Volleyball, 1. Bundesliga

Im Risiko liegt Eltmanns Chance

Gegen den Titelfavoriten aus Berlin sind die Heitec Volleys am Sonntag nur krasser Außenseiter. Warum aber genau darauf die Eltmanner Hoffnungen basieren.
Braucht gute erste Bälle, um seine Angreifer in Szene setzen zu können: Eltmanns Zuspieler Rafal Prokopczuk wird sich strecken müssen. Foto: Daniel Löb

Heitec Volleys Eltmann -
Berlin Recycling Volleys

Die Ausgangslage für die Sonntagspartie in Bamberg ist klar: Aufsteiger Eltmann empfängt um 17.30 Uhr mit den BR Volleys  die Übermannschaft der Bundesliga. Die Wettquoten auf ein glattes 0:3 dürften da eher niedrig ausfallen. 

2015 schlug der VfB Friedrichshafen dem aktuellen Serienmeister BR Volleys ein Schnippchen und wurde mal wieder Deutscher Meister. Aber eigentlich seit 2012 scheinen die Hauptstädter ein Abonnement auf die Meisterschale gebucht zu haben. Und auch momentan sieht es nicht danach aus, dass ein Zahnrädchen in der Hauptstadt blockieren könnte.  Die „Müllabfuhr“ der Liga läuft wie geschmiert. "Müllabfuhr-orange" ist die Farbe der Berliner Trikots, denn Hauptsponsor ist der Entsorger Berlin Recycling. In den acht absolvierten Partien der Hauptrunde haben die Berliner gerade einmal drei Sätze abgegeben, mit 23 Punkten dabei fast das Optimum geholt.

Machtdemonstration

Erst am Mittwoch absolvierten die BR Volleys ihr Pokal-Viertelfinale beim VfB Friedrichshafen. Dabei  machte Berlins Headcoach Cédric Enard mit seinem Team keinerlei Experimente. Am Bodensee bezwang Berlin seinen Dauerkonkurrenten glatt mit 3:0 (20:25, 21:25, 22:25) - eine regelrechte Machtdemonstration des Titelfavoriten. Das Liga-Hinspiel in Berlin war ebenfalls recht einseitig. Lediglich im ersten Satz bot Eltmann dem amtierenden Deutschen Meister beim 25:23 Paroli.

 „Berlin ist auf allen Positionen doppelt und sehr gut besetzt. Vor allem die Ausnahmespieler Sergei Grankin und Pierre Pujol halten als Zuspieler die Fäden zusammen. Was fast lässig und locker aussieht, ist internationales Spitzen-Volleyball und macht es unserem Block sehr schwer, das Spiel zu lesen.“ So die Analyse von Eltmanns Trainer Marco Donat, der sich nur ein wenig in seine Taktik-Karten schauen lässt. Durch konzentriertes Aufschlagspiel müsse man den haushohen Favoriten unter Druck setzen, so dass die Berliner Zuspieler nicht allzu sehr zaubern könnten. „Dann kann sich unser Block-Feldabwehr-Komplex Chancen erarbeiten und wir können durch großen Kampf das Spiel offen gestalten.“ Soweit Donats  in Zweckoptimismus getunkte Theorie.

"Da müssen wir uns schon mächtig strecken."
Rafal Prokopczuk, Zuspieler Heitec Volleys Eltmann

Natürlich weiß der Heitec-Coach, dass diese Vorgabe an der Aufschlaglinie zum Ritt auf der Rasierklinge werden kann: Überspannen seine Spieler den Bogen und riskieren zu viel, können sich die Aufschlagfehler wie bei der Heimniederlage gegen Rottenburg häufen und die Eltmanner kommen nicht ins Spiel. Sind die Services aber eher „eingeworfene Bälle“, wird Berlin sich bedanken und sie postwendend ins Feld der Mainfranken zurückhämmern.

