München

Schneller Darts-Neustart verwundert Verband

Gabriel Clemens       -  Einer Deutschlands bester Darts-Spieler: Gabriel Clemens.
Foto: Friso Gentsch/dpa | Einer Deutschlands bester Darts-Spieler: Gabriel Clemens.

Quasi zeitgleich mit der Fußball-Bundesliga hat auch die deutsche Darts-Szene wieder die Arbeit aufgenommen.

Und wie bei den Profifußballern sieht die neue Normalität in der Corona-Krise auch an der Darts-Scheibe etwas anders aus: Masken im Trainingsraum, verzögerte Abläufe und eine Ampel, um die nötigen Sicherheitsabstände von 1,5 Metern für Spieler und Schiedsrichter zu gewährleisten. Das erste von vier Wochenenden in München haben die Sportler um Gabriel Clemens nun hinter sich, nur der Beste wird sich am Ende ein Ticket für die Darts-WM im Dezember in London sichern.

„Ich sehe da eigentlich kein Problem. Wir haben - anders als im Boxen - keinen Kontaktsport. Es ist ein Konzept dahinter. Es ist alles abgenommen worden. Es wird alles eingehalten, von daher passt das”, sagte der Saarländer Clemens der Deutschen Presse-Agentur. Am ersten Wettkampf-Wochenende hatte er sportlich dominiert und war seiner dritten WM-Teilnahme in Serie somit ein großes Stück nähergekommen.

Mitte März hatte die Pandemie auch die Profi-Tour des Weltverbandes PDC spät, aber jäh ausgebremst. Es folgten Online-Turniere, bei denen die Stars im eigenen Wohnzimmer ihre Scheibe filmten. Die Bilder waren oft verwackelt, die Zuschauer konnten die entscheidenden Doppel-Felder kaum erkennen. Dass das deutsche WM-Quali-Turnier nun zumindest einen nationalen Auftakt bedeutet, begrüßt Clemens. „Die Home Tour ist nicht so toll zum Spielen, die Kamera-Auflösung ist teilweise katastrophal. Das ist besser als nichts, aber Superleague ist schon nochmal eine Klasse besser”, sagte Clemens über den Wettbewerb, der beim TV-Sender Sport1 live übertragen wird.

Doch nicht überall ist die Begeisterung für den Blitz-Neustart der PDC Europe so groß. Michael Sandner, der mit der Superleague als Präsident des Deutschen Dart Verbandes nichts zu tun hat, sagte: „Die Fallhöhe für den deutschen Dartsport ist hoch, sollten sich von dort Infektionen ausbreiten.” Dass Darts als Hallensport nun mit Wettkämpfen so viel früher wieder losgelegt hat als andere mit ihrem Training, rufe Unverständnis bei anderen Sportarten und Sportlern hervor, meinte Sandner.

Auch die Profis sind sich nicht gänzlich einig. So sagten die ehemaligen WM-Starter Martin Schindler und Robert Marijanovic ihre Teilnahme aus persönlichen Gründen ab. Der 40 Jahre alte Marijanovic begründete seine Entscheidung mit „einigen Menschen”, die in diesen Corona-Zeiten zur Risikogruppe gehören. „Meiner Meinung nach kann man im Moment noch nicht von Entwarnung sprechen. Jeder trägt in diesen Zeiten Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber und sollte seine Entscheidungen auch in Anbetracht dessen fällen”, schrieb Marijanovic auf Twitter.

Wie es mit der Profitour der PDC weitergeht, ist noch offen. Derzeit spielen die Profis noch auf der Home Tour, für Mai und Juni wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. In Hamburg sollte Mitte Juni eigentlich die Team-WM steigen, die nun zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden soll.

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