Schnell verwandelt sich der Hammelburger Rückstand in eine 22:19-Führung. Erst dann können die Young Volleys wieder einen Punkt für sich gewinnen. Um im entscheidenden Satz-Endspurt Pech zu haben: An einem viel zu lang geratenen Schmetterball eines Hammelburgers soll ein Friedrichshafener dran gewesen sein: 23:20.

Zwar kämpfen sich die Gäste nochmal auf 23:22 heran. Doch ein gut gestellter zweifacher Block der TV/DJKler beendet den 2. Satz zu ihren Gunsten.

Die Frage bleibt, ob die Zitterpartie hätte sein müssen. Trainer Cornel Closca hatte angesichts des Doppelspieltags Akteure neben Karlitzek und Oscar Benner auf die Platte gestellt, die sonst seltener aufschlagen dürfen: Hannes Krochmann, Janick Sill und der aus Friedrichshafen gekommene Severin Hauke. Luca Dierks muss wegen Mittelfußbruchs passen.

Beim Stand von 3:4 im 2. Satz nimmt er auch noch Benner raus, bringt Davis Baden. Ein Experiment, das beinahe schief gegangen wäre, hätte Karlitzek nicht so aufgetrumpft. Hinterher sagt Closca, dass er absichtlich nicht wieder stärkere Spieler eingewechselt habe. "Vom Kopf her war das die beste Lösung." Die Spieler müssten sich überwinden und merken, dass sie auch allein einen Satz gewinnen könnten. Und das beim nächsten Mal wieder tun.

Closca lobt auch Severin Hauke. "Er hat wenige Fehler gemacht und gegen seinen ehemaligen Verein clever gespielt."

Hauke hat zum Beispiel im gar nicht mehr 3. Satz eine sehr schöne Aktion, als er einen Ball schön zum 21:14 am gegnerischen Block vorbeilegt.

Gleich zu Beginn hatten die Hammelburger auch wieder dank Karlitzeks Aufschlägen ein 7:0 herausgearbeitet. Ein Vorsprung, den sie stetig ausbauten und ins Ziel brachten.

Etwas Verwirrung gibt es kurz vor Schluss: Das Spiel scheint beim Stand von 25:16 beendet. Die Akteure wollen vom Feld. Doch irgendwo zwischen dem 20. und 22. Punkt war den Hammelburgern ein Zähler zu viel zugesprochen worden. Der Schiedsrichter am Netz korrigiert das. So dürfen die Friedrichshafener noch zwei Punkte machen, ehe sie mit einer verschlagenen Angabe selbst den Schlusspunkt setzen.

Ihr Trainer Adrian Pfleghar bemerkt, dass Ausnahmespieler Karlitzek seine jungen Spieler "noch mal mehr beeindruckt" habe. "Wir haben es im 2. Satz geschafft, ein bisschen mehr die Hammelburger Schwächen offen zu legen, in Führung zu gehen und die lange zu verteidigen. Am Schluss konnten wir sie leider nicht ganz halten." Da seien die Karlitzek-Aufschläge wieder entscheidend gewesen. Nach dem Rückstand im 3. Satz habe der Glaube gefehlt.

Severin Hauke kennt von den jetzigen Gegnern nur noch drei Spieler, mit denen er zusammen trainiert und gespielt habe. Von einem wisse er, wie er aufschlägt. Er wisse, wie man sich auf der anderen Seite fühlt. "Sie sind jung, wollen zeigen, was sie können, sind aber manchmal zu wild." Darauf seien die Hammelburger nicht eingegangen, hätten ihr Ding gemacht. Für Hauke war es gegen Friedrichshafen "mit eines der spannendsten und schönsten Spiele." Es sei nicht sein bestes, aber auch kein schlechtes Match gewesen. Er sei zufrieden . So wie Karlitzek, der MVP wird.

Hammelburg Volleys - FT 1848 Freiburg 2:3 (28:26, 25:20, 23:25, 17:25, 15:17).

Am Ende kommt es wie immer: Freiburg gewinnt im Tie-Break. Es hätte aber auch leicht anders ausgehen können.

Gegen die FT kommt die vermeintliche A-Formation mit den Neuen Laurentiu Vinatoru, Moritz Zeitler und Moritz Rauber - schwer in die Gänge. Flugs liegen die Hammelburger, bei denen nur Benner, Sill und Aaron Dettner vom Vortag übrig sind, 0:4 zurück. Sie kämpfen sich aber heran, wobei besonders Oscar Benner gut durch seine Mitspieler zum Schmettern freigespielt wird. Beim 7:7 durch einen leichten Freiburger Annahmefehler ist der Ausgleich perfekt.

