EISHOCKEY: LANDESLIGA

Haßfurt erkämpft sich den Auftaktsieg

Der Blick von ESC-Trainer Volker Hartmann (rechts, daneben David Hornak) lässt nichts Gutes erahnen: Hauptschiedsrichter Philipp Sintenis verweist ihn von der Bank.
Der Blick von ESC-Trainer Volker Hartmann (rechts, daneben David Hornak) lässt nichts Gutes erahnen: Hauptschiedsrichter Philipp Sintenis verweist ihn von der Bank. Foto: Ralf Naumann

Die gute Nachricht für die ESC-Fans: Die Haßfurter „Hawks“ haben im ersten Pflichtspiel der Saison ihren ersten „Dreier“ eingefahren und sind nun erster Tabellenführer der Landesliga Gruppe 1. Doch für den 7:4-Erfolg beim EHC Bayreuth 1b musste die Mannschaft von Trainer Volker Hartmann im Kunsteisstadion der Stadt Schwerstarbeit verrichten. „Ich habe vorher gewusst, dass es hier ganz schwer wird. Das Wichtigste heute sind die drei Punkte“, schnaufte nicht nur der neue Coach nach der Schluss-Sirene erst einmal kräftig durch.

Immerhin lagen die Hausherren, mit zahlreichen bayernliga-, oberliga- und sogar DEL2-erfahrenen Akteuren gespickt, gleich mehrmals in Führung. Letztmals in der 41. Minute, als Andreas Geigenmüller mit all seiner Routine 36 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnittes den Aufsteiger mit 4:3 erneut nach vorne brachte. Schon in den ersten beiden Dritteln agierte der vermeintliche Außenseiter mit den „Hawks“ auf Augenhöhe.

Zwar machte Neuzugang Timo Zürcher den Bayreuther Treffer zum 1:0 (Torschütze war Kapitän Marco Zimmer, 12.) nach 16 Minuten wieder wett, doch der Jubel unter den 100 mitgereisten ESC-Fans war noch nicht verklungen, da musste Haßfurts Torwart Timo Jung erneut hinter sich greifen: Schweinfurt-Rückkehrer Stephan Trolda war nur 19 Sekunden später erfolgreich – 2:1. Und nachdem Nicolai Pleger sogar auf 3:1 erhöht hatte (28.), wurde es nur auf der ESC-Bank lauter. Daniel Hora mit einem Gewaltschuss (29.) sowie der junge Lukas Kratschmer (er fälschte einen Schuss von Jan Tübenekr ab, 38.) sorgten zumindest dafür, dass die Kreisstädter nicht erneut mit einem Rückstand in die Kabine mussten.

„Wir haben heute nicht berauschend gespielt“, beschrieb Hartmann zumindest den Zeitpunkt vom Eröffnungs-Bully bis zum schönsten Spielzug seiner Mannschaft, als David Hornak einen tolles Zusammenspiel zwischen ihm, Michael Breyer und David Franek mit dem 4:4-Ausgleich krönte (46.).

Der ESC muss sich steigern

Und als Daniel Hora mit seinem zweiten Treffer knapp fünf Minuten später tatsächlich die erstmalige Führung des Favoriten erzielte (51.), schien es nicht nur für Hartmann, der aufgrund zu heftiger Kritik an Hauptschiedsrichter Philipp Sintenis von der Trainerbank musste – und von seinem Vorgänger, Sportleiter Martin Reichert, vertreten wurde – doch noch auf ein Happy-End herauszulaufen. Zwar kamen die Hausherren, die zuvor schon drei Alleingänge versemmelt hatten, weiterhin zu besten Möglichkeiten. Ein Treffer wollte ihnen nicht mehr gelingen – auch dank des hervorragenden Timo Jung im ESC-Gehäuse. In puncto Chancenverwertung waren die Gäste eindeutig besser, denn nachdem Michael Breyer auf 6:4 aus Haßfurter Sicht erhöht und somit für die Entscheidung gesorgt hatte (58.), traf Michal Babkovic acht Sekunden vor Schluss noch ins verwaiste Gehäuse des EHC (60.). Hartmanns Bayreuther Kollege Vaclav Drobny wollte mit einem weiteren Feldspieler noch verkürzen, was nicht klappte.

„Es war sehr schwer heute“, meinte der Haßfurter Doppeltorschütze Daniel Hora nüchtern. Für ihn zählten letztlich in erster Linie die drei Punkte. Dabei wisse er sehr wohl, dass noch Luft nach oben sei – und eine spielerische Steigerung zwingend notwendig ist. „Wir haben noch viel zu tun“, redete auch der Falken-Dompteur den wenig überzeugenden Pflichtsieg gegen einen sehr starken Gegner nicht schön. Und Volker Hartmann zeigte sich zugleich selbstkritisch. „Ich muss noch dazulernen, dass ich in Zukunft einfach ruhiger bleibe“, konnte der 42-Jährige an alter Wirkungsstätte einige Minuten nach dem Ende auch schon wieder lachen. Für ihn ist ein Platz hinter den Glasscheiben jedenfalls keine Alternative. „Gott sei Dank ist es ja noch gut ausgegangen. Aber es war schon sehr bescheiden.“

Die Statistik des Spiels

Eishockey, Landesliga Gruppe 1
 
EHC Bayreuth 1b – ESC Haßfurt 4:7 (2:1, 1:2, 1:4)
 
Haßfurt: Jung, Dietz – Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx, Finsel – Krein, Trübenekr, Stach, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer. Schiedsrichter: Sintenis – Fiala/Kaderabek. Zuschauer: 560 (100 aus Haßfurt). Tore für Haßfurt: 1:1 (16.) Zürcher (Trübenekr, Hornak), 3:2 (29.) Hora (Trübenekr) 5-4, 3:3 (38.) Kratschmer (Zürcher, Trübenekr) 5-4, 4:4 (46.) Hornak (Breyer, Franek), 4:5 (51.) Hora (Hornak) 5-4, 4:6 (58.) Breyer, 4:7 (60.) Babkovic (Franek) Empty net. Strafzeiten: Bayreuth 1b 18/Haßfurt 10.

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