Nürnberg

Elf Fußballsprüche des Jahres 2020 stehen fest

Jury-Mitglied       -  Trainerin Imke Wübbenhorst, deren Spruch im Vorjahr als bester des Jahres ausgewählt wurde, gehört nun zur Jury.
Foto: Guido Kirchner/dpa | Trainerin Imke Wübbenhorst, deren Spruch im Vorjahr als bester des Jahres ausgewählt wurde, gehört nun zur Jury.

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur gab die Kandidaten bekannt. Der Spruch des Jahres wird erstmals über ein Online-Voting ermittelt.

Die Vorauswahl von elf aus mehr als 150 Zitaten traf eine Jury um TV-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, Nationalspielerin Alexandra Popp, Buchautor Sa?a Stani?ic und Vorjahressiegerin Imke Wübbenhorst. Diese stehen zwischen dem 20. und 26. September auf www.fussball-kultur.org zur Wahl. Die Gala findet am 30. Oktober statt. Der seit 2006 vergebene Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert.

Wübbenhorst hatte im vergangenen Jahr mit einer scherzhaften Bemerkung die Auszeichnung gewonnen. „Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf”, sagte Wübbenhorst bei ihrem Debüt als Trainerin der Herren des BV Cloppenburg.

Die elf nominierten Sprüche (in alphabetischer Reihenfolge):

„Adi, meld dich, wenn du eine Spielunterbrechung brauchst!” (Fans von Eintracht Frankfurt bieten Trainer Adi Hütter an, die Androhung von Spielunterbrechungen bei beleidigenden Plakaten gegen Dietmar Hopp taktisch einzusetzen)

„Das hat mit Fußball nichts zu tun... Ohne Fans ist es nicht mal die Hälfte wert.” (Schiedsrichter Deniz Aytekin, nachdem er das erste Geisterspiel der Bundesliga gepfiffen hatte)

„Das Leben ist kein FC Bayern. Das Leben ist eher wie der Club. (Thomas Grethlein, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg und promovierter Philosoph)

„Der Einzige, den ich gesiezt hab, war Olli Kahn. Ich war Mitte 20 und hatte Angst.” (Manuel Gräfe über seine erste Zeit als Bundesliga-Schiedsrichter)

„Die Möglichkeit war da, allen zu zeigen, dass so etwas nicht akzeptiert wird. Nicht in Deutschland. Nicht in der Bundesliga. Nicht in unserem Verein.„ (Kevin Prince-Boateng über die seiner Meinung nach laschen Sanktionen nach den rassistischen Äußerungen des damaligen Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies)

„Es sind jetzt andere Menschen die Stars, das ist doch auch mal schön.” (Fußballprofi Nils Petersen über die Corona-Zeit)

„Halt die Fresse!” (Ein Fan während der Störung der Gedenkminute für die Opfer des Anschlags in Halle vor dem Spiel der DFB-Elf gegen Argentinien)

„Ich habe mal zu meiner Schwester gesagt: Wenn du irgendwann mal einen Mann heiratest, nimm einen Schalker. Den kannst du so oft enttäuschen, wie du willst - der bleibt immer an deiner Seite.” (Hassan Talib Haji, Journalist und Schalke-Fan)

„Kein Stadionverbot fürs Geschlecht - Fan sein ist ein Menschenrecht” (Fans von Union Berlin nach dem Tod der Iranerin Sahar Khodayari, die sich aus Protest gegen das Verbot von Frauen als Zuschauerinnen beim Männerfußball selbst in Brand gesetzt hatte)

„Wen müssen wir beleidigen, damit über die EU-Grenzpolitik nachgedacht wird?” (Fans des FC Bayern München sich im Rahmen der Causa Hopp über die Verhältnismäßigkeit bei der Themensetzung öffentlicher Diskussionen)

„Wer es nicht schafft, gegen des HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen.” (Trainer Daniel Thioune zum Protest einiger Vereine gegen die Spielwertung wegen der Vorwürfe gegen HSV-Profi Bakery Jatta)

© dpa-infocom, dpa:200920-99-635043/3

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