FUßBALL, KREISLIGA SW 2

Was Alexander Derras Herz zum Bluten bringt

Den ersten Dreier fest im Blick hat Alexander Derra (rechts). Damit das klappt, müssten einige seiner Spieler aber die Einstellung ändern, meint der Prappacher Spielertrainer. Foto: Ralf Naumann

„So langsam wird es Zeit für den ersten Sieg.“ Alexander Derra, Spielertrainer des Fußball-Kreisligisten SG Prappach/Oberhohenried, eröffnet mit diesem Statement das Gespräch mit dieser Redaktion über die sportliche Lage. Acht Partien hat die SG bereits bestritten und ging sechsmal als Verlierer vom Platz. Zweimal gab es immerhin ein Remis, doch einen Sieg durften die Fußballer aus Prappach und Oberhohenried in dieser Saison noch nicht feiern. „Wir haben einfach keinen Lauf“, beklagt Derra. Und natürlich erwartet er sportlich nichts Sehnlicher als den berühmten „ersten Dreier“.

Die grundlegende Schwierigkeit, mit der Derra zu kämpfen hat, ist die nicht immer vorhandene, positive Einstellung der Fußballer zum Mannschaftssport Fußball. „Davon nehme ich die älteren Spieler aus“, betont Derra, „vielmehr sind es gerade die Jüngeren, deren Einstellung ich nicht unbedingt teile.“ Was er auch vermisst ist, „dass gerade die jungen Spieler nicht bereit sind, wirklich an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen, da blutet mir das Herz“.

Mal so richtig den Körper spüren, auch mal mehr geben als unbedingt notwendig, sich mal mit aller Kraft gegen eine Niederlage stemmen – eine solche Einstellung würde er gerade bei seinen jungen Fußballern gern sehen.

Mangelnde Fitness

Ein weiteres Problem: die Jungs sind einfach nicht fit genug für zwei Halbzeiten. Sein Wunsch: „Sich einfach mal gegen eine drohende Niederlage zu stemmen, den stärkeren Gegner als Herausforderung ansehen und keine Angst vor ihm zu haben.“ Die Wirklichkeit: „Sie nehmen es einfach hin, wenn ein Gegner besser ist und wehren sich nicht wirklich.“ Was er nicht mehr hören kann: „Immer wieder heißt es, du hast doch Landesliga gespielt, warum klappt es jetzt nicht? Ich sage dann: ein Landesligaspieler ist keine Garantie für stets hohe Siege.“

In ungefähr dieselbe Richtung geht auch das Dilemma beim sportlichen Gegner des Heimspiels der Spielgemeinschaft am Samstag, der SG Sennfeld. Deren Trainer Elio Trasente muss immer noch von Woche für Woche die Mannschaft umstellen, und da reicht es auch nicht aus, wenn der Ex-Landesligist Marcial Weisensel aufläuft und sechs der 13 Tore geschossen hat. „Wir sind nicht unterlegen, sondern stärken durch individuelle Fehler unsere Gegner“, sagt Trasente.

Zu hohe Fehlerquote

Wie etwa beim 1:2 gegen Aidhausen, mit dem Eigentor zum 1:1, oder der 1:3-Niederlage in Hermannsberg, bei der ein Verteidiger 20 Meter vor dem eigenen Tor ohne Not ins Dribbling kam und dem gegnerischen Stürmer den Ball überließ, der prompt auch einnetzte. „Dabei waren wir dort spielerisch besser.“ Was seine Elf aber nicht vor der nächsten Niederlage schützte, „wir haben zum Ende raus einfach Probleme mit der Konzentration“. Und auch nicht genug Fitness, die für die im Fußball üblichen zwei Halbzeiten ausreicht. Die Gegner waren nicht immer besser, aber optisch überlegen, „eben weil sie mehr Einsatz gezeigt hatten“. Die Folge der fehlenden Fitness ist natürlich eine stark steigende Quote an Ballverlusten, weil einfach die Kraft zum Nachsetzen fehlt.

„Die jungen Spieler sind nicht bereit, wirklich an ihre Grenzen zu gehen.“
Alexander Derra, Trainer SG Prappach/Oberhohenried

„Ich würde mir wünschen, dass wir bis zur Halbzeit mal in Führung gehen, dann tief stehen und den Sieg gut verteidigen“, so Trasente, „und wir sollten jetzt schleunigst unseren Arsch bewegen, damit wir daheim gegen Prappach die drei Punkte holen, um uns ein wenig Luft nach unten zu verschaffen.“

Aktuell verbucht die SG Prappach/Oberhohenried sieben Zähler auf der Habenseite, bei einem Spiel weniger als Sennfeld. „Wir haben schon unsere Waffen, die wir gegen den Gegner einsetzen werden“, kündigt er an. Alexander Derra sieht in diesem Kellerduell „zwei Mannschaften auf Augenhöhe, da werden die Kleinigkeiten entscheidend sein“.

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