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Corona: Wie die Fußballer aus den Haßbergen auf die BFV-Absage reagieren

Der BFV hat eine Zwangspause verordnet. Funktionäre aus dem Kreis Schweinfurt und den Haßbergen sehen darin Sinn, äußern aber auch wirtschaftliche Bedenken.
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Der Ball ruht: Mindestens bis 23. März wird in Bayern kein Fußball gespielt. Foto: Valeria Witters

Als Vorsorgemaßnahme hinsichtlich der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten und der dynamischen Lage-Entwicklung setzt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) zum Schutz seiner Vereine und Mitglieder den kompletten Spielbetrieb mindestens bis einschließlich 23. März 2020 aus. Ohne abschätzen zu können, wie sich die Lage weiterhin entwickelt, ist es für den Moment geplant, die jetzt in den Amateurklassen abgesagten Partien nachzuholen.

„Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile die ersten positiv getesteten Spieler und auch infizierte Personen aus dem engen Umfeld von Amateur-Mannschaften gibt und damit die Unsicherheit bei vielen Vereinsvertretern groß ist, war es der einzig richtige Schritt, den Amateurspielbetrieb jetzt komplett auszusetzen“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch und ergänzt: „Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder unmissverständlich verdeutlicht hat, dass sämtliche Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern grundsätzlich abzusagen sind, und zugleich dringend abrät, auch Zusammenkünfte mit einer Beteiligung von unter 100 Menschen durchzuführen, ist diese Entscheidung unabdingbar. Im Vordergrund steht einzig und allein die Gesundheit der Menschen, unserer Fußballerinnen und Fußballer.“

BFV rät dazu, auch den Trainingsbetrieb einzustellen

Der BFV rät seinen rund 4600 Vereinen auch dringend dazu, den Trainingsbetrieb bis auf weiteres einzustellen, und appelliert an die Vernunft der Verantwortlichen. Auch der Bayerische Fußball-Verband hat seine organisierten Veranstaltungen in Sachen Aus- und Weiterbildung abgesagt oder bietet diese – wo realisierbar – als Webinar an. Auch an der Sportschule in Oberhaching wurden der Betrieb eingestellt und Trainer-Ausbildungen bis auf weiteres abgesagt.

Dem Regionalligisten FC 05 Schweinfurt passt die auf zunächst zwei Partien (zu Hause gegen Schalding-Heining und nächste Woche in Aschaffenburg) beschränkte Pause sportlich nicht ins Konzept. Gleichwohl hat der Vorsitzende Markus Wolf vollstes Verständnis geäußert: „Da sich die Lage in dieser Woche deutlich geändert hat und nun auch in der Region Corona-Fälle aufgetreten sind, haben wir diese Entscheidung, auch angesichts neuer Empfehlungen des Gesundheitsamtes, getroffen“, sagte er noch am Donnerstag zur zunächst freiwilligen Absage. Am Freitag stand dann ja die BFV-Entscheidung fest. Der FC 05 setzt auch das Mannschaftstraining aus.

Das sagen Fußball-Funktionäre und Trainer in der Region

Stefan Seufert, (Spielertrainer Spfr. Steinbach, Bezirksliga Ost): „Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Ein Urteil darüber möchte ich mir nicht anmaßen, weil mir die Fachkenntnis fehlt. Wir sind umgehend der BFV-Empfehlung gefolgt und haben den Trainingsbetrieb eingestellt. Ich habe wenig Hoffnung, dass sich die Lage in den kommenden zwei Wochen ändert. Wir müssen abwarten, was noch passiert und welche Vorkehrungen noch getroffen werden.“

Luka Hornung (Spielertrainer SV Rapid Ebelsbach, Kreisliga Schweinfurt 2): „Jeder muss seinen Teil zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Da sind Fußballspiele natürlich kontraproduktiv und unterstützen eher die Ausbreitung. Ich finde auch den vorerst kurzen Zeitraum ohne Spiele gut, so kann man flexibel auf die weiteren Auswirkungen reagieren.“

Erich Barfuß (Pressesprecher FC Sand, Bayernliga Nord): „Mich hat am meisten gewurmt, dass der BFV bis Freitag gewartet hat und den Vereinen vorher den schwarzen Peter weitergeschoben hat. Es kann nicht sein, dass die Vereinsverantwortlichen derartige Entscheidungen zusammen mit den örtlichen Gesundheitsämtern treffen müssten. Ich hätte eine klare Linie erwartet. Der Zeitraum ohne Spiele ist mir zu kurz. Hauptsache, sie haben etwas getan. Das ganze Aktuelle ist keine Lösung des Problems. Andere Verbände haben bis Mitte April abgesagt.“ Florian Hetzel (Spielertrainer TSV Forst, Bezirksliga Ost): „Wir tragen diese Entscheidung mit und halten diese für richtig. Es ist aber schwer, mit dieser Situation umzugehen und es wäre fatal, über einen längeren Zeitraum nicht zu trainieren. Die Jungs machen selbstständig Läufe, um sich zumindest fit zu halten.“ Ernst Gehling (Sportleiter FT Schweinfurt, Landesliga Nordwest): „Für die Absage haben wir volles Verständnis. Die Verantwortlichen haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und wir haben das Vertrauen, dass sie richtig entschieden haben. Vielleicht hilft es ja tatsächlich, dass sich das Virus etwas langsamer verbreitet. Für unsere 15 Jugend- und drei Aktivenmannschaften heißt das auch, dass wir ab sofort erst mal für eine Woche keine gemeinsamen Aktivitäten machen. Also kein gemeinsames Training und auch nichts in der Freizeit. Wir wollen da kein Risiko eingehen. Unsere Spieler sollen sich individuell – zum Beispiel mit Läufen – fit halten. In einer Woche sehen wir dann weiter. Wenn die Pause länger dauern sollte, fehlen natürlich auch uns die Einnahmen aus den Heimspielen.“

Julian Grell (Spielertrainer SV Euerbach/Kützberg, Landesliga Nordwest): „Ich habe mich nochmal beim Mannschaftsarzt des TSV Aubstadt, den ich ja gut kenne, informiert, inwieweit Mannschaftstraining sinnvoll wäre. Und er hat uns davon abgeraten. Er meinte zwar, dass wir selbst nicht so sehr gefährdet sind, es aber darum gehen müsse, dass wir den Virus nicht weiter verbreiten. Deswegen haben wir individuelle Trainingspläne erstellt, die wir am Wochenende an die Spieler austeilen. Danach entscheiden wir von Woche zu Woche.“

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