EISHOCKEY

Eine titelwürdige Leistung der „Hawks“

David Franek (links) und die Haßfurter „Hawks” bezwangen die „Wild Lions” des ERSC Amberg (rechts Felix Söllner) mit 6:5. Damit bleiben die Kreisstädter Spitzenreiter der Gruppe 1 der Landesliga. Foto: Ralf Naumann

„Einfach die Mannschaftsleistung. Das war brutal. Wir haben gekämpft bis zum Ende. Reingeschmissen, Schüsse geblockt. Richtig geil. Die ganze Mannschaft hat heute gewonnen, weil wir gekämpft haben bis zum Umfallen.“ Mit wenigen emotionalen Sätzen brachte Timo Jung einen Eishockeyband auf den Punkt, der nicht nur die 656 Zuschauer am Freitagabend im Haßfurter Eisstadion – sofern Anhänger der „Hawks“ – begeisterte.

Völlig verschwitzt stand der Schlussmann nach der Schlusssirene im Spitzenspiel seiner „Haßfurter Jungs“ gegen den ERSC Amberg beim Interview, nachdem er – kurz zuvor zum „Spieler des Abends“ gewählt – mit seinen Teamkollegen die verdiente Ehrenrunde genossen hatte. Timo Jung hatte mit einer Topleistung – er parierte unter anderem mehrere Alleingänge gegen sich – jedenfalls großen Anteil daran, dass der alte auch der neue Tabellenführer ist. Beim hartumkämpften und bis ganz zum Ende offenen 6:5-Erfolg stand er oft als „Turm in der Schlacht“ seinen Mann.

Gut nach hinten gearbeitet

Doch insgesamt war bei der gesamten Mannschaft, in der auch Keeper Martin Hildenbrand nach längerer Zeit wieder im Kader stand, fünf Tage nach der ersten Saisonpleite in Vilshofen, von Beginn an der absolute Wille zu erkennen, die Partie für sich zu entscheiden. „Ja, die Jungs wollten unbedingt gewinnen. Der Einsatz war da und wir haben eigentlich auch ganz gut nach hinten gearbeitet“, ärgerte er sich zwar über die Gegentore an sich, nicht aber über die Anzahl.

Doch der Reihe nach: Weil die „Wild Lions“ ebenso engagiert auftraten wie die Gastgeber, entwickelte sich vor der stimmungsvollen Kulisse – auch Amberg hatte zahlreiche Schlachtenbummler mitgebracht – eine rasante Partie, die bereits in den ersten 20 Minuten hin und her wogte. Zwar gingen die Oberpfälzer durch Felix Köbele (4.) sowie dank einer tollen Einzelleistung von Martin Brabec (15.) zwei Mal in Führung. Daniel Hora (13.) und Jan Trübenekr (16.) hatten jedoch passende Antworten.

Erst im zweiten Abschnitt schien es, als ob sich die Hausherren absetzen können, denn Lucas-Andreas Thebus (23.), erneut Jan Trübenekr (25.) sowie Michal Babkovic (38.) sorgten für einen Drei-Tore-Vorsprung. Erst Sekunden vor dem zweiten Pausentee gelang dem unheimlich quirligen Brabec der 5:2-Anschluss für die „Wild Lions“, die sich in der anschließenden zweiten Pause natürlich einiges vorgenommen hatten, um schnellstmöglich wieder heranzukommen.

Und das mit Erfolg: ERSC-Kapitän Kevin Schmitt sorgte mit dem Treffer zum 5:4 (48.) wieder für Spannung pur. Gleichzeitig auch für viele Emotionen auf dem Eis, die für Hauptschiedsrichter Maximilian Reitz und seine beiden Linienrichter viel Arbeit bedeuteten: Während alleine in diesem Abschnitt ESC-Spieler sechs Mal in die Kühlbox mussten, traf es die Gäste aufgrund zahlreicher mangelnder Disziplin noch härter. Vier zweiminütige Hinausstellungen sowie kurz vor dem Ende erst eine Disziplinarstrafe, dann noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Daniel Vlach.

„Den Abend genießen wir auf alle Fälle.“
Timo Jung, Torwart ESC Haßfurt

Bei einer der zahlreichen Überzahlsituationen markierte David Hornak nach tollem Zusammenspiel mit David Franek und Daniel Hora das 6:4 (54.). Obwohl Amberg sich nach wie vor vehement gegen die drohende Niederlage stemmte, schaffte es nur Martin Brabec noch einmal, ESC-Schlussmann Timo Jung zu überwinden.

Ein erleichterter Trainer

Sein Tor zum 6:5-Anschluss in der Schlussminute kam aber zu spät: In den restlichen 27 Sekunden, die Haßfurt nochmals mit zwei Feldspielern weniger überstehen musste, passierte nichts mehr zählbares.

„Amberg war der erwartet schwere Gegner“, zeigte sich Haßfurts Trainer Volker Hartmann erleichtert über den Erfolg über die „Topmannschaft in dieser Liga.“ Seine Mannschaft habe sich „von Anfang an dagegengestemmt“ und diesmal „wieder zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Für sechs Tore sind wir immer gut, und die müssen dann halt auch einmal reichen. Leider“, sprach er auch einen negativen Punkt an, „haben wir zu viele dumme Strafzeiten kassiert. Das hat uns viel Kraft gekostet. Gott sei dank ist das nochmal gut gegangen.“

„Den Abend genießen wir auf alle Fälle“, strahlte derweil Timo Jung am Ende und sein Trainer pflichtete ihm bei: „Jetzt haben die Jungs ja das restliche Wochenende frei. Das haben sie sich auch verdient.“

Die Statistik des Spiels

Eishockey, Landesliga Gruppe 1 ESC Haßfurt – ERSC Amberg 6:5 (2:2, 3:1, 1:2) Haßfurt: Jung, Martin Hildenbrand – Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx – Stach, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer. Schiedsrichter: Reitz – Laudenbach, Graf. Zuschauer: 656. Tore: 0:1 (4.) Köbele (Troglauer), 1:1 (13.) Hora (Zürcher, Trübenekr), 1:2 (15.) Brabec (Söllner, Huber) 5-4, 2:2 (16.) Trübenekr (Hornak), 3:2 (23.) Thebus 5-4, 4:2 (25.) Trübenekr (Hora), 5:2 (38.) Babkovic (Franek), 5:3 (40.) Brabec (Köbele, Roth), 5:4 (48.) Schmitt (Vlach, Köbele), 6:4 (54.) Hornak (Franek, Hora) 5-3, 6:5 (60.) Brabec 4-3. Strafzeiten: Haßfurt 20 / Amberg 24 plus Disziplinarstrafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Daniel Vlach.

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