FUßBALL, KREISLIGA SW 2

Ein Eigentor zerstört Prappachs Comeback

Prappachs Harald Zenn (blaues Trikot) kann den Ball vor dem Königsberger Florian Greul behaupten. Foto: David Englert

Wer die Tragik des 4:3-Derbysiegs des TV Königsberg gegen die SG Prappach/Oberhohenried verstehen will, hätte nach dem Spiel einfach nur in das Gesicht von Prappachs Spielertrainer Alexander Derra blicken müssen: Trotz seines Dreierpacks und des Comebacks seines Teams verlieren die Hausherren das so wichtige Derby in der 87. Minute durch ein Eigentor.

Der 30-Jährige zeigte sich bitter enttäuscht: „Die vielen individuellen Fehler haben heute zur Niederlage geführt, an unsere gute Defensivleistung aus dem vergangenen Spiel gegen Ebelsbach konnten wir leider nicht anknüpfen.“ Derra konnte der Partie jedoch auch etwas Positives abgewinnen: „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und nach der Halbzeit nochmal Vollgas gegeben.“

Knappe Niederlagen kennt Prappachs Spielertrainer nur allzu gut: „Gefühlt sind wir seit drei Jahren in jedem Spiel ganz nah dran, einen Dreier zu holen. Wir belohnen uns aber viel zu selten für unseren Einsatz. Eine Derbyniederlage tut natürlich besonders weh.“

Tolle Königsberger Tore

Dass das Match so spannend werden würde, war nach der ersten Halbzeit nicht abzusehen. Königsbergs André Sauer schlug einen traumhaft langen Ball auf Chris Schuhmann, der durch eine elegante Annahme nach innen zog und die Kugel zum 1:0 in den linken Winkel schlenzte (17.). Dieses wunderschöne Tor verlieh den Gästen enorme Stabilität. Nur weniger später legte Florian Kupfer nach: Königsbergs Nummer 99 setzte sich gegen drei Prappacher durch und vollendete zum 0:2 (24.).

Der zweite Gegentreffer hinderte die Hausherren aber keineswegs daran, weiter Druck zu machen: Allen voran Alexander Derra lief immer wieder an und feuerte brandgefährliche Schüsse ab. Die dritte Großchance nutzte Prappachs Spielertrainer zum 1:2-Anschlusstreffer kurz vor der Pause (40.)

„Gefühlt sind wir seit drei Jahren in jedem Spiel ganz nah dran“
Alexander Derra, Spielertrainer SG Prappach

Im Nachhinein wird eine Szene kurz nach Wiederbeginn vielen Prappachern noch in Erinnerung bleiben: Simon Zimmermann überlief den Königsbergs Torhüter Sebastian Schmidt und legte in die Mitte zu Jan Derra. Dieser verfehlte allerdings das leere Tor – das hätte der Ausgleichstreffer sein müssen. Diese fehlende Konsequenz bestrafte der TVK postwendend: Über Umwege geriet das Spielgerät zu Florian Greul, der das 1:3 markierte (52.).

Daraufhin wägten sich die Gäste aufgrund des Zwei-Tore-Vorsprungs in Sicherheit, was Prappach zurück ins Spiel brachte. Königsbergs Spielertrainer Kevin Frazier ärgerte sich über diese Schwächephase: „In der zweiten Halbzeit waren wir sehr schwach, das darf uns nicht passieren. Wir hätten noch zwei weitere Tore schießen müssen.“ Am Ende konnte er jedoch mit den weiteren Gegentoren gut leben: „Letztendlich haben wir den Dreier, alles andere ist mir heute egal.“

Nachdem sich Jan und Alexander Derra sich die Kugel im gegnerischen Strafraum hin und her spielten, schob letztlich Prappachs Spielertrainer zum 2:3 ein und ließ die Hoffnung der Prappacher aufleben. Alexander Derra hatte Blut geleckt, lief erneut von halbrechts auf das Tor zu und traf zum Ausgleich.

Drahtseilakt

In der Schlussphase entwickelte sich der sicher geglaubte Sieg der Königsberger zu einem Drahtseilakt: Christian Fleischmann hämmerte drei Minuten vor Schluss auf das Tor, Prappachs Volker Hofmann grätschte dazwischen und lenkte die Kugel zum 4:3 der Königsberger ins eigene Tor.

Umso mehr freuten sich die Königsberger über diesen hart erkämpften Dreier: „Bei einem Derby sind wir natürlich besonders heiß auf einen Sieg – das vierte Tor haben wir erzwungen“, strahlte Königsbergs Florian Kupfer nach der Partie. „Jetzt kommen ein paar Maßen auf den Tisch und dann wird erst in Prappach und später in unserem Sportheim gefeiert.“

Infobox Titel

Fußball, Kreisliga Schweinfurt 2: SG TSV Prappach/Oberhohenried – TV Königsberg 3:4 (1:2)

Prappach: Linz – Hofmann, Geuß, Winzig, Zösch - Schirber, Lang, Fleischmann, A. Derra, Zimmermann – J. Derra. Königsberg: Schmidt – Barfuß, Knauer, Frison, Sauer – Meisch, Janus, Greul, Kirchner, Schuhmann – Kupfer. Schiedsrichter: Christian Keßler. Zuschauer: 70. Tore: 0:1 Chris Schuhmann, 0:2 Florian Kupfer, 1:2 Alexander Derra, 1:3 Florian Greul, 2:3 Alexander Derra, 3:3 Alexander Derra, 3:4 Volker Hofmann (ET).

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