FUSSBALL: BAYERNLIGA

Warum Sand in Großbardorf doppelt Revanche nehmen will

Brennt nicht nur aufgrund seiner vergebenen Großchance im Hinspiel auf Wiedergutmachung beim TSV Großbardorf: Sands Thorsten Schlereth (rechts), hier im Duell mit dem Bardorfer Maximilian Zang.  Foto: Ralf Naumann

Feiern die Sander im Juli ihr Weinfest, ist das gesamte Dorf im Ausnahmezustand. Passend zum Auftakt der TSV Großbardorf zum Bayernliga-Duell ins Seestadion, über 500 Zuschauer nahmen das Hinspiel als Startschuss für die Sause am Altmain. Einzig die Großbardorfer vermiesten den Korbmachern den Partyauftakt, als sie einen schmeichelhaften 3:1-Auswärtssieg einstrichen. Am Sonntag um 11 Uhr hat die Schlereth-Elf die Möglichkeit, sich zu revanchieren - in zweifacher Hinsicht.

Von "Pech" trotz einer "geilen Leistung" sprach Sands Trainer Dieter Schlereth auf der einen, von "Glück" und einer "schweren Geburt" sein Großbardorfer Pendant André Betz auf der anderen Seite. Knackpunkt der Partie war eine versemmelte Großchance von Thorsten Schlereth, der es damit verpasste, seine überragende Leistung in diesem Auftaktspiel zu krönen. Stattdessen entschieden Björn Schönwiesner und Lukas Dinkel das Spiel zu Gunsten der Gäste - mit zwei Kontertoren. Es half nichts, die Sander mussten sich sieglos mit ihren Weinfest-Schoppen zuprosten.

Frühschoppen zum Bayernliga-Derby

Zu einer ungewöhnlichen Zeit - Anpfiff ist am Sonntag bereits um 11 Uhr - hat der FC Sand (15. Platz/14 Punkte) die Möglichkeit, sich für diese bittere Niederlage zu rächen. Grund für den frühen Spielbeginn ist das vom TSV Großbardorf (7./23) initiierte "Oktoberfest-Frühschoppen-Derby" - das die Sander den Grabfeldern ordentlich vermiesen könnten. "Wir werden auf jeden Fall versuchen, ihnen ihr Oktoberfest zu versauen", sagt der Sander Sportleiter Erich Barfuß lachend. "Aber", fügt er hinzu, "natürlich nur im sportlichen Sinn. Wir wollen drei Punkte."

Und die Chancen stehen nicht schlecht: Aktuell haben die Großbardorfer die sprichwörtliche Seuche am Fuß. Am vergangenen Wochenende verlor der TSV zu Hause gegen den TSV Abtswind - trotz Überzahl und zwei zugesprochener Elfmeter mit 0:2. Nur eine der vergangenen sechs Partien entschied die Betz-Elf für sich (4:2 gegen die DJK Vilzing). "Das kann man schon als Pech-Modus bezeichnen", sagt Barfuß. "Wenn das gegen uns noch genauso ist, ist das natürlich ein Vorteil. Aber du weißt nie, wann bei denen der Knoten platzt."

Angespannte Lage im Grabfeld

Vom platzenden Knoten sind die Großbardorfer nach eigener Ansicht weit entfernt. Sportvorstand Andreas Lampert spricht bereits davon, dass der zu Saisonbeginn noch als geheime Titelaspirant gehandelte TSV "den Blick nach hinten richten" und "die Ärmel hochkrempeln" muss. Denn: "Mit der Einsatz- und Laufbereitschaft der zweiten Halbzeit gegen Abtswind wird es auch gegen Sand definitiv nicht reichen." Ganz so einfach wird die Aufgabe im Grabfeld laut Barfuß jedoch nicht. Der TSV habe weitaus mehr Qualität, als es deren Tabellenplatz aussage. "Sie spielen aktuell unter ihren Möglichkeiten. Aber es darf nicht täuschen: Da kommt ein richtig schwerer Brocken auf uns zu."

Jüngst merkte FCS-Kapitän André Karmann an, dass die Sander in der Bayernliga mit den meisten Teams mithalten können - sofern alle Mann an Bord sind. Das ist inzwischen der Fall. "Wenn bei uns einige der etablierten Spieler ausfallen, haben wir ein Problem", sagt Barfuß. Doch nach dem zuletzt spielfreien Wochenende stehen die Jungs gut im Futter, verzichten muss Trainer Dieter Schlereth nur auf André Schmitt (Achillessehnenriss), Thomas Durst (Knieverletzung) und Stefan Klemm (Muskel- und Sehnenriss im Oberschenkel). Auch Sven Wieczorek (Barfuß: "Sven ist eine Waffe. Aber er braucht noch Spiele.") sammelte nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch zuletzt wieder Spielminuten in der ersten Mannschaft.

Die Vorzeichen stehen also gut für die Schwarz-Weißen. Zwar kassierte Sand zuletzt zwei 0:2-Pleiten gegen den SC Eltersdorf und die DJK Vilzing, beide bewegen sich jedoch in anderen Sphären als der FCS. So eigentlich auch der TSV Großbardorf. Doch nach der Weinfest-Pleite werden die Sander wohl alles daran setzen, den TSVlern in ihren Frühschoppen zu spucken - natürlich nur im sportlichen Sinn.

Aufgebot des FC Sand
Markus Geier, Fabian Zehe - Julian Klauer, Ralph Thomann, Danny Schlereth, Joe Bechmann, Mert Tobus, Kevin Steinmann, André Karmann - Sebastian Wagner, Dominik Rippstein, Max Wittchen, Kevin Moser, Luca Zeiß, Felix Hart, Niklas Tscherner, Thorsten Schlereth, Shaban Rugovaj, Sven Wieczorek, Philipp Markof, Christopher Gonnert.

Rückblick

  1. Dieter Schlereth verlässt Sand am Saisonende
  2. Shaban Rugovaj beschert Sand einen Zähler
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  5. Nach fünf Minuten war das Sander Konzept schon Geschichte
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  9. Warum der FC Sand spielfrei ist
  10. Torflaute beendet: Sand gewinnt "Sechs-Punkte-Spiel"
  11. Gonnert beendet die Sander Torflaute
  12. Wie der FC Sand endlich seine Torflaute beenden will
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  14. Warum Sand in Großbardorf doppelt Revanche nehmen will
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  20. Bleibt der FC Sand außerhalb der Norm?
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