Volleyball, 1. Bundesliga

Eltmanns Kampf wird nicht belohnt

Die Eltmanner Heitec Volleys kassieren in Unterhaching eine klare 0:3-Niederlage.  Am Mittwoch geht es gegen Schlusslicht Rottenburg.
Artistisch hält Eltmanns Carlos 'Kadu' Antony einen Hachinger Angriffsball im Spiel. Doch kassierten die Heitec Volleys bei den Alpen Volleys letztlich eine 0:3-Niederlage. 
Artistisch hält Eltmanns Carlos "Kadu" Antony einen Hachinger Angriffsball im Spiel. Doch kassierten die Heitec Volleys bei den Alpen Volleys letztlich eine 0:3-Niederlage.  Foto: Daniel Löb

Seine Rückkehr in sein  "Wohnzimmer" hatte sich Jonas Sagstetter sicherlich anders vorgestellt. Klar mit 0:3 zogen die Eltmanner bei den Alpen Volleys in Unterhaching, dem bisherigen Verein des Eltmanner Außenangreifers, den Kürzeren, konnten dabei nur im ersten Satz wirklich dagegen halten. Die Heitec Volleys mussten am Sonntagabend erneut auf den an einem gebrochenen Finger operierten Roosevelt Filho verzichten, dafür kam mit Shunsuke Watanabe der japanische Neuzugang der Heitec Volleys zu seinem ersten Einsatz für die Unterfranken - ein Einstand, der getrost als misslungen bezeichnet werden kann. Die Abstimmung zwischen ihm und seinen Mitspielern ist natürlich noch lückenhaft.

Hin und her ging es im ersten Satz, bis sich die Hachinger auf vier Punkte absetzen konnten. Doch kam Eltmann wieder zurück, verhinderte mit einem gelungenen Dreierblock den ersten Satzball für die Gastgeber und hatte dann - diesmal durch einen gelungenen Block von Mathäus Jurkovics beim 24:25, selbst die Möglichkeit, Satz eins einzufahren. Der Satzball konnte allerdings wie auch zwei weitere im ersten Durchgang nicht genutzt werden. Haching drehte die Partie schließlich, ein diesmal misslungener Block der Eltmanner sprang ins Aus, der erste Satz ging mit 31:29 an die Alpen Volleys.

Ein Fiasko im zweiten Satz

Marco Donat stellte im zweiten Satz um, brachte Rafal Prokopczuk für Merten Krüger als Zuspieler. Dennoch gipfelte dieser Durchgang in einem Fiasko für Eltmann. Und das deutete sich schon zu Beginn an, denn Haching ging vor allem durch extrem harte Aufschläge schnell mit 6:1 nach vorne - ein Rückstand, von dem sich Eltmann  nicht mehr erholen sollte. Da halfen auch zwei Auszeiten von Marco Donat nicht, in denen Eltmanns Trainer versuchte, seine Schützlingen noch einmal zu motivieren. Immer wieder kamen die Hachinger frei zum Schmettern, der Eltmanner Block hatte seine Effektivität eingebüßt. Die Oberbayern zogen immer weiter weg, hatten beim 24:15 acht Satzbälle und verwandelten gleich den ersten, weil Eltmanns Österreicher Mathäus Jurkovics seinen Angriff ins Netz statt darüber setzte.

Eltmanns Kapitän Merten Krüger kehrte in Satz drei zurück, und es wurde wieder eng. Die Eltmanner Zwei-Punkte-Führung (6:8) holten die Alpen Volleys allerdings umgehend wieder auf und gingen, weil Luuc Van der Ent einen leichten Schmetterball ohne gegnerischen Block weit ins Aus schlug, ihrerseits mit 14:12 in Front. Jonas Sagstetter hielt Eltmann im Spiel, leistete sich dann aber einen Aufschlagfehler, den Carlos Antony wenig später aber "reparierte". Dennoch ging Haching mit 16:14 in die technische Auszeit.

Beide Mannschaften kämpften, Haching holte einen unmöglichen Ball zurück ins Feld und pflanzte ihn anschließend in die Eltmanner Hälfte. Zwei Punkte von Irfan Hamzagic sorgten dafür, dass die Heitec Volleys dran zu bleiben schienen. Dass es aber nicht klappte, lag an Jordan Richards, dessen Aufschläge Eltmann zu stark unter Druck setzen, da konnte auch Shunsuke Watanabe nichts entgegen setzen.

Aufschlagfehler zum Ende

Bei 17:20 aus Eltmanner Sicht missglückter der Angriff von Jonas Sagstetter, die Alpen Volleys lagen vier Zähler vor dem 3:0-Heimsieg. Ein Aufschlagfehler von Hamzagic brachte den Hausherren den 23. Punkt, Eltmann hielt durch Carlos Antony und Hamzgic noch einmal dagegen, verkürzte auf 23:21. Doch wieder gerit der Aufschlag von Jonas Sagstetter zu lang, Haching bekam so drei Matchballe quasi geschenkt. Den ersten wehrte Hamzagic mit einem gefühlvollen Lob ab, doch die Hausherren holten sich den Heimsieg dann ohne eigenes Zutun, weil  Rafal Prokopczuk mit einem weiteren Aufschlagfehler die Partie beendete.

Peter Knieling, Eltmanns "Mädchen für alles", sprach nach der Partie von einem verdienten Sieg der Hachinger: "Wenn wir den ersten Satz gewonnen hätten, wäre die Partie vielleicht in eine andere Richtung gelaufen", so Knieling, der zugeben musste, dass die Heitec Volleys in ihren Leistungen noch immer zu sehr schwanken. Aber: "Wir werden mittlerweile ernst genommen, müssen uns nicht verstecken."

Abgezocktheit fehlte

Auch Marco Donat trauerte den vergebenen Chancen im ersten Satz nach. "Uns fehlte da die Abgezocktheit, denn wir haben zwei Chancen auf der Hand und machen den Satz nicht zu. Dann haben die Alpen Volleys den Druck erhöht und wir konnten uns die Möglichkeiten zum Punkten nicht erarbeiten. Unser Zuspiel wurde unpräzise und wir haben die Mitte zu wenig eingesetzt. Was ich sehr gut finde: Unser Team gab sich nach dem deutlichen zweiten Durchgang nicht auf und spielte im dritten Satz wieder gut mit. Jonas Sagstetter hat heute sehr gut gespielt und die Annahmequalität unseres neuen Liberos Shunsuke Watanabe ist eine deutliche Verbesserung für uns.“

Am kommenden Mittwoch haben die Eltmanner allerdings die Chance auf Wiedergutmachung. Der Vorletzte der Ersten Bundesliga empfängt dann um 19.30 Uhr in Bamberg Tabellenschlusslicht TV Rottenburg.

Die Statistik des Spiels
Volleyball, 1. Bundesliga
AlpenVolleys Haching -
Heitec Volleys Eltmann 3:0 (31:29, 25:15, 25:22)
Haching: Ringseis (Libero) - Richards, Cross, Costa da Silva, Gelinski, Stalekar, Frances, Clere, Duarte Souza Da Silva, Kronthaler, Koncar.
Eltmann: watanabe (Libero) - Peter, Sagstetter, Krüger, Halanda, Prokopczuk, Jurkovics, Hamzagic, Van Der Ent, Antony.
Schiedsrichter: Erik Scheu (Altdorf), Benedikt Geukes (Stuttgart). Zuschauer: 850. MVP Gold: Paulo Victor Costa da Silva (Alpen Volleys). MVP Silber: Carlos Antony (Heitec Volleys).

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