Oberstdorf

Hängende Köpfe bei WM: Frenzel und Springerinnen enttäuscht

Aufholjagd       -  Eric Frenzel und Fabian Rießle holen auf den zehn Kilometern zwar auf, werden am Ende aber nur Vierter und Sechster.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Eric Frenzel und Fabian Rießle holen auf den zehn Kilometern zwar auf, werden am Ende aber nur Vierter und Sechster.

Eric Frenzel ließ demonstrativ den Kopf hängen, Katharina Althaus musste in ihrem Skisprung-Wohnzimmer den anderen beim Feiern zusehen.

Auch nach dem zweiten Tag der Nordischen Heim-WM in Oberstdorf warten die Flugkünstler und Loipen-Asse aus Deutschland weiter auf die erste Medaille. In fünf Entscheidungen schafften es die Sportler des Deutschen Skiverbands nicht auf das Podest. Zum Wochenende wächst der Druck.

Die Kombinierer Eric Frenzel und Fabian Rießle waren im zehn Kilometerrennen am Freitag nah dran, kamen aber am Ende nicht über Rang vier und sechs hinaus. Das Skisprung-Quartett um Lokalmatadorin Althaus belegte im Team-Wettbewerb als Titelverteidiger nur den fünften Platz.

„Die Chance war da”, sagte Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem packenden Rennen seiner Schützlinge. Angesprochen auf eine mögliche Enttäuschung reagierte der 60-Jährige trotzig: „Wir haben keine Wunde. Wir haben eigentlich sehr viel richtig gemacht, aber es muss auch für einen laufen.” Dies sei nicht passiert.

Frenzel, mit sieben Titeln Rekord-Champion bei Weltmeisterschaften, fehlten am Ende nur wenige Sekunden für eine Medaille. „Es war an sich ein guter Tag, wenn man fünf Sekunden hinter Gold ist”, sagte der 32-Jährige. „Das ist das kleine Quäntchen, wonach wir schon lange auf der Suche sind.”. Er sprach sich zugleich Mut zu: „Ich für meinen Teil habe Selbstvertrauen getankt.”

Mit aufreizender Leichtigkeit zum Weltmeister krönte sich stattdessen der Norweger Jarl Magnus Riiber. „Wir mussten sehr viel Führungsarbeit leisten. Diejenigen, die am Stockerl sind, haben sich die ganzen zehn Kilometer versteckt”, analysierte Weinbuch auch mit Bezug auf Riiber mit Groll.

Der 23 Jahre alte Titelverteidiger ließ die Verfolger auf den zehn Kilometern im Allgäu zunächst heranlaufen und stellte dann im anspruchsvollen Finale unter Beweis, warum er derzeit der Chef der Kombinierer ist. Aber auch der Finne Ilkka Herola und Norwegens Jens Luuras Oftebro, die Silber und Bronze holten, waren diesmal zu stark.

Für Mitfavorit Vinzenz Geiger (Rang 14) und Johannes Rydzek (Platz 28) lief es nach durchwachsenen Sprüngen nur mäßig. Beide Oberstdorfer hatten gleich zu Beginn in der Loipe versucht, den Rückstand von über einer Minute wieder aufzuholen. Das klappte zunächst hervorragend, dann brachen beide ein.

Während die Hoffnung bei den Kombinierern auf Edelmetall bei weiteren Rennen realistisch ist, wäre zumindest ein Einzeltitel der Springerinnen bei der Großschanzen-Premiere am Mittwoch eine kleine Sensation. Zu chancenlos sind die Sportlerinnen von Bundestrainer Andreas Bauer derzeit gegen die absolute Weltspitze.

„Es ist natürlich schade, wenn man bei der Heim-WM nicht auf das Podest springt”, sagte Althaus. Im Quartett mit Juliane Seyfarth, Anna Rupprecht und Luisa Görlich war sie am Schattenberg noch die beste Deutsche. Das enttäuschende Ergebnis konnte auch Althaus mit Sprüngen auf 94 und 94,5 Metern aber nicht verhindern. Gold holte diesmal Österreich vor Slowenien und Norwegen. Der Rückstand des deutschen Teams auf die Podestränge war enorm. „Die drei Großen vorne sind in der Breite und in der Qualität sehr gut aufgestellt. Da schwächelt im Moment keiner”, sagte Bauer in der ARD.

Auf der Sprunganlage hoch über dem Dorf geht es am Wochenende nonstop weiter. An diesem Samstag zeigen die Männer im Einzel von der Normalschanze ihr Können (16.30 Uhr/ARD und Eurosport), zudem feiern die Kombiniererinnen ihre WM-Premiere. Im Langlaufstadion stehen die Skiathlon-Rennen auf dem Programm.

© dpa-infocom, dpa:210226-99-611990/2

Teamspringen       -  Luisa Görlich reagiert nach dem Sprung verhalten.
Foto: Daniel Karmann/dpa | Luisa Görlich reagiert nach dem Sprung verhalten.
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