EISHOCKEY LANDESLIGA

Gemischte Gefühle bei den „Hawks“

Erzielte in der Verlängerung den 7:6-Siegtreffer für die „Hawks” in Dingolfing: Daniel Hora. Foto: Ralf Naumann

Die Gefühlslage zu beschreiben, war unmittelbar nach der endgültigen Schlusssirene, die diesmal erst nach 62:59 Minuten ertönte, für ihn „unheimlich schwer“. Auf der einen Seite freute sich ESC-Trainer Volker Hartmann ebenso wie die zehn mitgereisten Haßfurter Schlachtenbummler über den 7:6-Erfolg bei den „Isar Rats“ in Dingolfing. Dass dieser erst in der Verlängerung perfekt gemacht wurde, wurmte den Bayreuther zunächst aber sehr. Und das völlig zurecht.

Nach einem furiosen zweiten Abschnitt lagen die „Hawks“ komfortabel mit 6:2 in Führung, weil sie innerhalb von nur acht Minuten mit fünf Treffern einen 1:2-Rückstand aus dem Anfangsdrittel mehr als wettgemacht hatten. „Da haben die Jungs ihre Chancen eiskalt genutzt“, lobte Hartmann die Kaltschnäuzigkeit von Michal Babkovic (26., 34.), David Hornak (29.) und Jan Trübenekr (28./30.). Ein deutlicher Auswärtssieg und somit eine gelungene Rehabilitation des Spitzenreiters schien zwei Tage nach der Auswärtsniederlage beim EV Pegnitz in trockenen Tüchern. Und dies, obwohl mit David Franek, Timo Zürcher (beide krank), Kapitän Christian Dietrich (beruflich verhindert) sowie Lucas-Andreas Thebus und Bastian Schubert (jeweils noch verletzt) mehrere Akteure nicht zur Verfügung standen.

Doch es kam anders. „Schon im ersten Drittel hatten wir viele Tormöglichkeiten. Aber im zweiten Drittel haben wir sie auch verwertet und dabei auch richtig gutes Eishockey gespielt“, gab Hartmann zu Protokoll. Gleichzeitig hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits „ein ungutes Gefühl. Mir war irgendwie schon klar, dass das Spiel noch nicht rum ist“, befürchtete der 44-Jährige („du hast nach 40 Minuten noch nichts gewonnen“) noch einen turbulenten Schlussabschnitt.

„Das darf einfach nicht passieren. Da musst Du cleverer spielen.“
Volker Hartmann, Trainer ESC Haßfurt

Und er hatte den richtigen Instinkt: Nach 50 Minuten hatte sich die wie schon im ersten Aufeinandertreffen in Haßfurter vollbesetzte Mannschaft seines Trainerkollegen Billy Trew auf 5:6 herangeschossen. Mit ein Grund dafür war die Hinausstellung von Jan Trübenekr, der nach einem hohen Stock gegen einen Dingolfinger Kontrahenten von Hauptschiedsrichter Thomas Raidl eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt (45.). Die fünfminütige Überzahlsituation nutzen die „Ratten“ gleich zu zwei Treffern. Und bei einer weiteren Haßfurter Hinausstellung glich Dominik Könik drei Minuten vor dem eigentlichen Ende tatsächlich zum 6:6 aus (57.).

„Gut, die haben wirklich noch einmal richtig Gas gegeben“, lobte Volker Hartmann den Willen der Hausherren in der „Marco Sturm“-Eishalle. „Aber einen Vier-Tore-Vorsprung nach dem zweiten Drittel muss ich einfach über die Zeit bringen“, überwog bei ihm doch die Enttäuschung.

Daniel Hora sorgte in der „Overtime“ dafür, dass die „Hawks“ letztlich mit einem blauen Auge davon kamen und nicht mit der ganz großen Enttäuschung nach Hause fahren mussten: Der Verteidiger, der an der Vorbereitung von fünf der sechs vorangegangenen Haßfurter Treffer beteiligt war, schloss eine Überzahlsituation mit einem satten Schlagschuss ab und sorgte mit seinem 14. Saisontreffer wenigstens für den „Zweier“.

Damit zeigte sich Hartmann „letztlich natürlich auch zufrieden. Ich bleib aber dabei: Das darf einfach nicht passieren. Da musst du cleverer spielen. Ich hoffe, dass wir daraus lernen und es beim nächsten Mal wieder schlauer machen.“

Die Statistik des Spiels

Landesliga, Gruppe 1 EV Dingolfing – ESC Haßfurt 6:7 n. V. (2:1, 0:5, 4:0)

Haßfurt: Jung, Hildenbrand – Hora, Stahl, Masel, Marx, Breyer – Hornak, Stach, Kohl, Trübenekr, Lang, Babkovic, Kratschmer. Schiedsrichter: Raidl – Worlitschek/van der Heyd. Zuschauer: 500 (10 aus Haßfurt). Tore für Haßfurt: 0:1 (2.) Kratschmer (Stach), 2:2 (26.) Babkovic (Kohl, Hora) 4-5, 2:3 (28.) Trübenekr (Hora, Stahl), 2:4 (29.) Hornak (Hora), 2:5 (30.) Trübenekr (Hora), 2:6 (34.) Babkovic (Hora, Hornak), 6:7 (63.) Hora (Babkovic) 4-5. Strafzeiten: Dingolfing 14 / Haßfurt 19 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Trübenekr.

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