Volleyball, 1. Bundesliga

Japanisches Duell um den ersten Ball

Sowohl die Eltmanner Heitec Volleys als auch der Gegner aus Rottenburg setzten auf Liberos aus Fernost. Warum sich aber ein Österreicher besonders auf die Partie freut.
Auf einem guten Weg, Stabilität in die Annahme zu bringen: Eltmanns japanische Neuverpflichtung Shunsuke Watanabe. Foto: Daniel Löb

Das 0:3 in Haching ist abgehakt, die Augen klar auf das wichtige Duell am Mittwochabend gegen Rottendorf gerichtet. Und auch wenn der Begriff "Kellerduell" schon sehr abgenutzt ist, auf die Partie zwischen den Eltmanner Heitec Volleys und ihren Gästen trifft diese Bezeichnung absolut zu. Immerhin erwartet der Vorletzte um 19.30 Uhr den noch sieglosen Letzten. Und eines haben die Eltmanner den Schwaben schonmal voraus: Sie haben durch das 3:0 über Giesen schon einen Sieg auf dem Konto.

Seine zwei Zähler fuhr Rottendorf daheim bei den Tiebreak-Niederlagen gegen Lüneburg und Herrsching ein, auswärts gelang dem TV bislang lediglich ein Satzgewinn beim 1:3 in Unterhaching, also genau dort, wo die Eltmanner am Sonntag nur knapp selbst an einem Satzgewinn vorbei schrammten.

Fast identisch mit der sehr knappen Tabellensituation ist die Ausgangslage, was die Schaltstelle für Annahme und Abwehr betrifft. Auf beiden Seiten sind dafür japanische Liberos verantwortlich.  Bei Rottenburg ist seit diesem Sommer Taichi Kawaguchi für den ersten Ball zuständig, bei den Eltmannern seit rund einer Woche Shunsuke Watanabe

Seine Feuertaufe hat der Japaner bei den Heitec Volleys in Haching zwar verloren, dennoch zeigte der 31-Jährige, warum  ihn die Eltmanner verpflichtet haben: Die Alpen Volleys hatten sichtlich Respekt vor den Qualitäten des Heitec-Liberos, servierten nur 13 Aufschläge auf Watanabe. Über die Hälfte davon konnte Watanabe mit einer als gut bewerteten Annahme beantworten, 15 Prozent mit einer perfekten - für das erste Spiel mit seinem neuen Team ein durchaus guter Wert. 

"Gegen meinen Ex-Verein zu spielen, darauf freue ich mich schon sehr."
Mathäus Jurkovics, Mittelblocker Heitec Volleys

Doch gibt es am Mittwoch in Bamberg nicht nur ein japanisches Duell im Hinterfeld. Für Eltmanns "Riesen" am Netzt, Mathäus Jurkovics, geht es gegen seine ehemalige Mannaschaft. Die Formkurve des 21-jährigen Österreichers zeigte in den letzten drei Spielen, in denen er den verletzten Roosevelt Filho vertrat, definitiv nach oben. Das Extralob seines Trainers nahm der Mittelblocker gerne mit. Aber auch so brennt Jurkovics auf das Duell: „Gegen meinen Ex-Verein zu spielen, darauf freue ich mich schon sehr. Bei Rottenburg hat sich sehr viel geändert zum letzten Jahr, auch der Trainer. Natürlich erwarte ich mir einen Sieg gegen Rottenburg - und das mit großer Unterstützung unserer Fans. Letztes Jahr in Rottenburg kam ich leider nur ganz wenig zum Spielen, was diese Saison anders ist.“

Druck im Aufschlag gefordert

Für den österreicherischen Nationalspieler sind neben der Annahme auch die Verbesserung im Angriff und ein bissigeres Abschlussverhalten wesentlich, um erfolgreich zu spielen. Sich nicht ausnehmend, fordert er von der gesamten Mannschaft denselben Aufschlagdruck wie gegen die AlpenVolleys ein - das Ganze allerdings mit einer geringeren Fehlerquote. Dass dies ein Balanceakt ist, weiß der 2,11m-Riese am besten: Trifft er den Ball perfekt, dann kann sein Flatter-Aufschlag aus luftiger Höhe zur echten Waffe gegen die Schwaben werden.

Auch Heitec-Trainer Marco Donat weiß um die Brisanz des Heimspiels. Das Ganze im Kontext einer Liga, in der die Teams in dieser Saison extrem dicht beieinander liegen. „Wir freuen uns, endlich mal wieder zu Hause spielen zu dürfen. Die Mannschaft brennt und ist top motiviert, die guten Spiele gegen Frankfurt, Berlin, Friedrichshafen und Unterhaching in zählbare Punkte gegen den Mitbewerber auf den Klassenerhalt umzusetzen.“ Aber der Westfale weiß auch, dass Rottenburg durch den Überraschungserfolg im Pokal gegen die AlpenVolleys (3:2) ordentlich Selbstbewusstsein getankt hat, auch wenn es in der Liga zuletzt ein 0:3 gegen Düren gab. Donat gibt sich kämpferisch und greift in die Phrasenkiste: „Mit unseren phantastischen Fans im Rücken werden wir alles geben und drei Punkte für Eltmann holen.“

Sicher ist: beide Teams müssen punkten. Die Partie dürfte vom ersten Ball an hitzig werden und wohl über die kämpferische Einstellung entschieden. Und das gilt nicht nur für die beiden Japaner auf der jeweiligen Libero-Position. 

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