FUßBALL

Warum Ehrenamtler die wahren Helden des Fußballs sind

21 Ehrenamtliche aus dem Fußballkreis Schweinfurt erhielten ihre Urkunden und DFB-Uhren. Foto: Steffen Krapf

Der Unterfranke Felix Magath, der es sowohl als aktiver Fußballer als auch als Trainer in die Weltklasse schaffte, sagte kürzlich auf einer BFV-Veranstaltung zur Verleihung des Ehrenamtspreises: „Das Ehrenamt ist die Grundlage des Fußballs.“ Bei der DFB-Sonderehrung des Kreises Schweinfurt in der Sporthalle des HSV Birnfeld war der als „Quälix“ verschriene Magath zwar nicht vor Ort – seine Worte wurden trotzdem durch BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau an die rund 150 Anwesenden in der Halle am Freitagabend transportiert.

Warme Worte, die in der andauernden Entwicklung, in der sich der Spitzenfußball gefühlt immer weiter von seiner Basis entfernt, den Wandel im Fußball nur schwerlich überdecken können. Der Amateurfußball hat seine Schwierigkeiten sich mit den Vereinen aus den ersten Ligen noch zu identifizieren. Ein Miteinander erscheint schwer, wenn es oben darum geht, den internationalen Markt zu erobern und die Profite zu maximieren.

Amateure als Grundstein

Dann, wenn eigentlich die Amateure traditionell an der Reihe sind – am Sonntagnachmittag –, spielen mittlerweile die Bundesligisten selbst, um möglichst das komplette Wochenende im TV präsent zu sein. Pfau wies daraufhin, dass er diese Entwicklung auch bedauere, diese Entscheidungen aber unter dem Dach der DFL entschieden werden.

Dennoch: Für Pfau sind die Amateure der Grundstein allen fußballerischen Erfolges. „Beim FC Bayern hat kaum einer begonnen“, sagt Pfau bei seiner Rede: „Ihr seid die Basis für alles“, so der Bezirksvorsitzende zu den in Birnfeld erschienenen Vereinsvertretern.

Die Probleme beider Lager seien komplett unterschiedlich. „Wir drängen zusammen mit den anderen Verbänden darauf hin, dass die Schere zwischen Profis und den Amateuren nicht noch weiter auseinandergeht“, beteuerte Pfau, betonte aber gleichzeitig, es gehe darum die Schere „zu halten“. Sie zu schließen werde aufgrund der verschiedenen Interessen „kaum noch gelingen“.

Von immenser Bedeutung sei es für den Fußball als Breitensport, das Ehrenamt zu stärken – dem großen Trumpf der Kleinen. „Was die Leute in den Vereinen leisten, ist unbezahlbar“, fügt Pfau an.

„Ihr seid die Basis für alles.“
Jürgen Pfau, BFV-Bezirksvorsitzender

Ins selbe Horn blies der Ehrengast der Veranstaltung, Werner Köhler. Der Aubstädter kickte von 1978 bis 1991 in über 400 Pflichtspielen (davon eine Saison in der 2. Bundesliga) für den FC Schweinfurt 05. Anschließend kehrte er für neun Jahre als Spielertrainer zu seinem Heimatverein und heutigen Regionalligisten zurück, für den er heuer seit 13 Jahren als Kassier weiterhin ehrenamtlich tätig ist.

Menschen wie Köhler sind es, die nach wie vor – der bedenklichen Entwicklung im Fußball und der gesellschaftlichen Veränderung zum Trotz – dafür sorgen, dass der Fußball „König“ in Deutschland bleibe – und das Woche für Woche, bis runter in die tiefsten Spielklassen.

Idealisten

21 der stillen Helden, eben nicht jene, die auf dem Spielfeld für Tore sorgen, wurden in Birnfeld für ihre Verdienste in ihren Klubs geehrt. Als Auszeichnung gab es eine Urkunde und die obligatorische DFB-Uhr. Geehrt wurden, verteilt über den ganzen Spielkreis Schweinfurt, die vielen fleißigen Helfer und treuen Seelen, die dafür sorgen, dass die Sportstätte in Schuss bleibt, Vereinsfeste organisiert werden oder Veranstaltungen problemlos ablaufen.

„Wenn eine Gemeinde keine Vereine mehr hat, ist sie auf dem absteigenden Ast“, sagt Werner Köhler. Danach sieht es hier in der Region nicht aus. Zumindest nicht, wenn man sich die vielen Idealisten am Freitagabend anschaute. (skr)

Die Geehrten

Norbert Bock (TSV Aidhausen), Ralf Beck (SC Maroldsweisach), Karin Riedlmeier (DJK Dampfach), Stephan Schwinn (SV Ostheim), Reiner Mantel (TV Königsberg), Christoph Wagenhäuser (VfB Humprechtshausen), Reinhold Seissinger (SV Sömmersdorf), Claudia Engelbrecht (SC Hesselbach), Michael Müller (HSV Birnfeld), Katja Brendel (DJK Burghausen), Edmund Kestler (FC Wipfeld), Michael Walter (FV Opferbaum), Siegbert Klein (TSV Waigolshausen), Ewald Schirmer (Obbach), Frank Ledermann (SV Oberwerrn), Elisabeth Graber ( SV Mönchstockheim), Josef Wider (SV-DJK Unterspiesheim), Adalbert Seuffert (DJK Hergolshausen), Roland Marschall (FC Gerolzhofen), Elisabeth Full (FC Geldersheim), Roland Schöner (FC Donnersdorf).

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