FUßBALL BAYERNLIGA NORD

Thomas Roas trifft mitten ins Sander Herz

Autsch, das tat weh: Erlangens Rafael Hinrichs bringt den Sander Max Witchen vor den Augen von Trainer Dieter Schlereth zu Fall. Doch mehr als diese Momentaufnahme dürfte den Sandern die 0:1-Heimniederlage gegen den FSV Erlangen-Bruck schmerzen. Foto: Ralf Naumann

Nach vier Partien ohne Niederlage musste der FC Sand gegen Erlangen-Bruck eine empfindliche Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten hinnehmen. Die Korbmacher investierten viel, am Ende freute sich der Gegner in einer hart umkämpften und hitzigen Partie. Im Kampf um den Klassenerhalt bedeutet dies einen herben Rückschlag, die Mittelfranken ziehen in der Tabelle an der Elf von Trainer Dieter Schlereth vorbei.

Als Oliver Seybold den Ball von rechts die Kugel in die Mitte auf Thomas Roas legte, nutzte der Linksaußen eiskalt seine Chance und netzte aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (52.). Dies war der Höhepunkte einer ansonsten mäßigen Partie.

Dabei begann das Match so vielversprechend: Tempo und Intensität bestimmten das Spielgeschehen in der Anfangsphase. Jeder Zweikampf wurde beinhart geführt, die körperlich robusten Erlanger machten den Hausherren ordentlich zu schaffen. Die Sander hielten dagegen und nahmen das Duell an. Von den Gastgebern war spielerisch wenig zu sehen. Schüsse aus der Distanz, wie von Shaban Rugovaj (26.) oder Sebastian Wagner (27.), machten deutlich, dass die Korbmacher den Zugriff aufs Spiel bis dato noch nicht wirklich gefunden hatten.

Mit der Zeit wurden die Gastgeber allerdings besser und versuchten mit präzisen Flanken in den Strafraum die Torgefahr zu erhöhen – es fand sich jedoch kein geeigneter Abnehmer. Hayri Özdemir wollte den Sander beinahe einen Gefallen tun, köpfte den Ball aber knapp am eigenen Tor vorbei (40.). Die Chancen kamen eher per Zufall als nach zielgerichteten Angriffen zustande, hundertprozentige Torchancen waren auf beiden Seite Mangelware.

Trainer Dieter Schlereth hätte gerne ein Tor seines Teams gesehen: „Auf unserem Kunstrasenplatz sind die Räume eng, beide Teams standen unheimlich gut. Für uns wäre es wichtig gewesen, in Führung zu gehen. Das haben wir leider verpasst.“

Danny Schlereth, auf der eher ungewohnten Innenverteidigerposition, ließ für einen Moment seine fußballerische Klasse aufblitzen, indem er zu zwei Großchancen per Fernschuss und Kopf (56.) kam. Darauf folgte viel Leerlauf und wenig Fußball, beide Teams mühten sich in den Zweikämpfen ab. Der ein oder andere Spieler zeigte dabei einen gewissen Hang zur Theatralik, was auf den Unmut der Zuschauer traf. Heftige Wortauseinandersetzungen und Buh-Rufe schmälerten das Niveau des Spiels.

„Dass das heute kein schönes Fußballspiel wird, war vorher klar. Im Abstiegskampf ist es immer schwierig, der Kunstrasenplatz tat sein Übriges. Der Schiedsrichter hätte die Unruhe früher rausnehmen müssen“, sagte Mittelfeldspieler Dominik Rippstein. Der FC Sand lief nichtsdestotrotz immer wieder an, die Kugel lief aber weit nicht mehr so rund wie in den vorangegangenen Matches. Der Wille war vorhanden, die spielerische Qualität blieb jedoch auf der Strecke.

Es dauerte bis in die 82.Minute hinein, bis die Zuschauer wieder eine ernstzunehmende Torchance beobachten konnten: Brandon Lala legte auf Oliver Seybold, der einen strammen Schuss auf den Kasten von Markus Geier abfeuerte – der Sander Keeper blieb Sieger.

Zum Ende hin warfen die Korbmacher alles nach vorne. Dominik Rippstein probierte nochmal sein Glück aus 18 Metern (86.), doch immer wieder war ein Erlanger Bein dazwischen oder parierte Torwart Mathias Beck sicher. Schließlich keimten die Sander Hoffnungen bei Christopher Gonnerts Kopfball für Millisekunden nochmals auf – vergeblich (90.).

Dieter Schlereth zeigte sich nach dem Match enttäuscht: „Das war heute ein absolutes Kampfspiel. Wir hätten gern ein Happy-End zur Winterpause gehabt, ein Punkt wäre schön gewesen – zumindest hätten wir uns das meiner Meinung nach verdient gehabt.“

Letztendlich fuhren die Erlanger einen wichtigen Arbeitssieg im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten ein, wenn auch etwas glücklich. Der FC Sand hat sich für seinen Einsatz nicht belohnt und konnte seine Serie nicht fortsetzen. Die bisherige Rückrunde war bärenstark, durch die Niederlage bleibt jedoch ein leicht bitterer Nachgeschmack.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Bayernliga Nord 1. FC Sand – FSV Erlangen-Bruck 0:1 (0:0) Sand: Geier – Gonnert, Flachsenberger (82. Moser), Karmann, D. Schlereth, T. Schlereth, Rippstein, Reith (71. Witchen), Steinmann, Wagner, Rugovaj.

Erlangen-Bruck: Beck – Roas (82. Fromholzer), Lala, Bauernschmitt, Hinrichs, Vidal Camejo (88. Wilke), Selmani (90.3 Skach), Seybold, Djonbalic, Lunz, Özdemir.

Tor: 0:1 Thomas Roas (52.). Schiedsrichter: Roman Potemkin (SV Friesen). Zuschauer: 220.

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