REITEN

Gang zum Schwarzen Brett statt zur Siegerehrung

Lokalmatadorin Stefanie Reichert vom RFV Grafenrheinfeld landete bei der Springprüfung Klasse L auf ihrem Pferd Simona 428 am Samstagnachmittag auf dem ersten Platz.
Lokalmatadorin Stefanie Reichert vom RFV Grafenrheinfeld landete bei der Springprüfung Klasse L auf ihrem Pferd Simona 428 am Samstagnachmittag auf dem ersten Platz. Foto: Steffen Krapf

Es war eine Reise ins Ungewisse, dennoch erblickte man am Sonntagnachmittag auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Grafenrheinfeld viele strahlende Gesichter. Die als Pilotprojekt angelegten Maingau Classics sind geglückt und können dem Vernehmen nach als voller Erfolg gewertet werden. Unter strikten Hygiene- und Sicherheitsauflagen wurde, mit nur drei Wochen Vorbereitung, im Eiltempo ein Reitsportturnier aus dem Boden gestampft. Das erste in Unterfranken seit der Corona-Krise. Auf Zuschauer musste dabei verzichtet werden. Dementsprechend ruhig und überschaubar ging es auf der Anlage zu. Normal sind die Maingau Classics vor den Toren Schweinfurts ein großes Happening, bei dem sich Reitsportinteressierte, Reiter, Angehörige und Sponsoren treffen.

504 Starts und 160 Reiter

All das fällt gerade weg. Die Reiter bleiben unter sich – gezwungenermaßen. Bei 504 Starts gingen 160 Reiter an den Start. Die meisten davon aus dem Fränkischen. Die beiden Reiterinnen Franziska Stein und Veronika Müller waren voll des Lobes für die „tolle Organisation“ des RFV Grafenrheinfeld. „Für uns Reiter war das wunderbar, wir sind echt froh, dass wir mal wieder herauskommen“, erzählte die Nürnbergerin Stein. „Wir haben das hauptsächlich gemacht, um den Sport wieder auf Touren zu bringen“, erklärte RFV-Vereinsvorstand Birigt Stürmer.

Für die allermeisten Starter war es das erste Turnier seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Wettkampfstimmung kam bei den Beteiligten aber auch ohne das gewohnte Flair auf. „Wenn die Glocke erklingt, ist man voll da“, sagte Stürmer. Das allgemeine sportliche Niveau hinkte naturgemäß der sonst üblichen Sommerform noch etwas hinterher. „Wenn dieses Jahr gar nichts stattfinden würde, wäre auch zu befürchten, dass viele der Turnierreiterei den Rücken kehren“, befürchtete Stürmer: „Gerade der Amateurbereich ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor für die Reitsportbranche. Das sollte nicht unterschätzt werden“.

Die Hoffnung wächst

Für die beiden jungen Reiterinnen Stein und Müller ist Aufhören aber gar kein Thema. „Nach dem Turnier hier in Grafenrheinfeld wächst die Hoffnung, dass es auch woanders weitergehen kann“, findet Stein, die bei der Springprüfung der Klasse M* am Sonntagnachmittag den ersten Platz belegte: „Wenn es in dieser Form weitergeht, ist das für uns Reiter absolut akzeptabel. Für mich war das hier der Startschuss dafür, das alles wieder in die normalere Richtung geht.“

Die Einschränkungen haben die Aktiven nicht als sonderlich störend empfunden. Die Veranstalter zeigten sich überaus zufrieden mit der Umsetzung durch die Reiter. „So viele Einschränkungen sind das eigentlich auch gar nicht“, erklärte Müller von der RSG Detter-Weißenbach aus der Rhön: „Was fehlt, neben den Zuschauern, ist das eigene Umfeld mit Freunden und Familien, die normal mit auf die Turniere kommen“. Den Daheimgebliebenen blieb aber immerhin ein Livestream, über den jeder Start mitverfolgt werden konnte. Erlaubt waren beim Pilotprojekt in Grafenrheinfeld nur jeweils eine Begleitperson pro Reiter. Die Verweildauer war zudem knapp bemessen. Wer seinen Lauf absolviert hatte, sollte das Gelände zügig verlassen. Von Hektik war trotzdem nichts zu spüren. Die Anwesenden wirkten entspannt und zufrieden. „Alle waren sehr dankbar, dass wir das hier auf die Beine gestellt haben“, so Stürmer.

Dass aber dennoch nicht alles normal ist, zeigte sich am Schwarzen Brett. Dort wo sonst nur die Ergebnislisten angebracht werden, hingen die Siegerschleifen zum Abholen bereit. Eigentlich gibt es diese bei der Siegerehrung mit viel Brimborium. Die große Feier findet derzeit aber nicht statt. Wenigstens darf die fränkische Reiterszene nun wieder im Wettkampf gegeneinander antreten. Einer Fortsetzung steht nach dem gelungenen Pilotprojekt eigentlich nichts im Wege. „Es ist schon schade, dass keine Zuschauer kommen konnten“, fand Stürmer: „Wir hoffen, dass es beim nächsten Mal etwas lockerer ist.“

Ergebnisse: www.fn-erfolgsdaten.de

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