Tokio

Ende des Corona-Notstands für Tokio angekündigt

Olympia-Stadt       -  Der Corona-Notstand für Tokio soll aufgehoben werden.
Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa | Der Corona-Notstand für Tokio soll aufgehoben werden.

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga entschied, dass eine Verlängerung des im Januar verhängten Notstands nicht nötig sei, da die Infektionszahlen gesunken seien und die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt nicht mehr so belastet sei.

Einige Experten warnen jedoch davor, dass es Tokio zwar gelungen sei, die Neuinfektionsrate zu senken, der Rückgang sich jedoch abgeflacht habe und wieder ansteigen könnte. In Tokio steht die Kirschblütenzeit an, in der sich Japaner traditionell zum „Hanami”, der Blütenschau, mit viel Essen und Alkohol unter den blühenden Bäumen versammeln.

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. In der kommenden Woche beginnt der Fackellauf für die Spiele. Diese waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. Japan ist deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Dennoch hatte sich Tokios Gouverneurin Yoriko Koike besorgt gezeigt, dass ein Ende des Notstands zu einem neuerlichen Anstieg der Coronafälle führen könnte. Tatsächlich stieg die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt zum ersten Mal seit einem Monat auf über 400. Am 17. März waren es 409 Fälle. Die Opposition kritisierte die Entscheidung der Regierung als verfrüht.

Regierungschef Suga, der wegen seiner Corona-Politik stark in der Kritik steht, will jedoch die schwer gebeutelte Wirtschaft wieder ankurbeln. Er sagte jedoch zugleich im Parlament, dass es „extrem wichtig” sei, dass die Bürger weiter achtsam seien. Er gab die Entscheidung zur Aufhebung des Notstands für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen bekannt, nachdem ein Experten-Gremium vorher zugestimmt hatte.

Ein Lockdown bedeutet der Notstand nicht: Restaurants und Bars sollen ab 19.00 Uhr keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Die Bürger sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20.00 Uhr auszugehen. Firmen sollen Heimarbeit ermöglichen. Zu größeren Veranstaltungen in Kultur und Sport sind höchstens 5000 Zuschauer zugelassen.

Wegen der Corona-Pandemie halten sich die Zweifel an einer Austragung der Sommerspiele. In Japan sprach sich zuletzt in Umfragen eine klare Mehrheit für eine erneute Verlegung oder eine Absage der Spiele aus.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-872540/3

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