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Eltmanns Bauzeichner hat einen Plan

Für Zuspieler Merten Krüger gibt es am Sonntag einen besonderen Moment. Dann trifft er auf seine „alte Liebe“ Düren.
Zwölf Jahre Bundesliga: Merten Krüger ist der Stratege im Eltmanner Spiel.
Foto: Daniel Löb | Zwölf Jahre Bundesliga: Merten Krüger ist der Stratege im Eltmanner Spiel.

„Mein Ziel ist es, in der Ersten Bundesliga zu spielen“ sagte der mittlerweile 29-jährige Merten Krüger 2007. Damals gerade mal 16 Jahre alt, wechselte als Volleyballtalent von Hamburg ins Volleyball-Internat des VCO Berlin. Seit 2015 lebt der ehemalige Junioren-Nationalspieler im Haßbergkreis. 

Seinen Weg in die Bundesliga hat Krüger schon lange geschafft. Berlin, Wuppertal, Düren waren die ersten Stationen des 1,95 Meter großen Zuspielers. Es folgte eine Saison in Coburg und ein Auslandsjahr in Hartberg/Österreich, bevor es ihn eben 2015 nach Eltmann zog. Auf seine Erfahrung greifen die Heitec Volleys gerne zurück, so auch am Sonntag, wenn es im vorletzten Heimspiel der Saison gegen die SWD powervolleys Düren geht. Krüger hat in seiner nunmehr zwölfjährigen Bundesliga-Karriere wiederholt unter Beweis gestellt, dass er auf dem Court sehr gut die Strippen zusammenhalten und ziehen kann. 

Der Blondschopf ist der einzige im Eltmanner Team, der noch einem "normalen" Beruf nachgeht. Der gebürtige Hamburger ist als Bauzeichner angestellt. Das ist nicht immer leicht mit dem Profisport zu vereinbaren, vor allem nach Auswärtsspielen: „Du kommst teils weit nach Mitternacht zurück, es ist Donnerstagmorgen und Du musst arbeiten gehen“, fasst der Heitec-Kapitän in norddeutsch-trockener Manier die enorme zeitliche Belastung zusammen. 

„Sonntag wollen wir zusammen mit unseren Fans an die kämpferische Leistung von letzter Woche anknüpfen und auch Düren niederringen,“ plant Krüger. Das gelang den Eltmannern am letzten Sonntag im Heimspiel gegen KönigsWusterhausen, als mit dem 3:2-Sieg die Punkte zehn und elf eingefahren wurden.

Hamzagic kehrt zurück

Krüger braucht jedoch Unterstützung, denn seine Arbeit auf dem Feld ist nur dann erfolgreich, wenn sein Pass von den Kollegen verwertet wird. Auf Außen scharrt Carlos Antony schon mit den Hufen - dass er zwei Spiele lang wegen gesundheitlicher Probleme nicht auf das Feld durfte, tat dem Franco-Brasilianer schon weh. Jetzt freut er sich mit den jungen Außenangreifern Tomas Halanda und Jonas Sagstetter auf ein tolles Spiel gegen Düren. Auch auf der Diagonalen kann Eltmanns Trainer Marco Donat wieder wechseln, denn Irfan Hamzagic ist zurück. Der Serbe drehte gefühlt schon fast durch, weil er gegen Herrsching, Giesen und die Netzhoppers zum Zuschauen verdammt war. Die Wade des 28-jährigen Hauptangreifers ist aber wieder voll belastbar.

In den letzten Wochen ist zudem mit Richard Peemüller eine echte Option entstanden. Bisher lag die Verantwortung fast allein bei Hamzagic. Doch Peemüller hat sich mit seinen erst 22 Jahren sehr gut ins Spiel gefunden und möchte dies wieder unter Beweis stellen - gegen die Netzhoppers avancierte er mit 32 Punkten zum besten Spieler des Tages.

Das Beste aus dem Spiel gegen die Netzhoppers mitzunehmen, das ist die zentrale Ansage von Marco Donat. Er weiß, wie stark die Gäste aus Düren aufspielen können. Zwar gab es für die Westfalen kürzlich eine 2:3-Niederlage gegen Rottenburg, im Pokalfinale war zudem gegen Berlin kein Blumentopf zu gewinnen. Am letzten Samstag aber schoss das Team von Stefan Falter Lüneburg quasi im Vorbeigehen mit 3:0 ab. Auch wenn die powervolleys auf vier verletzte Spieler verzichten müssen: Platz sechs soll unbedingt verteidigt werden. „Wir müssen aktuell mit einer wund gescheuerten Mannschaft über die Runden kommen“, beschreibt Dürens Trainer Stefan Falter die Situation.

Dennoch warnt Donat sein Team: „Düren ist eine sehr starke Mannschaft, wenn auch wie wir vom Verletzungspech verfolgt. Wir haben im Hinspiel in Düren gezeigt, dass wir sehr wohl mithalten können - und vor unserer heimischen Tribüne werden wir alles geben, um die nächste Überraschung zu landen.“

Das Plus von der Tribüne

Das sehen Tomas Halanda und Shunsuke Watanabe nicht anders, der slowakische Außenangreifer gibt sich selbstbewusst: „Das Comeback gegen die Netzhoppers hat uns als Mannschaft einen echten Kick gegeben und den wollen wir im Spiel gegen Düren nutzen. Es wird ein richtig harter Kampf, denn sie können brutal stark aufspielen. Aber wir wollen und werden Punkte aus dem Spiel mitnehmen.“ Libero Watanabe weiß, warum das möglich ist: "Wir arbeiten in dieser Woche hart daran und die Unterstützung unserer Fans und Trommler ist ein zusätzliches Plus. Wir werden bis zum Schluss kämpfen und nicht aufgeben.“

Das würde auch Merten Krüger sehr freuen, auch wenn er gewohnt ist, seine Ziele manchmal nur über Umwege zu erreichen. Gegen Düren wäre ihm ein langer Marsch wie gegen die Netzhoppers nicht so recht: „Wir brauchen einen guten Start und die Konsequenz, um auch mal über die volle Länge durchzuziehen.“ Die vier Punkte Rückstand auf den Vorletzten aus Bühl wollen die Heitec Volleys jedenfalls reduzieren, um dann im letzten Saisonspiel bei den Bisons die rote Laterne in Baden zu lassen.

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