Seoul

E-Sport-Star Faker wird 25: „Er ist ein Spieler wie Messi”

Faker       -  Der südkoreanische LoL-Star Lee „Faker” Sang-hyeok wird 25 Jahre alt. (Archivbild).
Foto: Christoph Soeder/dpa | Der südkoreanische LoL-Star Lee „Faker” Sang-hyeok wird 25 Jahre alt. (Archivbild).

Jeder Sport hat seine Stars, wertvollen Spieler oder bekannten Persönlichkeiten - der Rolle des League-of-Legends-Profis Lee „Faker” Sang-hyeok im E-Sport können jedoch nur die wenigsten das Wasser reichen. Am heutigen Freitag feiert der langjährige Midlaner von T1 seinen 25. Geburtstag.

Drei WM-Titel konnte der Südkoreaner bisher gewinnen, mitterweile befindet er sich im achten Jahr seiner Profikarriere. „Er ist die Nummer Eins, und ich denke nicht, dass jemand an ihn herankommt”, sagt Maurits Jan „Chronicler” Meeusen, der für die koreanische LoL-Liga LCK als Kommentator tätig ist, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Über ihn zu reden, ist, als würdest du die Bedeutung von Religion für ein Land beschreiben. Er ist ein Spieler wie Lionel Messi oder Roger Federer.”

Fakers Karriere begann 2013, als der damals erst 16-Jährige ohne professionelle Erfahrung für die Zweitmannschaft von SK Telecom T1 verpflichtet wurde. Zusammen mit seinem Team übertraf Faker alle Erwartungen, fuhr zum Ende der Saison als bestes koreanisches Team zur WM, und wurde dort auf Anhieb Weltmeister.

„An sich war das eine große Überraschung, aber was seinen Ruf als bester Spieler wirklich gefestigt hat, waren die Jahre danach”, sagt Chronicler. „Viele andere Spieler haben ein gutes Jahr, aber dann bauen sie ab und du hörst nie wieder von ihnen.”

Für Faker war es nur das erste Jahr einer erfolgreichen Karriere. Zwar verpasste SKT T1 im Jahr darauf die Qualifikation zur WM, kam im Jahr darauf mit einem um ihn herum aufgebauten Team wieder in Form.

2015 und 2016 ging die Weltmeisterschaft an SKT, und der inoffizielle Titel des besten Spielers der Welt damit endgültig an Faker. „Er war außergewöhnlich in diesen Jahren. Er konnte die ganze Aufmerksamkeit des Gegners auf sich ziehen, und sein Team trotzdem zum Sieg tragen”, sagt Chronicler. „Du musstest dich mit Faker beschäftigen, denn wenn du gegen ihn nicht gut spielst, würdest du verlieren.”

Doch nicht jedes Jahr lief für Faker und T1 nach Plan. 2018 verpasste SKT sogar die Playoffs der Sommersaison, und damit die WM. „Dass er das Team eigenhändig trotzdem so weit oben halten konnte, in der Position, in der sie waren; da merkst du, wie verdammt gut er als Spieler ist”, sagt auch Chronicler.

Ihm zufolge hat die Konkurrenz im Vergleich zwar deutlich aufgeholt, an seinem Ruf ändere das jedoch wenig: „Wenn Profis gefragt werden: Wen willst du im Eins-gegen-Eins besiegen, um dich zu beweisen? Die Antwort wäre immer Faker.”

In seinem Heimatland hat Faker auch außerhalb der LoL-Szene längst Starstatus. In einem Werbespot trat er mit dem Fußballspieler Son Heung-Min auf. Wie lange er überhaupt noch als Profi aktiv bleiben kann, liegt jedoch nicht komplett in seiner Hand: In Südkorea müssen sich auch E-Sportler spätestens zum 30. Lebensjahr für eineinhalb Jahre zum Militärdienst verpflichten. Nur unter besonderen Umständen gibt es Ausnahmen.

Dass sich Faker vielleicht sogar nach diesem Jahr aus der Szene verabschieden könnte, würde Chronicler nicht überraschen: „Er ist der größte Spieler des Spiels, er hat alle Möglichkeiten offenstehen.”

Auch Faker selbst macht sich bereits Gedanken, wie er sich das Leben nach der Karriere vorstellt. „Professionell zu spielen ist nicht mein ganzes Leben, es ist nur ein Teil”, sagte er in einem Interview mit der Journalistin Ashley Kang zufolge einer Übersetzung.

Dass er es an der Spitze aber weiter schaffen kann, sagt Faker in einem Video auf seinem eigenen YouTube-Channel auch selbst: „Niemand weiß, wie die nächste Saison aussieht. Aber ich denke, dass ich wieder der beste Spieler sein kann.”

© dpa-infocom, dpa:210506-99-499308/3

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