Es entwickelte sich ein offenes Spiel, bei dem jede Mannschaft mal vorn liegt. Beim 21:19 scheinen die Hammelburger den entscheidenden Vorsprung zu haben. Doch die FT punkten in Serie - und führt bald 21:23. Trainer Closca bringt den Trumpf, der schon gegen Friedrichshafen gestochen hat: Lorenz Karlitzek. Der wirkt. Seine Angaben bringen eine 24:23-Führung. Dieser kleine Vorteil gerät zwar immer wieder in Gefahr . Doch als ein Freiburger Schmetterball im Aus landet, ist der umkämpfte Satz gewonnen.

Die Geschichte des 2. Satzes bedarf nicht vieler Worte. Die Hammelburg Volleys führen schnell 8:2. Wobei ihr Spiel oft sehr variabel ausschaut. Besonders Nils Rehmeier trumpft über die Mitte öfters auf. Da fällt es nicht ins Gewicht, dass Karlitzek seine Angaben diesmal kaum durchbringt. Auffällig, dass beide Teams diese in dieser Phase mit viel Risiko spielen - oft über die Auslinie hinaus. Nur kurz gerät die Führung noch in Gefahr (22:19). Als Karlitzek den Ball Freiburgs Feld blockt, ist der erste Matchpunkt da.

Doch es sollen drei her. Von jetzt an ist es ein anderes Spiel. Da die FT ihre letzte Chance nutzen will, gerät der 3. Satz sehr umkämpft. Davon zeugen viele lange Ballwechsel. Keine Mannschaft kann sich entscheidend absetzen. Zwar führt Hammelburg zwischenzeitlich mit 13:10; doch die Freiburger machen das wett: 15:17. Ärgerlich die Fehler beim Aufschlag vor allem bei Benner - auch wenn der den Volleys durch sein Schmetter-Aktionen so manchen Punkt rettet (23:23). Ärgerlich, dass nach erneuter FT-Führung Karlitzeks Schmetterball ohne Gegnerberührung ins Aus geht. Dieser Satzverlust hätte nicht sein müssen.

Auch der 4. Satz ist umkämpft; doch das psychologische Momentum liegt auf Seiten der Freiburger. Sie scheinen den Erfolg erschreien und ergrölen zu wollen. Es gelingt, weil sich die Gäste vor allem auf Benner eingestellt haben, seine Angriffe oft wegblocken. Auch Karlitzek macht mehr Fehler als zuvor.

Trainer Closca versucht einiges, bringt Krochmann für Vinatoru und Hauke für Benner, später noch Lukas Baden. Es nutzt nur bedingt. Spätestens ab dem 13:20 surfen befreite Freiburger locker die Erfolgswelle. Der Satz geht klar an sie.

Keine Aufschlagserie mehr

Also Tie-Break, wie immer gegen die FT. Doch jetzt raffen sich die Hammelburger auf, wollen die unheilvolle Serie durchbrechen. Anfangs, bis zum 11:7, klappt das gut. Jetzt dreht Moritz Rauber am Netz auf. Doch eine Aufschlagserie gelingt den Gastgebern nicht mehr. Und die umkämpften Punkte holen sich zu oft die Gäste. Der Vorsprung schmilzt.

Trotzdem: Beim 14:12 hat der TV/DJK Matchball. Und Karlitzek schlägt auf. Doch diesmal landet seine Angabe im Netz. Und in der anschließenden Aktion Krochmanns Block im Aus: 14:14. Da die Freiburger wieder obenauf sind, ziehen sie das Ding. Als Raubers geschlagener Ball knapp im Aus landet, brechen die FTler in Jubel aus.

Ihr Trainer Jakob Schönhagen erkennt an, dass sein Team im 1. und 2. Satz chancenlos war. Dann sei es gelungen, Oscar Benner und teilweise Karlitzek aus dem Spiel zu nehmen. Für ihn wie seinen Kollegen Closca waren die Aufschläge entscheidend. Letzterer ist mit vier Punkten aus dem Heimspiel-Wochenende aber ganz zufrieden . MVP wird der Freiburger Mateusz Lysikowski.

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