Volleyball: Bundesliga

Wie geht es weiter mit dem Volleyball in Eltmann?

Das Projekt Bundesliga der Eltmanner Heitec Volleys ist gescheitert. Wie es weitergeht, ist unklar - das grassierende Coronavirus macht die Sache nicht einfacher.
In seinem Wohnzimmer: Peter Knieling (links), der Vorstandsvorsitzende des VC Eltmann in der Georg-Schäfer-Sporthalle.
In seinem Wohnzimmer: Peter Knieling (links), der Vorstandsvorsitzende des VC Eltmann in der Georg-Schäfer-Sporthalle. Foto: Matthias Lewin

Vieles ist ungewiss in diesen Zeiten - für Eltmann und den Volleyballsport gilt das besonders. Nachdem Ex-Manager Manohar Faupel vor wenigen Tagen bekannt gegeben hatte, dass allen Spielern und Mitarbeitern der Heitec Volleys GmbH durch den Insolvenzverwalter fristlos gekündigt wurde, ist nur eines sicher: Das Projekt Bundesliga in Eltmann ist erneut gescheitert

Vor rund zehn Jahren war es die Weltwirtschaftskrise, die den als "VC Franken" in der Bundesliga antretenden Eltmannern einen Strich durch die Rechnung machte. Lag es damals an den durch den Wirtschaftsabschwung zahlungsunfähigen Sponsoren, macht der derzeitige Ausnahmezustand durch das Coronavirus die Situation zwar nicht einfacher, Auslöser der Misere ist sie jedoch nicht. Die Heitec Volleys hatten bereits Ende Dezember den Antrag auf Insolvenz gestellt.

"Haben schlicht zu viel Geld ausgegeben"

"Wir haben schlicht zu viel Geld ausgegeben", sagt Peter Knieling. Der Vorstandsvorsitzende des VC Eltmann gehörte seinen Aussagen zufolge von Beginn an zur "Fraktion Georg-Schäfer-Sporthalle", warnte vor den immensen Kosten durch die Verlegung der Heimspiele in die Bamberger Brose-Arena. Doch er wurde "gnadenlos überstimmt". Das Austragen der Spiele in Oberfranken wurde nicht nur verheerend teuer, sondern stieß auch den Anhängern sauer auf. Bereits Mitte November gab es dazu auch Kritik von Gesellschafter Wolfgang Heyder, der vor allem die Art der Entscheidung und mangelnde Professionalität anprangerte.

Auch die gestiegenen Personalkosten für bundesligataugliche Spieler - besonders zu erwähnen ist hier die nachträgliche Verpflichtung des japanischen Liberos Shunsuke Watanabe im November - sowie für den Manager Manohar Faupel, der die Rolle des CEO nach dem Rückzug von Rolf Werner übernommen hatte, rissen tiefe Löcher in die Eltmanner Kassen. Letzterer trat in seiner letzten Amtshandlung als CEO der Heitec Volleys GmbH noch einmal ordentlich nach, sprach von "verbrannter Erde" und "unprofessioneller" Kommunikation.

Ihn haben die Heitec Volleys im November nachverpflichtet: Libero Shunsuke Watanabe.
Ihn haben die Heitec Volleys im November nachverpflichtet: Libero Shunsuke Watanabe. Foto: Daniel Löb

Knieling warnte eindringlich: "Ich verstehe den Wunsch, sich professionell aufstellen zu wollen. Aber das kostet eben auch eine Menge Geld", sagt der Vorsitzende. Die Heitec Volleys hätten sich nicht binnen einer Saison auf das Niveau gestandener Bundesligisten katapultieren müssen, hätten mit einer Ausnahmegenehmigung fast alle Heimspiele in Eltmann bestreiten können. Erhört wurde Knieling nicht. "Und wer kassiert jetzt die Arschtritte im Ort? Das sind wir, Rolf und ich - und nicht die, die sonstwo wohnen."

Was geht noch in Sachen Volleyball und Eltmann? Die Verantwortlichen um Knieling "arbeiten daran", doch erschwere der derzeitige Ausnahmezustand vieles. "Der Kontakt zu den Sponsoren ist momentan sehr schwierig", erklärt der Vorsitzende. Viele Geldgeber seien in der Automobilindustrie tätig und aktuell arg gebeutelt durch die Folgen der Pandemie. Zwar gäbe es Gespräche, wirklich konkret sei jedoch noch nichts. "Wir hoffen, dass wir mit unseren Sponsoren weiterarbeiten können."

"Sehe uns nicht in der Bundesliga"

Weiterarbeiten - aber in welcher Liga? "Ich sehe uns nicht in der Bundesliga", so Knieling weiter. "Ob die zweite Liga finanziell machbar ist, müssen wir sehen. Aber auch ein, zwei Jahre in der dritten Liga würden uns nicht weh tun. Der VC Eltmann ist ein gesunder Verein." Fraglich sei zudem, wann, wie und ob überhaupt eine neue Saison - egal, in welcher Klasse - starten wird. "Ich sehe das ehrlich gesagt gerade nicht. Die Einschränkungen durch den Ausnahmezustand könnten sich auch noch bis zum Jahresende ziehen."

Alle Verträge der Spieler, des Trainers Marco Donat und der Mitarbeiter der Heitec Volleys sind gekündigt, ausländische Akteure noch rechtzeitig in die Heimat ausgeflogen worden. Aktuell gibt es noch drei Spieler der ersten Herrenmannschaft, die auf Minijob-Basis beim Mutterverein unter Vertrag sind - Namen will Knieling nicht nennen. Was bleibt da noch übrig vom Eltmanner Volleyball? "Wir dürfen nicht immer nur die erste Mannschaft sehen. Wir haben noch andere Teams, die Jugend und eine aktive Cheerleading-Gruppe. Diese Teile haben, was den Verein angeht, gerade absolute Priorität."

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