FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Sands „Oldie“ schlägt zurück

Fußball, Bayernliga, Würzburger FV - 1. FC Sand
Sein Siegtreffer in Würzburg brachte Sand aus der Abstiegszone: Thorsten Schlereth (links). Auch in Forchheim will der 36-Jährige seine Erfahrung einbringen. Foto: HMB Media/Heiko Becker

SpVgg Jahn Forchheim – 1. FC Sand (Samstag, 2. März, 14 Uhr, Sportanlage Forchheim)

Wer als Fußballer von den gegnerischen Fans angepöbelt wird, sollte eine dicke Haut vorweisen können und auf die Provokationen bestenfalls ein Tor folgen lassen. „Du siehst aus wie ein 50-Jähriger“, schallte es Sands Thorsten Schlereth vor dem Match gegen den Würzburger FV entgegen. Der 36-Jährige war tatsächlich der älteste Spieler auf dem Platz, doch die Antwort auf dem Spielfeld lief seinen Herausforderern eiskalt den Rücken hinunter.

Sechs Minuten vor Schluss stand es 1:0 für den Favoriten aus Würzburg. Kaum ein Zuschauer glaubte ernsthaft, dass sich am Spielausgang noch etwas ändern könnte. Als Shaban Rugovaj in der 84. Minute den Ausgleich markierte, drehte Thorsten Schlereth auf und die Stimmung zugunsten des FC Sand.

Ein unheimlich geiles Gefühl

„Anfeindungen spornen mich erst recht an“, so Sands Flitzer auf der linken Außenbahn. Und so ließ der älteste Sohn von Trainer Dieter Schlereth seine Kritiker neben dem Platz phänomenal verstummen: Eine Hereingabe von Christopher Gonnert jagte Schlereth mit Vollspann in den Winkel – so schön kann Fußball sein.

Schlereths Freude ging mit ihm durch – auf den Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit folgte ein oberkörperfreier Jubellauf über das Spielfeld. Die Gefühlsekstase der Korbmacher kannte keine Grenzen: „Alle Dämme sind in diesem Moment gebrochen, das war ein unheimlich geiles Gefühl“, betont Schlereth.

120 statt 100 Prozent

Falls die Korbmacher wirklich am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern sollten, werden sie auf dieses Match sicherlich zurückblicken. In acht Minuten einen Rückstand gegen den Viertplatzierten der Bayernliga zu drehen, verleiht Flügel. Doch es gilt auf dem Boden zu bleiben, das weiß auch der Routinier: „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Forchheim ist zwar auf dem Papier ein leichterer Gegner als Würzburg, doch wir sollten nicht den Fehler machen und sie unterschätzen.“

Damit die Sander ihrem großen Ziel näherkommen, müsse jeder über sich hinauswachsen. „Es reicht nicht, 100 Prozent zu geben. Um sich durchzusetzen, müssen wir 120 Prozent aus uns herausholen.“

„Ohne Danny könnte ich wahrscheinlich nicht mehr spielen“
Thorsten Schlereth, Routinier beim FC Sand

Wie schafft es Thorsten Schlereth aber überhaupt mit 36 Jahren noch solche Spiele wie gegen Würzburg zu bestreiten? „Ich trinke kaum Alkohol und rauche nicht. Außerdem gehe ich zusätzlich ins Fitnessstudio, um meinen Rücken zu stärken“, stellt Schlereth heraus. „Ich muss aber zugeben, dass meine Knie aufgrund von Arthrose langsam versagen, so dass ich oft unter Schmerzen spiele.“ Daher ist es für ihn umso wichtiger, dass ihm sein Bruder Danny als Linksverteidiger den Rücken freihält: „Da Danny längere Wege geht als ich, kann ich mich ab und zu mal fallenlassen und eine ganz kurze Verschnaufpause einlegen. Ohne Danny könnte ich wahrscheinlich nicht mehr spielen“, weiß der ältere Bruder die Leistung des jüngeren zu schätzen.

Abstiegskampf fängt jetzt erst richtig an

Auch auf die beiden Brüder wird es in den kommenden Spielen ankommen. Der Abstiegskampf fängt gerade erst richtig an, auch wenn sich die Sander nach dem erfolgreichen Wochenende wieder auf einem Nichtabstiegsplatz befinden. Forchheim besitzt fünf Punkte weniger und belegt aktuell den vorletzten Tabellenrang. Ein Dreier der Sander wird somit zur Pflicht im Kampf um den Abstieg. Während die Korbmacher mit breiter Brust nach Oberfranken fahren, wartet die Elf von Trainer von Christian Springer auf einen Befreiungsschlag. Vor der Winterpause kassierten die Forchheimer zwölf Gegentore in drei Partien. Im Seestadion konnte sich die Springer-Elf allerdings mit 4:2 durchsetzen.

Aufgebot FC Sand: Geier, Klemm – Bechmann, Karmann, Flachsenberger, D, Schlereth, Witchen, Rippstein, Reith, Steinmann, D. Schmitt, T. Schlereth, Wagner, Gonnert, Moser, Röder, Markof, Rugovaj.

Rückblick

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  2. FC Sand: Talent und Jugend ist nicht immer gleich Bayernliga
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