Madrid

„Gelungener Abend”: FCB-Coach Flicks wichtige Erkenntnisse

Atletico Madrid - Bayern München       -  Bayerns Torwart Alexander Nübel köpft den Ball.
Foto: Bernat Armangue/AP/dpa | Bayerns Torwart Alexander Nübel köpft den Ball.

Das Ende der Siegesserie in der Champions League wurmte Hansi Flick kein bisschen.

Der Trainer des FC Bayern bewertete das mit dem späten Elfmetertor von Joker Thomas Müller erkämpfte 1:1 (0:1) bei Atlético Madrid vielmehr als „gelungenen Abend” für den bereits vorher als Gruppensieger feststehenden Titelverteidiger.

Immerhin hatten die Münchner nach zuvor 15 Erfolgen am Stück wieder nicht verloren. Und Flick hatte praktisch alles bekommen, was er sich in der lauen spanischen Nacht vorher erhofft hatte: Er konnte vor dem Topspiel der Fußball-Bundesliga an diesem Samstag gegen RB Leipzig zahlreiche hochbelastete Topkräfte wie Torwart Manuel Neuer oder Torjäger Robert Lewandowski schonen, dafür mehrere Talente auf der internationalen Bühne erproben und so wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft sammeln. „Ich bin so weit sehr zufrieden”, resümierte Flick.

Ihn freute auch, dass es keine weiteren Verletzten gab. Atlético ging zwar durch den über hundert Millionen Euro teuren Jungstar João Félix in Führung. Doch nach dem verdienten Pausenrückstand erkämpften sich die Gäste mit zwei nach einer Stunde eingewechselten Leistungsträgern doch noch einen Punkt. „Wir haben mit Thomas Müller ein bisschen mehr Dynamik in unserem Spiel nach vorne gehabt, auch durch Serge Gnabry”, lobte Flick die Angreifer. Müller und Gnabry entfachten genau den Schwung, der von Leroy Sané und Douglas Costa nicht kam.

Müller holte auch clever den Strafstoß heraus, den er selbst verwandelte. Es war sein erstes Elfmetertor in der Champions League seit 2015. „Es war ein Fight, wir haben uns ins Spiel gebissen”, sagte Eric Maxim Choupo-Moting, der für den pausierenden Robert Lewandowski als Sturmspitze ran durfte - ohne große Wirkung.

Ein großer Fußballabend war es im leeren Atlético-Stadion für mehrere Münchner Talente. Der 17 Jahre alte Bright Arrey-Mbi feierte auf der linken Seite sein Profidebüt. Der gleichaltrige Jamal Musiala stand erstmals in der Königsklasse in der Startelf. Und auch Angelo Stiller (19) durfte später noch erste Champions-League-Minuten sammeln.

„Die jungen Spieler haben ihre Sache gut gemacht”, urteilte Flick. Besonders der im Profikader inzwischen schon etablierte Musiala fiel im Mittelfeld positiv auf. „Jamal hat mir sehr gut gefallen”, sagte auch Flick: „Wir haben einiges gesehen, was uns für die Zukunft froh macht.” Gegen Leipzig werden aber wieder die Topstars gefragt sein.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-538654/3

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