Potsdam

DFB-Betriebsrat beklagt „desaströses Bild” des Verbands

DFB       -  Das Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an der DFB-Zentrale.
Foto: Boris Roessler/dpa | Das Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an der DFB-Zentrale.

Die „Bild”-Zeitung zitierte auf ihrer Internetseite aus einem Brief im DFB-Intranet. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich mit Verweis, dass dies intern sei, auf Anfrage nicht äußern.

„In der medialen Berichterstattung gibt unser Verband ein desaströses Bild ab”, heißt es der „Bild” zufolge in dem Schreiben des Betriebsrats. Es könne keine Gewinner, sondern nur noch Verlierer geben. „Wir fordern daher die Entscheidungsträger noch einmal eindringlich auf, in den anstehenden Sitzungen unverzüglich richtungsweisende Entscheidungen zu treffen. Bei einem Neuanfang dürfen sowohl strukturelle als auch personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden.”

An diesem Wochenende trifft sich die DFB-Spitze zu einem Krisengipfel mit den Landesverbandschefs in Potsdam. Die Tagung, an der auch die DFB-Spitze um Präsident Fritz Keller und Vize Rainer Koch teilnimmt, soll in dem Kongresshotel am Templiner See bis zum Sonntagmittag andauern.

Erwartet wird auch ein Gespräch zwischen Keller (64) und Koch (62). Der DFB-Präsident war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen schwer unter Druck und in Erklärungsnot geraten. Er hatte Koch Medienberichten zufolge als „Freisler” bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen.

In dem Schreiben des Betriebsrats heißt es dazu, dass zum Ausdruck gebracht werden soll, dass diese Aussagen „vollkommen inakzeptabel und nicht zu tolerieren sind.”

Keller soll sich nach einem vorigen Bericht der „Bild-Zeitung” mit einem emotionalen Schreiben im Intranet an die DFB-Mitarbeiter gewandt haben. Der 64 Jahre alte Boss soll darin seinen Nazi-Vergleich gegenüber Koch eine „dumme, unbedachte und beleidigende Aussage”, die „selbst zu diesem schlechten Bild” des Verbandes beigetragen habe, genannt haben. Der DFB hatte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur die Publikation Kellers bestätigt, ohne detaillierter auf die Inhalte einzugehen.

© dpa-infocom, dpa:210502-99-436005/2

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