FUßBALL: BAYERNLIGA

Sand kann mit einem Punkt leben

Fussball, Bayernliga Nord  ++  FC Viktoria Kahl vs. 1.FC Sand am Main    ++
Zweikampf der beiden Torschützen: Der Sander Thomas Durst (schwarz) zieht in dieser Szene den Kürzeren gegen den Kahler Mike Kirchner. Foto: Ryan Evans

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten Trainer Dieter Schlereth und seine Sander am Samstagnachmittag. Mit Selbstvertrauen in die Partie gestartet, wollten die Korbmacher beim zweiten Auswärtsspiel in Folge bei Aufsteiger Viktoria Kahl „auf jeden Fall etwas mitnehmen“. Nach der starken und überlegen geführten ersten Hälfte träumten die Schwarz-Weißen trotz fehlender Tore gar vom Sieg, um hinterher zufrieden mit einem 1:1-Unentschieden nach Hause zu fahren.

Voller Selbstvertrauen waren die Sander um 12 Uhr in den Bus gen Kahl gestiegen. Stark hatten sie sich gegen Großbardorf präsentiert und jüngst in Abtswind den ersten Dreier eingefahren. Deshalb war die Marschroute klar. Mindestens ein weiterer Zähler sollte am Ende des Tages auf dem FC-Punktekonto verzeichnet sein.

Und die im Vergleich zum Mittwoch unveränderten Gäste arbeiteten unverzüglich daran. Thorsten Schlereths Schuss verfehlte knapp sein Ziel, Andre Karmann köpfte wenig später vorbei. Die Sander entwickelten enormen Druck, dem die in dieser Saison noch punktlosen Gastgeber kaum etwas entgegenzusetzen hatten. Vielmehr konnten sie auch in der Folge froh sein, nicht in Rückstand zu geraten, als Viktoria-Keeper Simon Stadtmüller den Ball fallen ließ, aber kein Sander ihn ins verwaiste Gehäuse schoss.

Gutes Gefühl zur Pause

Kurz vor der Pause hatte Shaban Rugovaj, Doppeltorschütze von Abtswind, erneut die Gelegenheit, die Seinen in Front zu schießen, scheiterte aber am stark abwehrenden Stadtmüller. Die Sander dominierten die Partie, erarbeiteten sich etliche Möglichkeiten, vergaßen aber, wie gegen Großbardorf, das Toreschießen. Dennoch wechselten sie mit einem guten Gefühl die Seiten. „In der Halbzeit wollte ich unbedingt drei Punkte mitnehmen, da wir eindeutig die bessere Mannschaft waren. Wir hätten vorne liegen müssen“, hatte FC-Coach Dieter Schlereth nach den guten Eindrücken des ersten Abschnitts große Hoffnung, den Sieg mit nach Hause zu nehmen.

Defensiv hatten die Gäste sehr abgeklärt agiert und Kahl nicht einmal zum Abschluss kommen lassen. Auch nach dem Seitenwechsel fehlten dem Neuling Ideen und Durchschlagskraft im Angriffsdrittel, wenn gleich die Hausherren nun deutlich beherzter zu Werke gingen und mit einem Standard den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf stellten. Denn der eingewechselte Mike Kirchner nagelte das Leder aus halbrechter Position abgefälscht in den Torgiebel – ohne Abwehrchance für Sands Schlussmann Stefan Klemm.

Danach mühte sich die Schlereth-Elf, die nach rund einer halben Stunde Danny Schlereth mit einer Muskelverletzung verlor, wirkliche Chancen erarbeitete sie sich aber nicht. „Die haben sich mit elf Mann hinten reingestellt und verteidigt“, beschrieb Sportleiter Erich Barfuß die Kahler Mauertaktik, die beinahe zum Erfolg geführt hätte. Aber eben nur beinahe. Denn der eingewechselte Thomas Durst erzielte in seinem ersten Bayernliga-Spiel überhaupt nach einem Eckball per Drehschuss den Ausgleich. „Letztlich müssen wir mit dem Punkt aufgrund des Spielverlaufs zufrieden sein“, war Schlereth merklich hin- und hergerissen. Barfuß bezeichnete das Unentschieden als einen „Punkt der Moral“ und zeigte sich mit den vier Zählern aus der ersten englischen Woche einverstanden, ebenso wie mit den bisherigen Leistungen.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Bayernliga Nord FC Viktoria Kahl – FC Sand 1:1 (0:0)

Kahl: Stadtmüller, Zaeteri, Gora, Elbert (83. Wissel), Kresovic, Akman (36. Kirchner), Allig, Farbmacher, Cetim, Reinhart, Heßler.

Sand: Klemm – Bechmann, Rugovaj, Topuz, D. Schlereth (39. Tscherner), T. Schlereth (89. Hart), Karmann, Markof (61. Durst), Thomann, Rippstein, Steinmann.

Schiedsrichter: Roloff (Nürnberg). Zuschauer: 270. Tore: 1:0 Mike Kirchner (53.), 1:1 Thomas Durst (81.). Gelb: Akman, Farbmacher – Bechmann, Topuz, Steinmann. Gelb-Rot: Andre Karmann (Sand, 89.).

Rückblick

  1. Shaban Rugovaj beschert Sand einen Zähler
  2. Sander Abwehr schon wieder gesprengt
  3. Für Sands Bechmann ist selbst ein Spiel Sperre zu viel
  4. Nach fünf Minuten war das Sander Konzept schon Geschichte
  5. Mehrere Gründe für Sander Optimismus
  6. Später Elfer sorgt für Sander Frust
  7. Die Pause hat Sand gut getan
  8. Warum der FC Sand spielfrei ist
  9. Torflaute beendet: Sand gewinnt "Sechs-Punkte-Spiel"
  10. Gonnert beendet die Sander Torflaute
  11. Wie der FC Sand endlich seine Torflaute beenden will
  12. Snaschel trifft, Schlereth nicht
  13. Warum Sand in Großbardorf doppelt Revanche nehmen will
  14. Kämpfer Karmann sieht Sand über dem Strich
  15. Warum zweimal gelb nicht gelb/rot sein sollte
  16. Der FC Sand hat gegen Vilzing keine Chance
  17. Sand braucht erneut sein Kämpferherz
  18. FC Sand agiert zu lange zu mutlos
  19. Bleibt der FC Sand außerhalb der Norm?
  20. FC Sand: Zwei kalte Duschen und ein Hattrick
  21. Rugovajs Hattrick dreht Hof den Saft ab
  22. Sand muss den Schalter sofort umlegen
  23. Desolater FC Sand wird abgewatscht
  24. Der FC Sand wird abgewatscht
  25. Der dritte Heimsieg ist ein Muss
  26. Rote Karte: Kreisklassen-Trainer hat's als Ersten erwischt
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  35. Wie das Seestadion zur Partymeile werden soll
  36. Warum ein Pfiff den FC Sand erzürnen lässt
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  39. Warum ein Punkt viel Mut macht
  40. Wie der FC Sand mit der Situation im Tabellenkeller umgeht
  41. Sand rutscht auf den vorletzten Platz
  42. Ampelkarte als frühe Hypothek
  43. „Wenn Sand ruft, kann ich nicht nein sagen“
  44. Bechmann wohl wieder im Kader
  45. Warum es in Sand kaum mehr besser wird
  46. Mert Topuz vier Spiele gesperrt
  47. Was Sand mehr schmerzt als die Niederlage
  48. Drei Punkte und noch mehr verloren
  49. Die Sander Sorgen werden größer
  50. Sand verspielt in Gebenbach eine 2:1-Führung

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