KREISLIGA SW 2

Klug-Show in Oberschwappach

Sennfelds Luis Wenzel mit der Großchance. Von rechts Schwappachs Burkhard Peter und der Torwart Fabian Langguth. Foto: Ralf Naumann

Da dürfte die Oberschwappacher Trikotwäscherin wenig Freude gehabt haben, als sie kurz nach dem Abpfiff den strahlenden DJK-Spielertrainer Michael Reugels beim Interview sah. Dessen Dress war nämlich von oben bis unten komplett verdreckt – ein Zeichen seines Einsatzes in den vorangegangenen 90 Minuten, in denen er sich zusammen mit Toptorjäger Christian Klug als Hauptakteur und absolutes kämpferisches Vorbild seiner Elf hervortat. „Das war ein Sieg des Willens, der Mentalität. Der Dreier gibt uns für die nächsten Monate mit Sicherheit Auftrieb“, jubelte er.

Doch zu Beginn wurde die DJK vom Anfangsschwung der Gäste ganz schön überrascht. „Da haben wir komplett gepennt, das darf einfach nicht passieren“, kommentierte Reugels die Situation unmittelbar vor dem 0:1, das bereits in der 1. Spielminute im Anschluss an eine SG-Ecke fiel. „Wenn wir nur zwei Minuten später das 0:2 kassieren, wäre es ganz schwer geworden. So war es vermutlich der Hallo-Wach-Effekt, mit dem wir uns ins Spiel gekämpft haben.“

Tatsächlich übernahmen die Hausherren danach mehr und mehr das Spiel, kamen zum verdienten Ausgleich durch Christian Klug, der nach einer Ecke per Kopf traf (33.), und ließen im gesamten Durchgang Eins nur noch eine Möglichkeit für die Gäste zu, diese hätte allerdings zwingend zum 2:1 für Sennfeld führen müssen. Im Blickpunkt – Marcial Weisensel, der über weite Strecken des Spiels komplett blass blieb und sich gegen die DJK-Verteidigung nur selten durchsetzen konnte. Mit einem langen Ball aus den eigenen Reihen wurde er hier aber auf die Reise geschickt, doch allein vor dem Keeper schaffte er es nicht, den Ball im Oberschwappacher Gehäuse unterzubringen (42.).

Sennfelds Offensive abgemeldet

Was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand wusste – es sollte bis zum Abpfiff die letzte große Tormöglichkeit der Gäste gewesen sein, was Mittelfeldstratege Marco Berthold nach dem Spielende maßlos ärgerte: „Nur spielerische Lösungen zu suchen wird im Abstiegskampf zu wenig sein. Da müssen wir auch mal dreckig gewinnen. Wenn wir zwei Tore auswärts erzielen, dann muss das auch mal reichen.“

Fotoserie

Oberschwappach-Sennfeld

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Er verstand ebenso wenig wie die mitgereisten Fans, dass Sennfeld nach starken Anfangsminuten derart abbaute. „Komplett unverständlich, warum wir dann das Spielen eingestellt haben. Das hatten wir uns definitiv anders vorgenommen. Mit so einer Leistung wird es sehr schwierig“, prophezeite er schwere Zeiten für die SG.

„Das war ein Sieg des Willens“
Michael Reugels, Spielertrainer DJK Schweinfurt

Auch nach dem Wechsel kauften die Gastgeber ihren Gegenübern trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch einen von Weisensel verwandelten Strafstoß immer wieder den Schneid durch eine tolle Zweikampfführung ab. Angeführt von Spielertrainer Reugels, der vor der Abwehr als 1a-Abräumer fungierte und teilweise nur noch im Bodenkampf zu sehen war, von einer Grätsche in die nächste. Und sein Sturmführer Christian Klug, der an allen fünf Toren beteiligt war, vier Treffer selbst erzielte und die Partie schließlich zur Klug-Show machte. „Es ist natürlich super, einen solchen Spieler in seinen Reihen zu haben“, lobte der Coach seinen Torgarant. „Da weißt du immer, dass etwas passiert.“

In der Tat wurde es stets gefährlich, als die DJK-Tormaschine mit dem Leder in Berührung kam. Zwischen der 61. und der 80. Spielminute schnürte der Oberschwappacher noch einen Dreierpack – darunter zwei Elfmeter – und entlockte mit seinem lupenreinen Hattrick sogar dem sich unter den Zuschauern befindlichen Ex-Meistercoach Roland Schlosser ein entzücktes Lächeln. „Prima! Das Ergebnis hat gestimmt, so darf es weitergehen“, so Schlosser nach dem Abpfiff.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Kreisklasse Schweinfurt 3

DJK Oberschwappach –

SG Sennfeld 5:2 (1:1)

Oberschwappach: Langguth – Göb, Goldmann, Vogt, Schierling – Reugels – Peter, Merkel, Pfister – Körlin, Ch. Klug. Eingewechselt: Jilke, B. Klug, Kober

Sennfeld: Shala – Pfister, Brust, Plobner – Serzisko, Kabino, Berthold, Wozny, Wenzel – Weisensel, Schneider. Eingewechselt: Funtek, Annoh, Bauer.

Schiedsrichter: Stefan Volkmann, Zuschauer: 110. Tore: 1:0 Schneider (1.), 1:1 Klug (33.), 2:1 Koerlin (53.), 2:2 Weisensel (55., FE), 3:2, 4:2, 5:2 Klug (61., FE, 66., 80., FE).

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