Melbourne

Trotz Corona-Wirbels: Australian Open sollen starten

Angelique Kerber       -  War zwei Wochen in strikter Hotel-Quarantäne in Australien: Angelique Kerber.
Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa | War zwei Wochen in strikter Hotel-Quarantäne in Australien: Angelique Kerber.

Massentests, Warterei und viele Fragezeichen - doch trotz des positiven Coronafalls bei einem Hotelmitarbeiter und der daraus resultierenden Kurz-Quarantäne für mehr als 500 Spielerinnen und Spieler sowie Betreuer sollen die Australian Open in Melbourne wie vorgesehen beginnen.

„Alle Pläne, die wir für die Australian Open und die Vorbereitungsturniere in den kommenden drei Tagen haben, bleiben genauso bestehen wie der geplante Start der Australian Open am Montag”, sagte Turnierdirektor Craig Tiley. Der umtriebige Macher des ersten Grand-Slam-Turniers der Tennis-Saison ließ keinen Zweifel daran, dass das Millionen-Event am Yarra River unter allen Umständen stattfinden soll.

Schon für diesen Freitag haben die Organisatoren wieder jede Menge Tennis angesetzt, nachdem am Donnerstag alle Spiele im Melbourne Park abgesagt worden waren. Stattdessen mussten sich nach Angaben von Tiley wieder 507 Mitglieder des weltweiten Tennistrosses in ihre Zimmer begeben und durften diese erst wieder nach einem negativen Corona-Test verlassen. Weitere Nachrichten über positive Tests gab es bislang nicht, auch die Tests bei Angelique Kerber sowie dem deutschen Team um Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff fielen negativ aus. Doppel-Spezialist Kevin Krawietz war nicht betroffen, weil er in einem anderen Hotel wohnt.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass ein Mitarbeiter des Grand Hyatt Hotels, in dem ein Großteil der Profis und ihrer Begleiter die 14-tägige Quarantäne nach der Ankunft in Australien verbracht hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Premier des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, hatte daraufhin umgehend umfassende Maßnahmen angeordnet und die Corona-Beschränkungen für die Menschen in der Millionen-Metropole wieder leicht angezogen.

Allerdings handele es sich dabei um reine Vorsichtsmaßnahmen, sagte Andrews. „Wir wissen alle, dass es in diesen Zeiten keine Garantien gibt. Aber Stand jetzt sollten die Australian Open davon nicht beeinflusst werden”, sagte Andrews, der die Austragung des Grand-Slam-Events gegen den Willen vieler Einwohner Melbournes genehmigt und mit gefördert hatte. Nach dem neuen Corona-Fall forderten in den sozialen Medien zwar viele eine Absage, doch dazu dürfte es - vorausgesetzt, es gibt nicht doch mehrere Ansteckungen - nicht kommen.

„Ich glaube, das wird gelöst werden”, sagte Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker in einem Mediengespräch des TV-Senders Eurosport, für den er in den kommenden zwei Wochen von Deutschland aus wieder als Experte über das Turnier in Melbourne berichten wird. „Es ist eine außergewöhnliche Situation in einer außergewöhnlichen Zeit. Aber ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass es am Montag nicht losgeht.”

Bevor es soweit ist, müssen aber zunächst noch fünf Turniere und der ATP Cup zu Ende gebracht werden. In der deutschen Nacht zum Freitag soll unter anderem das zweite Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Serbien stattfinden. Durch die Komplett-Absage am Donnerstag gerät der Zeitplan gehörig ins Wanken, die Endspiele werden jetzt wohl erst am Sonntag ausgetragen. Bei den Damen-Turnieren wurde bereits für einen möglichen dritten Satz in den Partien der Match Tiebreak eingeführt, um Zeit zu gewinnen. Auch die Auslosung für die Australian Open wurde um einen Tag, auf Freitag, verschoben.

Von den Tennisprofis gab es anders als zu Beginn der 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft in Australien dieses Mal kaum Kritik an den neuen Maßnahmen. Fast alle wissen die Bemühungen von Tiley und seiner Crew zu schätzen, das Turnier stattfinden zu lassen. „Es sind eigentlich unüberbrückbare Hürden, trotzdem hat Tennis Australia einen Weg gefunden”, lobte Becker die Veranstalter.

Wegen der vielen Unwägbarkeiten erwartet Becker beim ersten Highlight des Tennisjahrs aber einige Überraschungen. „Das ist das Gegenteil von einer optimalen Vorbereitung. Ich sehe viele Überraschungen in den ersten Wochen”, sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Favorit bei den Herren bleibt für ihn Novak Djokovic.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-297451/6

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