Volleyball, 1. Bundesliga

Eltmann erkämpft sich eine Menge Sympathien

Trotz der 0:3-Niederlage gegen Berlin betreiben die Heitec Volleys beste Werbung für sich und den Volleyball in Bamberg. Ein junger Spieler drängt sich auf.
Richard Peemüller nutzte trotz der 0:3-Niederlage gegen Berlin seine Chance. Der junge Diagonalangreifer agierte wie aufgedreht.
Richard Peemüller nutzte trotz der 0:3-Niederlage gegen Berlin seine Chance. Der junge Diagonalangreifer agierte wie aufgedreht. Foto: Daniel Löb

Beste Werbung für das eigene Projekt betrieben die Eltmanner Heitec Volleys am Sonntagnachmittag vor 2600 begeisterten Zuschauern. Zwar setzte es gegen den amtierenden Meister BR Volleys aus Berlin eine 0:3-Niederlage, Eltmann aber verkaufte sich mehr als teuer und hätte sich mindestens einen Satz verdient gehabt. Doch in den entscheidenden Phasen hatten die Berliner auch das Glück auf ihrer Seite.

Von Beginn an dominierte der Deutsche Meister den ersten Durchgang. Eltmann begann zögerlich, vor allem der angeschlagen ins Spiel gegangene Irfan Hamzagic fand kein Mittel gegen den Berliner Block, er machte Mitte des Satzes Platz für Richard Peemüller, der erstaunlich gut in die Partie fand und sein bislang bestes Spiel für Eltmann machte. Berlin aber zeigte dem Aufsteiger, was Sache ist, zog bis auf 19:10 davon, fand immer wieder die Lücken in der Eltmanner Abwehr. Carlos Antony hielt zwar dagegen, der gebürtige Brasilianer mit französischem Pass konnte aber auch nicht verhindern, dass Berlin den Satz deutlich mit 25:17 für sich entschied, als Peemüllers Versuch von der Diagonalen im Aus landete.

Peemüller dreht auf

Um einiges besser agierten die Heitec Volleys im zweiten Satz, ließen die Hauptstädter zunächst nicht wegziehen. Peemüller drehte richtig auf, "Kadu" Antony hielt Eltmann mit Gewalt und Cleverness im Spiel (9:10). Sagstetter mit drei Aktionen in Folge, darunter ein Ass, sorgte für den Ausgleich und die erste Eltmanner Führung (14:13).

Berlin fand aber meistens eine Antwort, vor allem gegen Jeffrey Jendryk hatte Eltmann kein Rezept. Der US-Amerikaner kam immer wieder über die Mitte zum Erfolg. Auf der anderen Seite brillierte Peemüller immer weiter, punktete fast nach Belieben. Luc Van der Ent legte den Ball auf den Berliner Boden, blockte danach Jendryks Angriff, und schnürte im Anschluss seinen Dreierpack - Eltmann ging wieder nach vorne (22:21). Ein Berliner Aufschlagfehler und ein toller Angriff über, genau, Peemüller, brachten Eltmann zwei Satzbälle. Cody Kessel und Antonys verzogener Angriff stellten aber den Gleichstand wieder her (24:24). Antony scheiterte am Block, Mathäus Jurkovics glich aus, doch Berlin zeigte seine Routinie, zwang Peemüller zu einer unkontrollierten Annahme und holte sich auch Satz zwei mit 27:25.

"Schade, dass wir uns nicht belohnt haben."
Richard Peemüller, Diagonalangreifer Eltmann

Der unglücklich verlorene Satz hinterließ bei den Eltmannern aber keine Spuren, die tolle Stimmung in der Halle trieb die Heitec Volleys nach vorne. Die "Müllmänner" aus der Hauptstadt, Hauptsponsor ist ein Recycling-Unternehmen, mussten sich mächtig strecken.

Ein Satz als großes Ziel

Eltmann ließ nicht locker, wollte unbedingt den Satz. Die Heitec Volleys holten einen Drei-Punkte-Rückstand auf und lagen dank Peemüllers Block zur zweiten technischen Auszeit mit 16:15 vorne. Bei 19:19 kam Mircea Peta an den Aufschlag. Seinen Hammer brachte Berlin nicht unter Kontrolle, Van Der Ent besorgte den 20. Punkt. Satzball aber hatte Berlin, Marco Donat nahm noch einmal eine Auszeit. Doch Antony scheiterte am Block, die BR Volleys gewannen mit 3:0.

Mehr als zufrieden zeigte sich Richard Pemüller nach der Partie. Der 21-Jährige hatte bislang noch nicht allzu viele Einsatzzeiten bekommen, nutzte aber seine Chance, spielte wie aufgedreht. "Das ist immer so, wenn ich rein komme, aber ich durfte das bislang ja noch nicht zeigen. Im zweiten Satz hatten wir ja sogar Satzball. Aber das ist halt die Klasse von Berlin, die immer noch mal nachlegen können. Dann kommt halt ein Hatch oder ein Grankin rein. Toll, dass wir dagegen gehalten haben, aber schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Einen Satz hätten wir auf alle Fälle verdient gehabt," trauerte Peemüller einigen Chancen nach.

Auch Trainer Marco Donat zeigte sich duchaus zufrieden mit der Darbietung seiner Schützlinge. Vor allem Peemüller und Rafal Prokopczuk, der für den erkrankten Merten Krüger auf der Zuspielerposition agierte, hatten es dem Coach angetan, auch wenn es am Ende nicht gereicht hat.

Die Statistik des Spiels
Volleyball, 1. Bundesliga
Heitec Volleys Eltmann -
Berlin Recycling Volleys 0:3 (17:25, 25:27, 23:25)
Eltmann: Watanabe (Libero) - Peta, Sagstetter, Halanda, Peemüller, Prokopczuk, Jurkovics, Hamzagic, Van Der Ent, Antony.
Berlin: Kowalski (Libero) - Ensing, Jendryk, Reichert, Grankin, Klein, Hatch, Kessel, Patch, Pujol.
Schiedsrichter: Dr. Mirco Till (München), Tobias Markfeld (Siebenhausen). Zuschauer: 2600 (in Bamberg). MVP Gold: Pierre Pujol Berlin). MVP Silber: Carlos Antony (Eltmann).

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