HANDBALL, BEZIRKSLIGA

Klare Sache im Spitzenspiel

Dem TV Königsberg misslingt die erhoffte Überraschung gegen starke Schweinfurter. Warum der MHV-Coach trotzdem nicht ganz zufrieden war.
Ein starker Goalie als Rückhalt: Alexander Sinner (am Ball) und seine Teamkollegen vom TV Königsberg scheiterten oft am guten MHV-Torhüter Lukas Fiedler. Foto: Steffen Krapf

HANDBALL

Bezirksliga Nord Männer

MHV Schweinfurt 09 – TV Königsberg 31:23

1. (1.) TSV Mellrichstadt 7 6 0 1 231 : 164 12 : 2
2. (2.) MHV Schweinfurt 09 7 6 0 1 215 : 176 12 : 2
3. (4.) HSV Thüngersheim 7 4 0 3 181 : 168 8 : 6
4. (3.) TV Königsberg 7 4 0 3 183 : 177 8 : 6
5. (5.) TSV Karlstadt 8 2 2 4 186 : 216 6 : 10
6. (6.) TSV Bergrheinfeld 7 2 1 4 146 : 171 5 : 9
7. (7.) DJK Nüdlingen 7 1 1 5 186 : 215 3 : 11
8. (8.) TV Gerolzhofen 6 1 0 5 102 : 143 2 : 10

MHV Schweinfurt – TV Königsberg 31:23 (15:9)

„Wofür hab' ich das verdient?“, schalte es kurz vor Anpfiff des Spitzenspiels in der Handball-Bezirksliga Nord zwischen dem MHV Schweinfurt und dem TV Königsberg aus den Boxen im Schweinfurter Schulzentrum West. Ob die Gastgeber damit ihr Dasein in der Bezirksliga meinen? Nach zehn Jahren in der Bezirksoberliga ging es für den MHV vergangenes Jahr, im Jahr des zehnten Vereinsjubiläums, eine Klasse runter. Den „Betriebsunfall“ möchte das Team von Trainer Marcus Thalhäuser am Ende dieser Runde wieder ausmerzen, das sich bis dato erst einen Ausrutscher leistete – am zweiten Spieltag beim 25:32 gegen den aktuellen Spitzenreiter TSV Mellrichstadt.

Aus dem vermeidlichen Zweikampf um die Meisterschaft wollte der in dieser Saison forsch aufspielende TV Königsberg am liebsten einen Dreikampf machen. Doch daraus wird nichts werden. Beim MHV gelang den Schwarz-Gelben nämlich nicht der erhoffte Überraschungs-Coup. Nach einer dominanten Anfangsphase der Schweinfurter, die offensiv mit viel Tempo und Überzeugung agierten und in der Abwehr – mit ihrem an diesem Tag herausragenden Schlussmann Lukas Fiedler – den Gast vor eine schwere Aufgabe stellten, stand bereits nach elf Minuten ein 7:2 auf der Anzeigetafel. Ein stürmischer Start, von dem der MHV bis zum Spielschluss zehrte und der TV wiederum sich nie ganz erholte.

TVler loben den MHV

„Die Schweinfurter waren wie erwartet stark. Wir fanden zwar irgendwann besser ins Spiel, sind aber nie wirklich rangekommen“, resümierte Simon Schweßinger, Trainer des TV Königsberg, hinterher, der sein Team, das im Rückraum auf vier Spieler verzichten musste, gar nicht so sehr in die Pflicht nehmen wollte – trotz der am Ende recht deutlichen 23:31-Niederlage: „So ein Start demotiviert natürlich. Außerdem mussten einige Akteure fast durchspielen. Demzufolge passieren dann auch viele Konzentrationsfehler.“

Dabei hatte sich seine Sieben eigentlich viel vorgenommen. Zwischen den Jahren wurden Extra-Trainingseinheiten eingeschoben – auch, um wieder in den Rhythmus zu kommen nach fast einem Monat Spielpause. „Klar haben wir uns für das Spiel in Schweinfurt etwas ausgerechnet. Wenn es bei uns richtig gut läuft und der MHV etwas schwächelt, ist was drin, haben wir uns vorher gesagt“, erklärte Schweßinger. Beides trat nicht ein.

Blick geht nach unten

„Wir sind eine junge Mannschaft, die einfach in ihrer Entwicklung noch einen Schritt hinter solchen Mannschaften ist. Aber das kann in den nächsten Jahren noch werden“, meinte der Coach, der das Titelrennen abgehakt hat und stattdessen den Blick nach unten richtet. Grund ist freilich die Zusammenlegung der beiden Bezirksligen in Unterfranken ab der nächsten Saison, was einen verschärften Abstiegskampf zur Folge hat: „Ich will am letzten Spieltag nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“

Nächste Saison nicht mehr in der Liga sein möchte der MHV Schweinfurt, der nun auch punktemäßig mit Mellrichstadt gleichgezogen ist. Das neue Jahr begann schon mal vielversprechend, auch wenn Thalhäuser nach dem sechsten Saisonsieg durchaus etwas zum Mäkeln fand: „Wir schaffen es einfach nicht, bei Spielen, die wir völlig im Griff haben, frühzeitig den Deckel draufzumachen. Da machen wir oft viel zu wilde Sachen.“

Ansonsten blickt der Trainer und Sportleiter des MHV zufrieden drein, mahnte aber, „den Fokus hochzuhalten“. Mitte Februar kommt es dann zum Gipfel-Treffen gegen Mellrichstadt – bis dahin muss die Schweinfurter Weste weiß bleiben. „Die Niederlage im Hinspiel war für uns der Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, so Thalhäuser weiter: „Die Jungs haben mittlerweile verstanden, dass es für uns nur geht, wenn wir 100 Prozent geben.“

Schweinfurt: Fiedler – Niklaus, Zwiazek 1, M. Schmitt 4/1, A. Schmitt 1, Fey 4, Möslein 2, Müller 1, Landgraf 6/6, Bitsch 1/1, Bernt 2, Vollert, Drescher, Breun 9.

Königsberg: Valtenmeier, Nagel – Rausch 2, Rieger 1, Sinner 7/2, Thomas 1, Waldenmeier 1, Kräutner, Hofmann, Schneider, Böhm 1, Käb 2, Walk 3, Kupfer 5.

Schiedsrichter: Richard Hienz, Johannes Oehrlein (DJK Waldbüttelbrunn). Zuschauer: 60. Zeitstrafen: 7/7. Spielfilm: 4:1 (7.), 9:5 (16.), 14:8 (29.), 18:13 (39.), 20:16 (41.), 23:18 (47.), 28:20 (56.), 31:23 (Endstand).

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