Heidelberg

Schwimmer kämpfen um Tokio-Tickets: „Fingerzeig für Olympia”

Florian Wellbrock       -  Hat sich bereits für die Spiele in Tokio qulifiziert: Florian Wellbrock.
Foto: Bernd Thissen/dpa | Hat sich bereits für die Spiele in Tokio qulifiziert: Florian Wellbrock.

Nach der langen Corona-Zwangspause wird es für Deutschlands Schwimmer ernst. Vom Osterwochenende bis zum 18. April kämpfen sie um die Olympia-Tickets.

Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock und sieben weitere Athleten haben die Qualifikation bereits gemeistert, knapp weitere zwei Dutzend Sportler sollen ebenfalls ins Tokio-Team des Deutschen Schwimm-Verbandes. „In der Qualifikation erwarten wir uns einen Fingerzeig in Richtung Olympia, aber auch für die Europameisterschaften im Mai”, sagte Bundestrainer Hannes Vitense und freute sich auf den „Showdown”.

Teamcoach Vitense berichtete davon, dass die Beckenschwimmer nach einer langen Corona-Zwangspause endlich loslegen wollen. „Die Motivation ist auch nach der zusätzlichen Zeit durch die Verschiebung um ein Jahr sehr groß bei uns allen”, sagte der 39-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. In Heidelberg an diesem Wochenende, Magdeburg (9. bis 11.), Berlin (16. bis 18.) und Dortmund (17./18.) können bei Rennen ohne Zuschauern die Normzeiten erfüllt werden. International können Aktive in Stockholm oder Eindhoven (8. bis 11.) die Olympia-Normen zu knacken.

Unruhige Zeiten im Verband sollen die Sportler nach Wünschen der Verantwortlichen nicht belasten. Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz trat nach Missbrauchsvorwürfen zurück, um den Posten des Leistungssport-Direktors gab es Wirbel. Erst wurde ein Nachfolger des freigestellten Thomas Kurschilgen vorgestellt. Nach nur einem Tag nahm der Verband wegen eines „frivolen Berichts” aus der Vergangenheit des vorgesehenen neuen Manns einen Kurswechsel vor.

„Das sind schwebende Verfahren, zu denen ich mich daher nicht äußere. Organisatorisch haben wir uns im Leistungssport so aufgestellt, dass wir die Olympia-Vorbereitung ohne Beeinträchtigung durchziehen können”, sagte Vitense. Schwierigkeiten brachte die Corona-Pandemie für alle mit sich, wenigstens blieb das Team weitestgehend von Erkrankungen verschont.

Man habe alles dafür getan, dass sich Sportler und Trainer „auf ihre Arbeit an den Trainingsstandorten fokussieren können und dort die bestmöglichen Bedingungen angeboten”, sagte Vitense. „Der zeitliche Ausfall im Training war dort begrenzt.”

Seit Anfang 2019 steht er zusammen mit Teamchef Bernd Berkhahn an der Spitze des Trainerstabes, der die Athleten auf die Olympischen Spiele in Tokio und die EM in Ungarn vorbereitet. „Ich würde mir wünschen, dass wir viele Projekte und Konzepte auch nach den Olympischen Spielen mehr und mehr ausbauen”, sagte Vitense. „Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass Deutschlands Trainer*innen als großes Team zusammengefunden haben und alle gemeinsam an einem Strang ziehen.”

Entspannter als die Kollegen können Weltmeister Wellbrock, seine Verlobte Sarah Köhler, Marco Koch, Franziska Hentke, Laura Riedemann, Marius Kusch, Philip Heintz und Jacob Heidtmann den Wettkämpfen entgegenblicken, weil sie schon qualifiziert sind. Die Vorfreude auf Olympia sei „natürlich schon da”, sagte Wellbrock und prognostizierte zuletzt bei Radio Bremen Spiele ohne Zuschauer: „Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Das würde das Risiko nur unnötig vergrößern.”

© dpa-infocom, dpa:210331-99-47400/5

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