Fußball Bayernliga Nord

Eine zweite Hälfte zum Vergessen

Unter Druck: Sands Sebastian Wagner. Foto: Ralf Naumann

Das war schon deutlich für den FC Sand. Nicht das Ergebnis, aber der Spielverlauf. Dass Ansbach am Ende nur mit 1:0 die Nase vorn hatte - geschenkt. Dass die Sander es aber im zweiten Abschnitt nicht mehr schafften, auch nur einen Ball auf das Gästetor zu bringen, sorgte schon für Ernüchterung bei einem Großteil der 250 Zuschauer im Seestadion.

So auch bei Sands Trainer Dieter Schlereth, der neidlos die Überlegenheit der Mittelfranken anerkannte: "Das war bärenstark, was Ansbach hier ablieferte, die haben hochverdient gewonnen," zollte Schlereth den bis dahin punktlosen Gästen Respekt. Die waren Sand, wie Schlereth es ausdrückte, "in allen Belangen überlegen."

Dabei zeigte Schlereth vor der Partie durchaus Mut, beorderte mit Juca Zeiß und André Lörzer zwei junge Akteure erstmals in die Startelf. Die sollten anstelle von Danny Schlereth (verletzt) und Dominik Rippstein (Kurzurlaub) zeigen was sie drauf hatten. Beide machten ihre Sache bis auf eine, leider entscheidende Szene, gar nicht so schlecht. Doch dazu später.

Offensiv viel zu wenig

Beide Mannschaften begannen forsch, wobei Ansbach einen Tick giftiger wirkte, die Sander Abwehrreihe früh anlief. Doch Joe Bechmann und Co. behielten (noch) die Ruhe, brachten die Kugel meistens aus dem hinteren Bereich routiniert nach vorne. Die langen Bälle auf Thorsten Schlereth oder auf "Wandstürmer" Shaban Rugovaj brachten aber nicht den gewünschten Erfolg. Rugovaj war zu oft auf sich allein gestellt, die Pässe auf Schlereth fing der bestens darauf eingestellte und weit vor dem Tor postierte Gäste-Keeper Tobias Petschler ab.

Ansbach agierte zwar druckvoll, allzu große Gefahr ging von den Gästen allerdings auch nicht aus, auch wenn vor allem Lukas Schmitt in vorderster Reihe ein ständiger Unruheherd war. Schmitt war allerdings bei Mert Topuz bestens aufgehoben.

Druck auf den Youngster

Nach einer halben Stunde war dann auch der Ansbacher Schwung verflogen, aber Sand konnte dies genauso wenig nutzen wie den schweren Patzer von Mario Götzendörfer. Der spielte Thorsten Schlereth den Ball unbedrängt direkt in die Beine, doch dessen Pass konnte der gestern noch weit von seiner Bestform entfernt spielende Sebastian Wagner nicht nutzen. Da war durchaus mehr drin.

Fotoserie

FC Sand-SpVgg Ansbach

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Und dann stand es plötzlich doch 0:1. André Lörzer wurde auf der rechten Abwehrseite gleich von drei Ansbachern attackiert. Sands Youngster musste die Kugel mangels Unterstützung aus den eigenen Reihen den Gegnern überlassen, die setzten blitzschnell Sven Landshuter ein und der überwand per Schrägschuss den hier machtlosen Stefan Klemm (37.).

"Das war bärenstark, was Ansbach hier ablieferte"
Dieter Schlereth, Trainer FC Sand

Von nun an war es ein anderes Spiel. Sand wirkte geschockt, vor allem, als Joe Bechmann direkt vor dem Wechsel nach einem groben Foul verletzt vom Platz musste.

Die zweite Hälfte war dann aus Sander Sicht zum Vergessen. Bis in die Schlussphase hinein kamen die Korbmacher kaum mehr über die Mittellinie. Nicht, weil Ansbach nun so viel Druck ausübte, sondern weil Sand die Bälle in der Vorwärtsbewegung frühzeitig herschenkte. 

Klemm hält Sand im Spiel

Hätte Ansbach zudem cleverer agiert, die Partie wäre vorzeitig entschieden worden. Doch Stefan Klemm (51., 73.) sowie die Lattenunterkante (83.) verhinderten das eigentlich überfällige 0:2. Und Sand? Kam erst in den letzten Minuten zu eigenen Offensivaktionen, obwohl Dieter Schlereth mit Thomas Durst und Max Witchen zwei weitere Offensivkräfte brachte. 

Und dennoch hatten die Sander noch zwei Chancen zum Ausgleich. Thorsten Schlereth zog es aber aus ähnlicher Position wie Landshuter beim 0:1 vor, den Ball per Querpass vors Tor zu bringen, als selbst abzuschließen (78.), und Kevin Steinmann knallte einen indirekten Freistoß über die komplette Spielfeldbreite (siehe Video), ohne dass ein Mitspieler hätte dran kommen können.

Am Ende kassierte der FC Sand in seinem zweiten Heimspiel die zweite Niederlage und rutschte auf Rang elf ab. Am Mittwoch geht es zum letztjährigen Vizemeister  und aktuellem Schlusslicht DJK Gebenbach.

Die Statistik des Spiels
Fußball, Bayernliga Nord
1. FC Sand - SpVgg Ansbach 0:1 (0:1)
Sand: Klemm - Bechmann (44. Schmitt), Topuz, Lörzer (60. Witchen), Thomann, Karmann, Wagner (60. Durst), T. Schlereth, Zeiß, Steinmann, Rugovaj.
Ansbach: Petschler - Belzner, Karakas, Silaklang, Götzendörfer, Manz, Seefried (46. Dietrich), Meyer, Abadjiew (89. Hammeter), Landshuter, Schmitt (76. Ortner).
Schiedsrichter: Patrick Höpfler (FC Zell-Bruck). Zuschauer: 250. Tor: 0:1 Sven Landshuter (37.).

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