Mainz

„Bittere Pille”: Sieglose Mainzer zwischen Hoffen und Bangen

Redebedarf       -  Redebedarf: Mainz-Coach Jan-Moritz Lichte (graue Jacke) im Streitgespräch mit 05-Fans.
Foto: Torsten Silz/dpa | Redebedarf: Mainz-Coach Jan-Moritz Lichte (graue Jacke) im Streitgespräch mit 05-Fans.

Ein Pfeifkonzert blieb dem FSV Mainz 05 trotz der vierten Niederlage erspart. Nach dem 0:1 (0:1) im Fußball-Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen gab es aber auch bei insgesamt nur 250 zugelassenen Zuschauern Ärger mit Fans.

Der neue Trainer Jan-Moritz Lichte lieferte sich mit einigen von ihnen ein Wortgefecht, um den Vorwürfen von mangelndem Engagement und fehlendem Offensivvermögen zu begegnen. „Darüber wollte ich mit ein, zwei Fans genauer sprechen. Mir war danach, das mal zu klären”, sagte er. Beleidigungen und Beschimpfungen habe es nicht gegeben - auch wenn es anders aussah.

Mainz ist nun auch zum emotionalen Risikogebiet geworden, die Nerven liegen blank. Auch die Spieler konnten nach dem sehr engagierten Auftritt ihre Niedergeschlagenheit und ihre Gefühle zwischen Hoffen und Bangen nicht verbergen. „Ich bin sehr traurig, weil wir als Mannschaft alles gegeben haben”, bekannte Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius. „Wir haben wieder keinen Punkt. Das ist eine bittere Pille.”

Die Aussichten, dass sich das im Heimspiel in einer Woche gegen Borussia Mönchengladbach ändert, sind nicht gerade rosig. Die Zuversicht auf eine Wende ist trotz der Niederlage durch ein Tor von Lucas Alario (30. Minute) größer geworden. „Wir haben nicht viel zugelassen. Es regt mich deshalb übel auf, dass wir ein so unnötiges Tor nach Eckball kassiert haben. Das ist extrem ärgerlich”, befand Stürmer-Talent Jonathan Burkhardt.

Für Teamkollege Luca Kilian ist die vor allem starke Defensivleistung die Blaupause für die nächste Partie. „Den Willen, den Mut und die Energie wollen wir auch gegen Gladbach zeigen”, kündigte der Innenverteidiger nach seinem guten Startelf-Debüt für Mainz an. Allerdings müssten die Rheinhessen nach 2:12-Toren in der Offensive erheblich zulegen.

„Uns war klar, dass es kein Spiel mit zehn hundertprozentigen Chancen wird”, sagte Lichte. Immerhin habe es „gute Ausgangssituationen” im Angriff gegeben. Fakt ist: Weder beim 1. FC Union Berlin (0:4) noch gegen Bayer schossen die 05er auf das gegnerische Tor. „Ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen. Wir machen aber weiter”, betonte Coach Lichte, der nach dem Spielerstreik und der Trennung von Achim Beierlorzer zum zweiten Mal auf der Bank saß. Für das Gladbach-Spiel will er einen Plan entwickeln, um mit „diesem Enthusiasmus und Engagement es so zu steuern, dass wir nächste Woche etwas holen”.

Beeindruckt war Sport-Vorstand Rouven Schröder, wie die Mannschaft unter der Regie von Lichte den Willen gezeigt habe, „zu gewinnen, jedem Ball nachzujagen und sich zu zerreißen”. Es sei ein erster Schritt gewesen, um den Kopf oben zu halten. „Wir sehnen uns alle nach besseren Zeiten”, sagte Schröder. „Mit dieser Leidenschaft können wir auch wieder punkten.”

Sein Angestellter Boetius teilt die Prognose nicht nur, sondern ist sogar überzeugt, den fast jährlichen Abstiegskampf mit Lichte erneut zu vermeiden. „Wenn wir so mit dem Trainer weiterarbeiten, werden wir einen großen Abstand zum Tabellenende schaffen können”, sagte der 26-jährige Niederländer.

© dpa-infocom, dpa:201018-99-987022/2

Weitere Artikel
Themen & Autoren
1. FSV Mainz 05
Bayer Leverkusen
Beleidigung
Borussia Mönchengladbach
Jean Paul
Lucas Alario
Niedergeschlagenheit
Niederlagen und Schlappen
Risikogebiete
Union Berlin
Ärger
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)