Volleyball: 1. Bundesliga

Eltmann macht zu viele einfache Fehler

In Rottenburg standen die Eltmanner Heitec Volleys dicht vor dem Tiebreak. Warum es in der entscheidenden Phase dann aber doch nicht ganz reichte.
Punkt für Eltmann: Tomas Halanda schlägt den Rottenburger Ein-Mann-Block an. Foto: Markus Ulmer

Eltmann war dran, wirklich dran, zumindest am Tiebreak. Die Heitec Volleys steigerten sich am Sonntagabend im Laufe der Partie beim TV Rottenburg, hatten Satzball in Durchgang vier, mussten sich am Ende aber doch den eigenen Nerven beugen und bleiben nach der 1:3-Niederlage nicht nur ohne Auswärtssieg, sondern auch am Tabellenende der Ersten Volleyball-Bundesliga.

War es die Live-Übertragung im TV oder die Erinnerung an das blamable 0:3 im Hinspiel? Den Start im "Tollhaus der Liga", wie die Rottenburger ihre Heimspielstätte in Tübingen gerne nennen, jedenfalls hatte Eltmann völlig verpennt, wurde dann zwar durch eine Auszeit wachgerüttelt, dennoch zog der TVR  davon, begünstigt durch etliche leichte Fehler der Eltmanner, bei denen oftmals die Abstimmung fehlte. Sympthomatisch der erste Satzball für die Gastgeber, der durch ein weiteres Missverständnis zwischen Zuspieler Rafal Prokopczuk und Mittelblocker Luuc Van der Ent Rottenburg den ersten Durchgang schenkte.

Mehr Varianten im Angriff

Marco Donat fand wohl die richtigen Worte, in Satz zwei war ein anderes Eltmann zu sehen, auch weil Rottenburg nun nicht mehr so konsequent zu Werke ging. Irfan Hamzagic kam besser zur Zug, der Block war nun effektiver, Eltmann ging zur ersten technischen Auszeit in Führung (8:7). Donat forderte dennoch noch mehr Variationen im Angriffsspiel, und die kamen. Eltmann baute seine Führung auf vier Zähler aus, konnte diesen Vorsprung allerdings nicht halten. Letztlich hatten die Heitec Volleys aber doch die Nase vorn, holten sich den zweiten Durchgang mit 26:24 und waren damit wieder in der Partie.

"Wir machen zu den schlechtesten Zeitpunkten einfache Fehler."
Marco Donat, Trainer Heitec Volleys Eltmann

Und blieben drin, spielten nun auf Augenhöhe mit den Schwaben, auch wenn das variable Angriffsspiel weiterhin kaum stattfand. Immer wieder ging es über die Außenseiten, entweder wurde Hamzagic oder Halanda eingesetzt. Die schnellen Angriffe über die Mittelposition wurde weiterhin kaum genutzt. Diese Option zog der TVR viel öfter, machte damit und dank einer Aufschlagserie von Tim Grozer aus einem 8:9-Rückstand eine 14:9-Führung. Dann ging es aber auch bei Eltmann mal über die Mitte, was Roosevelt Filho zu mehreren Punkten nutzte und Eltmann näher heran brachte. Aber nicht nah genug, Rottenburg zeigte seine Klasse, Luuc Van der Ents Aufschlag landete schließlich im Aus, der dritte Satz ging erneut an den Tabellenneunten.

Spaß an der "schnellen Mitte"

Eltmann und vor allem Zuspieler Rafal Prokopczuk schien nun Spaß an der "schnellen Mitte" gefunden zu haben, denn die sorgte zusammen mit mehreren gelungenen Annahmen in Satz vier für eine 10:5-Führung des Aufsteigers. Prokopczuk, der auf der Zuspiel-Position erneut keine Pause bekam, weil Merten Krüger weiterhin verletzt ist,  setzte seine Angreifer immer mutiger in Szene. Tim grozer brachte die Hausherren wieder auf Tuchfühlung, beim 19:19 stellte Donat seine Mannschaft neu ein. Es blieb eng. Eltmann vergab seinen Matchball, Prokopczuk und Van der Ent leisteten sich ein letztes Missverständnis in dieser Partie, die Irfan Hamzagic mit seinem Schmetterschlag ins Aus zum 26:24 und damit 3:1 aus Rottenburger Sicht beendete.

"Mit dem heutigen Ergebnis können wir absolut nicht zufrieden sein", so Eltmanns Trainer Marco Donat nach der Partie. "Wir machen es Rottenburg im ersten Satz sehr einfach, machen viele, viele unnötige Fehler. Unverständlich ist, dass wir so nervös in die Partie gehen und Rottenburg ins Spiel bringen. Wir kämpfen uns immer wieder zurück, machen aber zu den schlechtesten Zeitpunkten einfache Fehler und Rottenburg hat dagegen sofort einen nachgelegt. Wir haben ein, zwei Verletzungsausfälle, aber das ist keine Entschuldigung für diese mäßige Leistung heute."

Die Statistik des Spiels
Volleyball, 1. Bundesliga
TV Rottenburg -
Heitec Volleys Eltmann 3:1 (25:15, 24:26, 25:20, 26:24)
Rottenburg: Kawaguchi (Libero) - Jarvis, Penning, Dervisaj, Mönnich, Karlizek, Grozer, Weir, Apfelbach, Hopt.
Eltmann: Watanabe (Libero) - Filho, Sagstetter, Halanda, Peemüller, Prokopczuk, Jurkovoc, Hamzagic, Van der Ent,  Antony.
Schiedsrichter: Tobias Kilger (Erding), Daniel Apanowicz (Wissembourg). Zuschauer: 2300. MVP Gold: Tim Grozer (Rottenburg). MVP Silber: Shunsuke Watanabe (Eltmann).

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