EISHOCKEY

Toller Einstand für den Neuen auf der Haßfurter Bank

Gewühl vor dem Haßfurter Tor, das Hawks-Verteidiger Daniel Hora (links) letztlich entschärfen kann. Schweinfurts Angreifer Jonas Manger kommt nicht mehr an die Scheibe. Rechts der Haßfurter Michael Breyer. Foto: Ralf Naumann

Vorbereitung hin oder her: Derby ist Derby. Besonders dann, wenn die Schweinfurter „Mighty Dogs“ und die Haßfurter „Hawks“ aufeinandertreffen sind Niederlagen – nicht nur für die Fans – schmerzhaft. Kein Wunder also, dass vor allem die Anhänger der Blau-Weißen unter den offiziell 719 Zuschauern am Freitagabend den „Icedome“ recht schnell verließen, denn sie wollten sicher nicht erneut die Jubelgesänge der Gäste aus Haßfurt hören. Die gut 150 mitgereisten ESC-Fans hatten jedenfalls allen Grund, ihre Mannschaft nach der Schlusssirene lautstark zu feiern, denn zum dritten Mal in Folge gingen sie als Sieger vom Eis.

Effektive „Hawks“

Nach den beiden 8:3- und 6:1-Erfolgen in der Vorbereitung der letzten Saison stand diesmal nach 60 Minuten ein dickes 4:7 an der Anzeigetafel. Und während sich Haßfurter Neutrainer Volker Hartmann sehr über seinen ersten Sieg gegen den Bayernligisten freute („Ein Derbysieg ist natürlich immer etwas Besonderes und was Schönes“) war die Stimmung bei seinem Freund, Schweinfurts ebenfalls neuem Übungsleiter Michael Dippold, verständlicherweise im unteren Bereich angesiedelt. „Wenn man die ersten zehn Minuten anschaut, dann wäre es wahrscheinlich verdient gewesen. Aber auf das ganze Spiel gesehen, war es schon ein bisschen glücklich“, bewertete der 50-Jährige den Erfolg des Landesligisten. „Wir haben gefühlt eigentlich immer gedrückt und die Haßfurter haben immer im richtigen Moment die Tore gemacht. Das muss man ganz klar so sagen. Bei uns ging einfach nichts rein.“

Ein Derbysieg ist natürlich immer etwas schönes

Tatsache ist, dass sich die Gäste vom Treffer des kanadischen Neuzugangs Jeffray Murray zum 1:0 (13.) nicht wirklich beeindrucken ließen. Im Gegenteil: Nach dem Ausgleich von Jan Trübenekr (15.) brachte dessen Landsmann David Hornak den Außenseiter kurz darauf sogar nach vorne (16.). Es nutzte auch nichts, dass die „Mighty Dogs“ nach 40 Minuten ein deutliches Chancenplus von 27:12 Torschüssen aufweisen konnten: Durch weitere Treffer von Timo Zürcher (21.) sowie Michael Breyer (36.), die Schweinfurts Schlussmann Philipp Schnierstein keine Chance ließen, lagen sie bereits mit 1:4 im Hintertreffen.

Vermeintliche Aufholjagd

Sowohl die stark ersatzgeschwächte ESC-Abwehr (unter anderem fehlte auch Adrian Persch wegen Achillessehnenproblemen) sowie vor allem ein bärenstarker Timo Jung im Haßfurter Tor, der den werdenden Papa Martin Hildenbrand glänzend vertrat, ließen bis dahin keine weiteren Gegentore zu. Doch der ebenfalls bärenstarke Jeffray Murray stellte mit seinem zweiten Streich am Freitagabend die Weichen vermeintlich auf erfolgreiche Aufholjagd. Nach seinem Treffer zum 2:4 (46.) brachte der 24-Jährige im Schlussabschnitt, den die „Mighty Dogs“ gegen nun müde wirkende „Hawks“ (diese mussten auch auf den angeschlagenen Marvin Deske verzichten) über weite Strecken beherrschten, mit seinen weiteren Einstand-Toren drei und vier (46./54.) richtig Stimmung unter die Fans. Gleichzeitig beeindruckte er damit seinen Trainer: „Das ist ein ganz brutaler Typ. Der ist am Dienstag aus dem Flieger ausgestiegen, hat seit dem nur drei Mal trainiert. Und dann in so einem Spiel vier Tore zu machen – Hut ab“, gab es gleich ein Sonderlob von Dippold.

Doch selbst ein überragender Murray konnte die individuellen Fehler seiner Teamkollegen nicht verhindern, sodass David Hornak die Haßfurter nach toller Vorarbeit von Daniel Hora nur anderthalb Minuten nach dem Ausgleich zum 4:4 erneut in Führung brachte – und das sogar in Unterzahl (55.).

Franeks Doppelpack

„Gerade da hat man eindrucksvoll die tolle Moral in der Mannschaft gesehen“, war diese Antwort für Hartmann eine gelungene Reaktion auf den immer mehr zunehmenden Druck des Bayernligisten. Mit einem Doppelpack – beim letzten Treffer hatte Schweinfurts Kevin Keßler für einen weiteren Feldspieler sein Tor geräumt – sorgte schließlich David Franek für die endgültige Entscheidung und machte den Derbysieg Nummer Drei für den Landesligisten perfekt (58./60.).

„Wir haben einfach gut dagegengehalten“, lobte Volker Hartmann seine Spieler, die dem immensen Druck der Hausherren, die nach dem Ausgleich natürlich unbedingt in Führung gehen und somit doch noch den Sieg sichern wollten, stand hielten. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er am Ende. „Auf jeden Fall verdient gewonnen“, lautete das Fazit des noch angeschlagenen ESC-Verteidigers Marco Hildenbrand, der die Partie hinter der Band verfolgt hatte.

Die Statistik des Spiels

Eishockey, Vorbereitungsspiel

Schweinfurter Mighty Dogs – ESC Haßfurt Hawks 4:7 (1:2, 1:2, 2:3)

Schweinfurt: Keßler, Schnierstein – L. Kleider, Köder, Cypas, A. Kleider, Babinsky, Faust – Adam, Schlick, Manger, Seibel, Ledin, Tratz, Grüner, Murray, Rakonic, Rabs, Kouba, Fröhlich. Haßfurt: Jung, Dietz – Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx – Deske, Krein, Trübenekr, Lang, Franek, Dietrich, Schubert, Zürcher, Finzel, Kratschmer, Breyer. Schiedsrichter: Wittmann – Schnabel/Mackert. Zuschauer: 719, davon 150 aus Haßfurt. Tore: 1:0 (13.) Murray (Ledin), 1:1 (15.) Trübenekr (Hornak, Hora), 1:2 (16.) Hornak (Hora, Trübenekr) 4-4, 1:3 (21.) Zürcher (Hornak), 1:4 (36.) Breyer (Lang) 4-5, 2:4 (37.) Murray (Fröhlich), 3:4 (46.) Murray (Cypas) 5-4, 4:4 (54.) Murray (Cypas, Kouba), 4:5 (55.) Hornak (Hora) 5-4, 4:6 (68.) Franek, 4:7 (60.) Franek – Empty-net. Strafzeiten: Schweinfurt 16 / Haßfurt 20.

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