Dortmund

BVB vor „Big-Point-Spiel” - Hype um Moukoko

Abschlusstraining       -  Marco Reus (l-r), Youssoufa Moukoko und Felix Passlack beim Abschlusstraining von Borussia Dortmund.
Foto: Guido Kirchner/dpa | Marco Reus (l-r), Youssoufa Moukoko und Felix Passlack beim Abschlusstraining von Borussia Dortmund.

Für den BVB ist es ein wichtiger Schritt Richtung Achtelfinale, für Youssoufa Moukoko die nächste Chance auf ein historisches Debüt. Vor dem Champions-League-Duell des Revierclubs mit dem FC Brügge am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) steht das Ausnahmetalent erneut im Mittelpunkt.

Schließlich könnte der noch am Samstag zuvor in Berlin als jüngster Bundesliga-Profi gefeierte Angreifer auch in der Königsklasse zum Nesthäkchen werden. „Vor sechs Jahren habe ich noch mit einfachen Turnschuhen trainiert, und jetzt habe ich mit meinen eigenen Fußballschuhen mein Profi-Debüt gefeiert. Ich kann es immer noch nicht realisieren”, schwärmte Moukoko.

Nominiert Trainer Lucien Favre seinen Jungstar für den Kader, wäre das Fußball-Märchen vom Aufstieg des vor gut sechs Jahren aus Kamerun nach Deutschland gewechselten Moukoko möglicherweise am Dienstagabend um ein Kapitel reicher. Damit könnte er nur vier Tage nach seinem 16. Geburtstag den bisherigen Rekordhalter in der Champions League ablösen: Céléstine Babayaro hatte am 23. November 1994 für Anderlecht im Alter von 16 Jahren und 87 Tagen in der Königsklasse debütiert. Allerdings wollte sich Favre am Montag noch nicht festlegen: „Wir werden sehen, wir sind vorne sehr, sehr viele”, sagte der BVB-Trainer mit Bezug auf das große Angebot an Offensivspielern.

Ohnehin würde Moukoko wohl nur zu einem Kurzeinsatz kommen. Schließlich gilt Erling Haaland, der beim 5:2 in Berlin mit einem Viererpack brillierte und auch schon beim 3:0 in Brügge zweimal traf, im Sturmzentrum als erste Wahl. Vereinsboss Hans-Joachim Watzke hofft auf weitere Tore des Norwegers und eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. „Wir müssen dranbleiben und dürfen uns nicht selber auf die Schulter klopfen”, warnte er im „Kicker” (Montagausgabe) vor zu großer Sorglosigkeit und verwies auf die Heimspiele gegen Brügge, Köln und Lazio Rom binnen neun Tagen. „Diese drei Heimspiele müssen wir gewinnen, dann sind wir auf Kurs.”

Nach dem Fehlstart von Rom (1:3) hat sich die Borussia dank der Erfolge über St. Petersburg (2:0) und in Brügge eine gute Ausgangslage verschafft und führt die Tabelle der Gruppe F an. Ein weiterer Sieg am Dienstag würde bei dann fünf Punkten Abstand zum Tabellendritten Brügge für ein beruhigendes Polster sorgen. „Das ist wirklich ein Big-Point-Spiel. Mit einem Sieg erhöhen wir die Chancen auf das Achtelfinale dramatisch”, kommentierte Sportdirektor Michael Zorc.

Als Selbstläufer sieht Favre die Partie jedoch nicht. Denn so groß wie das deutliche Ergebnis des Hinspiels vor drei Wochen vermuten lässt, war der Leistungsunterschied nach seiner Einschätzung nicht: „Wir haben 3:0 gewonnen, müssen aber das ganze Spiel analysieren. Sie hatten auch große Möglichkeiten. Das ist eine sehr gute Mannschaft.” Angesichts der anstehenden Terminhatz kündigte der Coach Umstellungen an: „Wir werden weiter rotieren, das ist nötig. Zehn Spiele in 30 Tagen zu machen, ist schwierig.”

Damit kann sich der in Berlin geschonte Jadon Sancho Hoffnungen auf eine Rückkehr in das Team machen. Ebenfalls eine Option für den Kader könnte Thomas Delaney sein, der am Sonntag wegen muskulärer Probleme pausiert hatte, am Montagabend aber wieder am Abschlusstraining teilnahm.

Ohne Konsequenzen für die Partie bleibt der positive Coronatest bei Neuzugang Reinier. Der 18-jährige Brasilianer hatte in der vergangenen Woche für sein Heimatland unter anderem in Kairo gegen Ägypten und gegen Südkorea U-21-Länderspiele bestritten und deshalb nicht im BVB-Kader für das Spiel in Berlin gestanden. Laut Vereinsangaben von Montag ist Reinier aktuell symptomfrei und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Alle weiteren Testergebnisse von Spielern und Stab seien einen Tag vor dem Champions-League-Duell negativ gewesen.

© dpa-infocom, dpa:201123-99-432359/6

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