Polnische Rivalen

Für die Verwertung der fränkischen Aufschläge könnte der polnische Libero Adam Kowalski verantwortlich zeichnen, sofern er sich gegen den ersten Libero Julian Zenger im Berliner Feld durchsetzen kann. Kowalski ist wie Eltmanns Zuspieler Rafal Prokopczuk ein Akteur, der Spielzeiten und Gelegenheiten benötigt, um sich zu entwickeln. Beide haben sich daher für den Weg in die deutsche Bundesliga entschieden, wobei Prokopczuk mit gerade mal 20 Jahren vier Jahre jünger ist als sein Landsmann auf der anderen Seite des Netzes. Dass die Aufgabe am Sonntagabend aber definitiv schwer wird, darüber ist sich der Pole in Eltmanns Reihen im Klaren. Aufgeben ist für ihn aber keine Option.

„Ich erwarte ein ziemlich schweres Spiel, denn Berlin ist die Nummer eins in der Liga. Da müssen wir uns schon mächtig strecken, um uns teuer zu verkaufen. Wir wollen als Team bis zum Ende kämpfen und bauen darauf, dass die Fans uns lautstark pushen werden.“

Basketball-Fans auf der Tribüne

Letzteres ist das Ziel des Brose Bamberg-Fanclubs: die Fans der Bamberger Basketballer haben sich mit gut 50 Mitgliedern, Trommeln und Tröten angekündigt. Ronni Arendt von der Vorstandschaft sieht das als nachbarschaftliche Hilfe in der gemeinsamen Spielstätte der Brose-Arena: „Natürlich brauchen die Volleyballer ein bisschen Anlaufzeit, um sich bei den Heimspielen noch besser darzustellen. Und ganz besonders brauchen sie am Sonntag unsere tatkräftige und lautstarke Unterstützung. Unsere Mitglieder sind herzlich eingeladen, sich zahlreich an dieser Aktion zu beteiligen.“ wirbt sie im Kreis der Basketballer-Hochburg für die neuen Kollegen aus Eltmann.

Rückblick

  1. Weiteres Jahr Bundesliga für Eltmann schwer vorstellbar
  2. Eltmanns Block hat zu viele Löcher
  3. Eltmanns Bauzeichner hat einen Plan
  4. Eltmann kommt doch noch zurück
  5. Wie Eltmann den Frust bekämpfen will
  6. Eltmann gibt sich früh geschlagen
  7. Die Tabelle ist Eltmanns Trainer noch egal
  8. Eltmann geht daheim gegen Herrsching die Puste aus
  9. Hamzagic' Ausfall tat Eltmann doppelt weh
  10. Für wen Eltmann ein Vorbild ist
  11. Eltmann macht zu viele einfache Fehler
  12. Eltmann kämpft gegen den Auswärtsfluch
  13. Kein zweites Wunder in Eltmann
  14. Eltmann setzt auf seine Heimbilanz
  15. Warum Eltmanns Volleyball um seine Zukunft bangt
  16. Eltmann bleibt in der ersten Liga
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  18. Eltmanns Heitec Volleys leben noch
  19. In Eltmann treffen zwei Welten aufeinander
  20. In den entscheidenden Momenten geht Eltmann die Luft aus
  21. Eltmann braucht die Emotionen
  22. Mircea Peta verlässt die Heitec Volleys
  23. Heitec Volleys: Rolf Werner tritt ins zweite Glied zurück
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  28. Eltmann trotzt der Insolvenz
  29. Heitec Volleys: Insolvenzantrag wird am Montag gestellt
  30. Kommentar zu Eltmanns Insolvenz: Krachend gescheitert
  31. Insolvenzantrag: War's das schon für die Heitec Volleys?
  32. Training mit Profis: Heitec Volleys zu Gast im Sportunterricht
  33. Eltmann scheut das Risiko
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  35. Eltmann lässt sich den Schneid abkaufen
  36. Der Extra-Kick für Luuc Van der Ent
  37. Eltmann erkämpft sich eine Menge Sympathien
  38. Im Risiko liegt Eltmanns Chance
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  40. Eltmann unterliegt auch in Herrsching
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  42. Heitec Volleys: Kritik von Wolfgang Heyder
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