FUßBALL, BAYERNLIGA NORD

Warum sich Sand vom Lob nichts kaufen kann

Sands Sebastian Wagner wird vom Seligenporter David Ekern beharkt. André Karmann ahnt nichts Gutes. Foto: Udo Weller

Eine Woche nach dem wichtigen 4:1-Erfolg gegen den Würzburger FV musste sich der 1. FC Sand dem neuen Tabellenführer SV Seligenporten mit 1:2 (1:0) geschlagen geben. Allerdings machten die Kicker von Trainer Dieter Schlereth dem Favoriten das Leben mächtig schwer und durften bis weit in die Schlussphase hinein sogar auf einen Zähler hoffen.

„Wir haben gekämpft, sehr gut umgeschaltet und alles reingehauen. Vor allem in der ersten Halbzeit sehr wenig zugelassen. Nach der Pause wurde der Druck dann immer größer, so dass wir schließlich die Tore bekommen haben“, ließ Schlereth hinterher in seine zwiespältige Gefühlswelt blicken. Auch sein Gegenüber Gerd Klaus lobte den Auftritt des Gastes und meinte, dass „wir ein richtig schweres Stück Arbeit verrichten mussten, unser Sieg aber in Ordnung geht.“

Sand machten hinten dicht

Abgesehen von Torhüter Markus Geier, der Stefan Klemm ersetzte und sein Saisondebüt feierte, schickte der Sander Coach dieselbe Startformation wie gegen Würzburg ins Rennen. Wie allseits erwartet, kontrollierte der SVS auch sofort das Spiel und führte den Ball zumeist in seinen Reihen. Dass diese optische Überlegenheit nicht fruchtete, lag zum einen dran, dass den Hausherren zunächst die richtige Spielfreude fehlte, Sand aber auch seinerseits die Räume sehr gut dicht machte.

So dauerte es fast eine Viertelstunde, ehe Seligenporten das erste Mal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte, als Markus Geier einen Schuss von Raffael Kobrowski nicht festhalten konnte, der heraneilende David Ekern die Kugel dann aber nicht unter Kontrolle brachte.

Viele lange Bälle

In der Folge wurde den 253 Zuschauern wenig Konstruktives geboten. Vielmehr leisteten sich beide Teams etliche Ballverluste und versuchten ihr Glück mit langen Bällen, die dann überwiegend beim falschen Abnehmer landeten.

Bislang also eher eine laue Partie, ereignete sich in der 35. Minute dann endlich Zählbares. SVS-Torhüter Jan Kowalewski vermochte einen eigentlich nicht allzu gefährlichen 35-Meter Freistoß von Johannes Bechmann nicht festzuhalten, so dass der goldrichtig stehende Shaban Rugovaj, keine Mühe hatte, um in Torjägermanier aus kurzer Distanz zum 1:0 für Sand abzustauben.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs nahm SVS-Trainer Gerd Klaus mit Nico Moos einen defensiven Akteur vom Feld und brachte dafür Stürmer Bernd Rosinger. Diese Einwechslung, gepaart mit den nun auf Seiten des FCS aufgrund der vielen Laufarbeit allmählich nachlassenden Kräften, veränderte die Statik des Spiels nachhaltig. Nun packten die Klosterer und insbesondere der bislang fast komplett abgemeldete Mergim Bajrami ihre Spielfreude aus und entfachten mächtig Druck. Köpfte Ekern einen Bajrami-Freistoß noch knapp daneben (49.), klingelte es fünf Zeigerumdrehungen später im Kasten von Geier. Eine halbhohe Flanke des sich auf rechts energisch durchspielenden Kobrowski, lenkte Christian Knorr mit einer schönen Direktabnahme ins Netz – 1:1.

Konter nicht genutzt

Sand aber brach nun nicht zusammen, sondern kreierte, nicht zuletzt dadurch bedingt, dass sich der SVS immer wieder überflüssige Ballverluste leistete, so manchen gefährlichen Konter, verstand es jedoch nicht, diese gewinnbringend abzuschließen. So zielten Sebastian Wagner sowie André Karmann (71.) jeweils aus guter Position vorbei.

Dazwischen hätte Knorr das Spiel drehen können, schob aber die Kugel völlig freistehend am rechten Pfosten vorbei ins Aus. Diesen Ärger münzte die Nummer neun der Klosterer wenig später in eine wunderbare Einzelaktion um, als sie in Arien-Robben-Manier von links an der Strafraumlinie in die Mitte zog und nach zweimaligem Antäuschen die Kugel in zum 2:1-Siegtreffer ins lange Ecke dirigierte.

Nach der siebten Saisonniederlage und den damit einher gehenden Ergebnissen der Konkurrenz hat sich die Situation für den FCS wieder verschärft. Die bei einem Spitzenteam der Liga dargebotene Leistung aber lässt dennoch für die Zukunft hoffen.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Bayernliga Nord: SV Seligenporten – 1. FC Sand 2:1 (0:1)

Seligenporten: Kowalewski – Strobel (86. Crow), Moos (46. Rosinger), M. Janz, Loo – Olschewski, Wiedmann – Kobrowski, Bajrami (90.+1 Zander), Knorr – Ekern. Sand: Geier – Thomann (88. Hart), Topuz, Bechmann, Steinmann – Katmann, D. Schlereth – Gonnert, Wagner, T. Schlereth (80. Markof) - Rugovaj. Schiedsrichter: Assad Nouhoum (Mammendorf). Zuschauer: 253. Tore: 0:1 Rugovaj (35.), 1:1, 2:1 Knorr (53., 86.).

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