Tischtennis: Bundesliga

Tischtennis: Corona-Fall in Bad Königshofen

Der Tischtennis-Bundesligist muss zum Saisonstart gegen Fulda auf einen positiv getesteten Spieler verzichten. Auch Zuschauer bleiben vorerst außen vor.
Zum Saisonauftaktspiel des Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen am 6. September in der Shakehands-Arena gegen Fulda sind keine Zuschauer zugelassen.
Zum Saisonauftaktspiel des Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen am 6. September in der Shakehands-Arena gegen Fulda sind keine Zuschauer zugelassen. Foto: Rudi Dümpert

Eine Woche vor dem Saison-Auftaktspiel, dem Heimderby gegen den TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell am Sonntag, 6. September, können die Verantwortlichen des Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen nur eines als sicher feststellen: Noch nie war eine lang-, mittel- und kurzfristige Vorbereitung auf eine Saison von so vielen Unwägbarkeiten und sich ständig ändernden Voraussetzungen begleitet wie diese vor der Saison 2020/21.

Zwei Bundesligaspieler wurden positiv getestet

Nun erreichte TSV-Manager Andy Albert diese Woche der Anruf einer seiner Spieler, er sei positiv auf Corona getestet worden, müsse zwei Wochen in Quarantäne und falle deshalb für das Spiel gegen Fulda aus. Die Tischtennis-Bundesliga TTBL schrieb diesbezüglich auf ihrer Homepage: „Zwei Spieler aus der TTBL sind positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden. Die beiden Profis des 1. FC Saarbrücken TT und des TSV Bad Königshofen befinden sich derzeit in Quarantäne.“

Die Ansteckung, so die TTBL, soll bei einer gemeinsamen Trainingseinheit in Saarbrücken erfolgt sein. „Weitere Spieler, die mit den beiden in Kontakt traten", wurden hernach getestet. Und weiter: "Um die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Spieler zu schützen, verzichtet die TTBL auf die Bekanntgabe der Namen. In der Abstimmung der Maßnahmen stehen die beteiligten Vereine in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsämtern und Ordnungsbehörden."

Beim deutschen Meister Saarbrücken wurde inzwischen ein zweiter Spieler als Kontaktperson der Kategorie I eingestuft und in amtlich angeordnete Quarantäne geschickt. Das Spiel gegen Ochsenhausen, das ebenfalls am 6. September hätte stattfinden sollen, wird daher verschoben. "Wenn sich zwei oder mehr Spieler eines Vereins in amtlich angeordneter Quarantäne befinden, kommt es zu einer Verlegung des betroffenen Mannschaftskampfes", schreibt die TTBL.

Der Einsatz des TSV-Spielers wird sich alsomindestens bis zum zweiten Spiel, am 27. September gegen den TTC Neu-Ulm, verzögern.

Vorsorgliche Tests im Team

Laut Andy Albert wird sich die Mannschaft trotzdem am Dienstag in Bad Königshofen treffen und sich hier im Training auf das Auftaktspiel vorbereiten. Man überlege noch, obwohl es keine Verdachtsmomente gibt, Kilian Ort, Bastian Steger und Filip Zeljko vorher testen lassen. „Sind sie negativ, haben sie von daher wenigstens den Kopf frei. Und wenn noch einer positiv ist, würde das Spiel eh verschoben werden.“

Die sicherste Komponente für einen geordneten Spielbetrieb war jene, die man eigentlich als die schwierigste erwartete: Die Zusammenstellung des Budgets, mit dem man aus wirtschaftlicher Sicht die Saison überstehen kann. Dabei zahlte sich die vertrauensvolle, über die Jahre gewachsene Zusammenarbeit der Tischtennisabteilung, vor allem in Person von Manager und Geschäftsführer Sport der TT Bad Königshofen GmbH, Andy Albert, mit den Partnern aus. „Fast alle haben ihr Engagement der Vorsaison bestätigt, manche sogar eine Schippe drauf gelegt“, freut der sich. „Ein paar wenigen, die heuer nicht mitmachen konnten, halten wir umgedreht die Treue und bringen unsererseits die selbe Gegenleistung, egal ob per Annonce in der Saisonzeitung, Transparent in der Halle oder Sonstiges, wie bisher."

Oikawa verließ den TSV auf eigenen Wunsch

Vorausgegangen war der überraschende Verlust des japanischen Spitzenspielers Mizuki Oikawa. Ihn entließ man auf seine Bitte hin aus seinem erst im Winter bis Saisonende 2020/21 verlängerten Vertrag angesichts der weltweiten Corona-Pandemie. Das war Mitte März. Bis dahin war neben Oikawa, Kilian Ort, Bastian Steger und Filip Zeljko sogar ein eventueller fünfter Spieler im Gespräch. Ein besonders für das Doppel interessanter Linkshänder sollte es sein. Dann erledigte sich dieses Thema von alleine. Mit den vorhandenen Mitteln reichte es nur zu einem Ersatz für Oikawa.

Man schenkte dem Franzosen Abdel-Kader Salifou das Vertrauen. Und Andy Albert beobachtete ganz genau die persönliche Entwicklung von Filip Zeljko, der in den zwei Jahren in der 2. Bundesliga sehr wohl überzeugte, in den drei Spielzeiten in der TTBL aber keine Bäume ausriss. „Er hat die Zeit genutzt und gewaltige Fortschritte gemacht“, stellt Albert mit Genugtuung fest, an ihm festgehalten zu haben. Dies schließt er aus Videos und Ergebnissen diverser Turniere und den Berichten der Informanten innerhalb seines Netzwerks.

Keine Zuschauer gegen Fulda

Wie aber sieht es mit der Zuschauer-Präsenz in der Halle aus? Die Antwort hierfür scheint mit Schreiben des Landratsamts Rhön-Grabfeld vom 20. August als Antwort auf zwei Anträge des TSV inklusive Hygienekonzept vom 12. August und 19. August fest gemeißelt. In diesem heißt es unter anderem, dass die "Genehmigung erteilt" werde, das Heimspiel gegen Fulda "ohne  Zuschauer austragen zu dürfen“.

Kilian Ort äußerte sich in seinem Blog mit der Überschrift „Saisonstart ohne Gefühlsexplosionen“ zur Hallensituation: „Eine leere Halle, das trifft den Verein finanziell. Wir Spieler haben auf einen erheblichen Teil des Gehalts verzichtet, damit der TSV das Budget stemmen kann. Uns als Mannschaft wird die fehlende Unterstützung von den Rängen besonders hart treffen. Wir hatten nicht nur den zweitbesten Schnitt der Liga, sondern können uns des Supports unseres Fanclubs sowie unserer Anhänger stets sicher sein. Unser Heimvorteil ist somit weg. Andererseits möchte ich zurzeit auch nicht in der Haut der Politiker stecken.“

Albert: "Sonst kommen wir in Teufels Küche"

Andy Albert definiert die Situation so: „Wir dürfen pro Mannschaft mit Spielern, Trainern, Betreuern, Physios, Ärzten maximal zehn Personen reinlassen, dazu die Auf- und Abbau-Helfer, Medienvertreter und das Personal für die Bedienung des Livetickers und des Livestreams. Ausnahmegenehmigungen kann und darf es nicht geben, sonst kommen wir in Teufels Küche.“

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