EISGOCKEY, LANDESLIGA-AUFSTIEGSRUNDE

Warum sich die „Hawks“ in Galgenhumor flüchten

ESV Buchloe – ESC Haßfurt 10:3 (4:0, 6:3, 0:0)

Nach Ausreden suchte der zunächst „etwas sprachlose“ Volker Hartmann nicht. Ruhig und sachlich analysierte der Trainer der Haßfurter „Hawks“ nach unruhiger Nacht die bittere 3:10-Schlappe seiner Mannschaft am Freitagabend beim ESV Buchloe. „Die Wahrheit liegt im eigenen Drittel. Wer im eigenen Drittel die Zweikämpfe gewinnt, der wird hinten heraus auch das ganze Spiel gewinnen“, ist er überzeugt. „Gerade im eigenen Drittel haben wir die Zweikämpfe eben nicht angenommen und waren oft überfordert. Buchloe war uns in allen Belangen überlegen. Der Sieg war hochverdient.“

Ehrliche Worte des Bayreuthers, der von einer „getrübten Stimmung“ während der Heimfahrt sprach. Kein Wunder, denn die Kreisstädter hatten sich nach dem letzten Null-Punkte-Wochenende zu Beginn der Aufstiegsrunde „wirklich viel vorgenommen“. In Buchloe sollten unbedingt die ersten Zähler eingefahren werden.

„Buchloe hat uns schlichtweg überrant.“
Volker Hartmann, Trainer ESC Haßfurt

Doch es kam „ganz anders, als wir es uns gedacht haben“, mussten Hartmann sowie die knapp 30 ESC-Fans vor Ort einen von den „Pirates“ verursachten „Wirbelwind“ über sich ergehen lassen. „Buchloe war aggressiver als wir, hat die Scheibe laufen lassen und uns schlichtweg überrannt“, lautete sein Fazit.

Dabei hatten die Gäste zu Beginn trotz nicht wegzudiskutierender Schläfrigkeit auch Chancen, um in Führung zu gehen. Letztlich war das 1:0 aber den Hausherren vorbehalten, die sich anschließend in einen Rausch spielten und nur wenig Gegenwehr zu spüren bekamen. Dabei nutzten sie vor allem auch „dumme Strafzeiten“ gegen die „Hawks“ gleich fünf Mal aus. Die Gegentore von David Franek zum 5:1 (22.), von Michael Breyer zum 9:2 (39.) sowie Jan Trübenekr zum 10:3 (40.) waren nichts anderes, als Ergebniskosmetik.

Zumindest war der Angriffs- und Torwirbel der Ostallgäuer nach einem 4:0-Anfangs- und 6:3-Mitteldrittel vorzeitig zu Ende, denn während der letzten 20 Minuten passierte nichts mehr. Sowohl Buchloes Torwart Johannes Wiedemann als auch sein Gegenüber Timo Jung, der nach den vier „Einschlägen“ zu Beginn Ersatzkeeper Martin Hildenbrand Platz machte, ehe er am Ende nochmals aufs Eis zurückkehrte, hielten ihre Tore sauber. „Das war der einzige Lichtblick, dass wir kein Tor mehr kassiert haben“, meinte Hartmann am Ende schon fast mit Galgenhumor.

Keine Ausreden

Die Ausfälle im Team, in dem vier Spieler fehlten (zumindest Adrian Persch gab nach vielen Monaten Verletzungspause sein Comeback), sowie der nahezu vollbesetzte Buchloer Kader, wollte er ebenfalls nicht als Entschuldigung anfügen. „Auch wenn ich nur 13 Feldspieler hatte, muss von diesen 13 Feldspielern einfach ein bisschen mehr kommen. Vielleicht“, so der Bayreuther, „hat auch der letzte Wille gefehlt, sich dagegen zu stemmen.“

Eine richtige Erklärung hatte Verteidiger Michael Breyer ebenfalls nicht. Nur soviel: „Wir waren jedes Mal mindestens zwei Schritte zu spät und hatten einfach keine Chance. Die anderen haben wahrscheinlich einen Lauf, bei uns war der Wurm drin. Dann kommt so ein Ergebnis zustande“, meinte der 23-Jährige, für den das letzte Drittel „der einzige kleine Lichtblick“ war. „Vielleicht gibt uns das einen kleinen Tick für Sonntag.“

Der Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga ist nach dieser Vorstellung und nach nunmehr drei Niederlagen zwar noch immer möglich, bei den „Hawks“ aber momentan kein Thema. „Das wird jetzt natürlich schwer mit dem vierten Platz. Mit solchen Leistungen reicht es einfach nicht. Jetzt müssten wir einen Lauf starten“, fordert Hartmann eine deutliche Steigerung.

Die Statistik des Spiels

Haßfurt: Jung, Hildenbrand – Hora, Thebus, Masel, Breyer – Hornak, Kohl, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Zürcher, Kratschmer. Zuschauer: 326 (davon 30 aus Haßfurt). Tore für Haßfurt: 5:1 (24.) Franek (Masel, Lang), 9:2 (39.) Breyer (Franek, Babkovic), 10:3 (40.) Trübenekr (Hornak, Breyer). Strafzeiten: Buchoe 8 / Haßfurt 16.

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