FUßBALL, BAYERNLIGA NORD

Warum ein Pfiff den FC Sand erzürnen lässt

Fussball, Bayernliga Nord  ++  FC Eintracht Bamberg vs. 1.FC Sand am Main  ++ Sandkerwa Derby
Thorsten Schlereth war ein ständiger Unruheherd in Bambergs Hintermannschaft und öfter nur durch Fouls zu stoppen. Foto: Ryan Evans

Es lief die 86. Spielminute, als Schiedsrichter Hannes Hemrich dem FC Eintracht Bamberg einen Elfmeter zusprach. Wütende Proteste der Sander begleiteten die Entscheidung von Schiedsrichter Hannes Hemrich, der bei der Faustabwehr von Gästekeeper Stefan Klemm einen regelwidrigen Kontakt mit Bambergs Robin Renner sah. Zwei Minuten wurde diskutiert, ehe Lukas Schmittschmitt Verantwortung übernahm, platziert ins linke Eck einschoss und den 2:1-Siegtreffer für den FC Eintracht markierte. „Das war ein glücklicher Sieg, beide Elfmeter waren sehr umstritten“, sagte Schmittschmitt.

Doch der Reihe nach: Mit achtminütiger Verspätung begann das Lokalduell am Sandkerwa-Freitag – der Andrang vor den Kassen des Fuchsparkstadions war wie erwartet groß. 910 Zuschauer nahmen schließlich auf der Tribüne Platz und sahen einen ersten Durchgang, in dem sich die Gastgeber schwer taten. Der FC Sand stand tief, machte die Räume eng und wirkte in den Zweikämpfen entschlossener.

Umstrittener Elfer für Sand

Der FC Eintracht hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, wusste mit der Kugel allerdings kaum etwas anzufangen. Die Ausnahme stellte ein feiner Ball von Lukas Schmittschmitt in die Tiefe dar, mit dem Tobias Linz in Szene gesetzt wurde. Aus halblinker Position scheiterte Linz jedoch an Torhüter Stefan Klemm.

Fünf Minuten später tauchten die Sander, bei denen Torjäger Shaban Rugovaj nach Verletzungspause auf der Bank Platz nahm, erstmals gefährlich vor FCE-Keeper Fabian Dellermann auf: Nach einem Ballverlust der Hausherren schalteten die Gäste schnell um, der auf dem linken Flügel freigespielte Thorsten Schlereth traf aus spitzem Winkel aber nur den rechten Außenpfosten.

Weitere drei Minuten später ging Philip Markof im Strafraum nach einem Kontakt mit Robin Renner zu Boden. Zum Entsetzen der Hausherren entschied der Unparteiische auf Strafstoß für Sand. Eine strittige Entscheidung. Sebastian Wagner nahm sich der Sache an, flach links verwandelte er zum 1:0 für Tabellenvorletzten der Bayernliga Nord.

Im Anschluss suchten die jungen Domreiter nach der passenden Antwort, es mangelte der Hutzler-Elf jedoch weiterhin am nötigen Tempo im Spielaufbau. Die Halbzeitführung des FC Sand ging daher in Ordnung, Bamberg musste sich steigern.

Zur Pause reagierte Hutzler und brachte Simon Heinz, doch auch mit dem Nachwuchstalent lief das Angriffsspiel der Hausherren kaum flüssiger, weiterhin kam vom FC Eintracht zu wenig. Nach einer Stunde hätte Nicolas Görtler dennoch fast den Ausgleich erzielt, sein starker Freistoß aus 18 Metern klatschte jedoch an den linken Pfosten.

Rugovaj scheitert am Pfosten

FCE-Coach Hutzler erhöhte nun das Risiko und stellte offensiv um, aus den sich bietenden Räumen machte der weiterhin gut organisierte Gast jedoch zu wenig. Stattdessen glich Bamberg in der 73. Minute aus: Schmittschmitt flankte vom rechten Flügel an den Fünfmeterraum, am langen Pfosten wurde Renner aus den Augen gelassen, sein Kopfball schlug unter der Latte ein.

Das 1:1 war das Startsignal für die Schlussoffensive der Gastgeber. Sand wirkte müde und geriet unter Druck – hätte den Neuling zehn Minuten vor Spielende dennoch fast kalt erwischt. Nach schneller Balleroberung im Zentrum legte Thorsten Schlereth für Rugovaj ab, dessen Schuss prallte vom Pfosten ab (79.). Sechs Minuten später schließlich ließ der Referee die Sander Auswechselbank und ihre Anhänger mit dem Elfmeterpfiff toben, der Siegtreffer von Schmittschmitt sorgte für ausgelassene Stimmung bei den Domreitern.

„Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Uns war klar, dass Bamberg im Abwehrverbund Probleme bekommen kann. Es ist sehr bitter, hier die Punkte liegen zu lassen“, bewerte der Sander Abwehrchef Johannes Bechmann die Rückkehr an alte Wirkungsstätte.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Bayernliga Nord FC Eintracht Bamberg – 1. FC Sand 2:1 (0:1) Bamberg: Dellermann – Kollmer, Elshani (ab 46. Heinz), Schmittschmitt (67. Jessen), P. Görtler, Linz, Ulbricht, Reischmann, Renner (89. Nögel), Jerundow, N. Görtler. Sand: Klemm – Bechmann, Karmann, Thomann, Steinmann, Rippstein (58. Rugovaj), Wagner, Gonnert, Moser (89. Neundörfer), T. Schlereth, Markorf (80. Witchen). Schiedsrichter: Hannes Hemrich (TSV Urspringen). Zuschauer: 910. Tore: 0:1 Sebastian Wagner (26., Elfmeter), 1:1 Renner (71.), 2:1 Lukas Schmittschmitt (88., Elfmeter).

Rückblick

  1. Später Elfer sorgt für Sander Frust
  2. Die Pause hat Sand gut getan
  3. Warum der FC Sand spielfrei ist
  4. Torflaute beendet: Sand gewinnt "Sechs-Punkte-Spiel"
  5. Gonnert beendet die Sander Torflaute
  6. Wie der FC Sand endlich seine Torflaute beenden will
  7. Snaschel trifft, Schlereth nicht
  8. Warum Sand in Großbardorf doppelt Revanche nehmen will
  9. Kämpfer Karmann sieht Sand über dem Strich
  10. Warum zweimal gelb nicht gelb/rot sein sollte
  11. Der FC Sand hat gegen Vilzing keine Chance
  12. Sand braucht erneut sein Kämpferherz
  13. FC Sand agiert zu lange zu mutlos
  14. Bleibt der FC Sand außerhalb der Norm?
  15. FC Sand: Zwei kalte Duschen und ein Hattrick
  16. Rugovajs Hattrick dreht Hof den Saft ab
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  36. Sand rutscht auf den vorletzten Platz
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  42. Was Sand mehr schmerzt als die Niederlage
  43. Drei Punkte und noch mehr verloren
  44. Die Sander Sorgen werden größer
  45. Sand verspielt in Gebenbach eine 2:1-Führung
  46. 170 Kilometer für die Einstellung
  47. Eine zweite Hälfte zum Vergessen
  48. Kleiner Rückschlag für den FC Sand
  49. Was Sand aus der Vergangenheit gelernt hat
  50. Sand kann mit einem Punkt leben

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