Lissabon

Bayerns sechstes Finale: Ein Tag, um Geschichte zu schreiben

Finale 2001       -  2001 wurde Bayern-Torwart Oliver Kahn im Finale gegen den FC Valencia zum Helden von Mailand.
Foto: Anja Niedringhaus/epa/dpa | 2001 wurde Bayern-Torwart Oliver Kahn im Finale gegen den FC Valencia zum Helden von Mailand.

Drama? Krimi? Tränen der Freude oder der großen Enttäuschung? Der FC Bayern München bestreitet heute im Estádio da Luz von Lissabon gegen Paris Saint-Germain sein sechstes Champions-League-Finale.

Zwei Triumphe, drei Niederlagen stehen in der Bilanz - die Fußball-Abende boten meist großes Kino. Ein Rückblick der Deutschen Presse-Agentur in fünf Akten.

26. Mai 1999 in Barcelona: FC Bayern - Manchester United 1:2

Im ersten Königsklassen-Endspiel erleben die Bayern einen Albtraum. Mario Basler trifft früh per Freistoß. Das 2:0 will trotz großer Münchner Überlegenheit nicht fallen. Auf der Videowand im Stadion prangt schon das Ende der regulären Spielzeit, 90:00 Minuten, als binnen 102 Sekunden das Unfassbare geschieht. Teddy Sheringham gleicht aus. Und nach einer Kopfballverlängerung von Sheringham springt dem Norweger Ole Gunnar Solskjaer der Ball vor die Füße. Der heutige United-Trainer überwindet Oliver Kahn im Tor - 1:2.

23. Mai 2001 in Mailand: FC Bayern - FC Valencia 1:1, 5:4 i.E.

Oliver Kahn wird zum Helden von Mailand. Im Elfmeterschießen hat er schon zwei Schüsse gehalten, als Abwehrspieler Thomas Linke vom Punkt nervenstark zum 5:4 verwandelt. Jetzt heißt es: Titan Kahn gegen Mauricio Pellegrino. Und Kahn pariert ein drittes Mal. Schon die Tore zum 0:1 durch Mendieta und das 1:1 von Effenberg fallen per Elfmeter. Mit zwei Jahren Verzögerung kann das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld jubeln. „Wir waren damals getrieben von der unangenehmen Niederlage 1999”, erinnert der heutige Bayern-Vorstand aktuell in Lissabon.

22. Mai 2010 in Madrid: FC Bayern - Inter Mailand 0:2

Bereits 2010 hätten die Bayern mit Trainer Louis van Gaal beinahe erstmals das Triple gewonnen. Meister und DFB-Pokalsieger ist das Team um den damals 20-jährigen Thomas Müller schon. Das Inter-Team von Trainer José Mourinho hat in Diego Milito einen Torjäger, der den Unterschied macht. Er entscheidet das Finale mit seinen Toren in der 35. und 70. Spielminute. Trotzdem ist die damalige Niederlage der Start des FC Bayern in ein bemerkenswertes Königsklassen-Jahrzehnt.

19. Mai 2012: FC Bayern - FC Chelsea 1:1, 3:4 i.E.

Das Drama dahoam: Im eigenen Stadion wollen sich Schweinsteiger, Lahm, Neuer, Ribéry und Co. zum besten Teams Europas krönen. Als Thomas Müller in der 83. Minute das 1:0 köpft, scheint alles klar. Bayern dominiert klar - dann köpft Didier Drogba kurz vor Schluss nach der einzigen Chelsea-Ecke das 1:1. Arjen Robben vergibt in der Verlängerung vom Elfmeterpunkt die Chance aufs 2:1. Im Elfmeterkrimi trifft sogar Torwart Manuel Neuer zum 3:1. Aber dann erlebt Bastian Schweinsteiger sein persönliches Finaldrama: Sein Schuss prallt an den rechten Torpfosten, Schweini schlägt die Hände vors Gesicht. Drogba tritt gegen Neuer an und verwandelt zum 5:4 für Chelsea.

25. Mai 2013: Borussia Dortmund - FC Bayern 1:2

Ein Jahr später können Schweinsteiger, Lahm und Co. in Wembley im deutschen Finale gegen Borussia Dortmund (Trainer Jürgen Klopp) jubeln. Jupp Heynckes wird ein Jahr nach drei zweiten Plätzen zum ersten Triple-Coach. Mario Mand?ukic erzielt nach einer Stunde Bayerns 1:0, Ilkay Gündogan gleicht schnell per Elfmeter aus. Kurz vor Schluss dann Robbens größter Karrieremoment: Langer Pass von Jérôme Boateng auf Franck Ribéry, der leitet den Ball mit der Hacke in den Lauf von Robben, der ihn an BVB-Keeper Roman Weidenfeller vorbei ins Tor spitzelt. Auch die Generation Lahm sei „beseelt und getrieben” davon gewesen, das 2012-Drama „in Ordnung zu bringen”, sagt Kahn vor dem sechsten Bayern-Finale.

© dpa-infocom, dpa:200823-99-271602/3

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